Physik Wer soll das bezahlen?Seite 2/2
Das BMBF sieht das anders als die Fachleute. „Erst wenn uns Ergebnisse des LHC vorliegen, können wir auch über Folgeprojekte wie den ILC nachdenken“, sagt Beatrix Vierkorn-Rudolf. Die Argumentation der Physiker, das neue Milliardenprojekt sei ein Muss, hält sie für wenig stichhaltig. So argumentiere jede Forschergruppe, die Geld von der Regierung haben wolle. Doch die verausgabe sich bereits bei anderen physikalischen Großprojekten und habe nichts mehr zu verteilen. Rolf-Dieter Heuer vom DESY hofft jedoch, dass dies noch nicht das letzte Wort war. Mit Forderungen will er sich zwar erst mal zurückhalten. „Jetzt wäre es unklug zu sagen, dass wir den ILC gerne hätten“, sagt Heuer. „Im Moment ist kein Geld da. Und ohne Geld fehlt auch der politische Mut.“ Doch der könnte mit dem wirtschaftlichen Aufschwung kommen, spekuliert der Wissenschaftler.
So zurückhaltend wie Deutschland sind andere Länder nicht. So hat das US-amerikanische Energieministerium (DOE), das in den USA die Großforschungseinrichtungen finanziert, ausdrücklich erklärt, den ILC ans Forschungszentrum Fermilab bei Chicago holen zu wollen. Auch die Japaner würden den Teilchentunnel gerne ins Granitgestein ihrer Insel bohren, internationale Forscher ins Land locken und durch den Bau die eigene High-Tech-Industrie fördern. Nicht zuletzt in Europa hat das DESY Konkurrenz. Spätestens wenn im Herbst am CERN in Genf der bisher größte Protonenbeschleuniger LHC in Betrieb gegangen ist, wird man sich dort fragen, welches Mammutprojekt man als nächstes an Land ziehen möchte.
Um die Geheimnisse des Universums zu ergründen, sei es letztlich egal, in wessen Erdreich die neuen Beschleunigertunnel gegraben würden, sagt DESY-Forscher Rolf-Dieter Heuer. „Die Physiker würden auch nach Sibirien gehen.“ Doch für Deutschland wäre damit eine Chance vertan: „Wieder einmal hätten wir etwas federführend entwickelt, das wir dann aus der Hand geben.“ Selbst die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) würde sich über einen Standort Deutschland freuen. „Deutschland muss eine führende Rolle übernehmen“, sagt Eberhard Umbach, Vorsitzender DPG. Dabei ist der Verband sonst darauf bedacht, nicht für einzelne Forschergruppen besonders viel Geld einzuwerben, das anderen Teildisziplinen dann fehlt. Doch der ILC ist ein Spezialfall. Für die hiesige Forschungslandschaft sei er eine riesige Chance, glaubt Umbach. „Die Sichtbarkeit Deutschlands in der Welt sollte die Politiker überzeugen, aktiv zu werden.“
Wissen
-
Forschung und Entdeckungen auf ZEIT online
»
- Datum 10.02.2007 - 05:30 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT online
- Kommentare 24
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Das Projekt sollte an China oder die USA gehen. Die Professoren gehen ohnehin ins Ausland, weil es dort besser bezahlt wird. Die Entwicklung mag ja in Deutschland stattgefunden haben, aber das wird nicht in den anglophonen Geschichtsbuechern stehen. Ich darf darauf hinweisen, dass kein einziger Amerikaner oder Chinesen ernsthaft glaubt, Einstein war ein deutscher oder schweizer Physiker. Er war ein amerikanischer Physiker. Warum? Werl er etwas grosses fuer die Welt getan hat. Und grosses fuer die Welt tuen Amerikaner. (Er wurde auch zu den 100 einflussreichsten Amerikanern der Geschichte gewaehlt, Times Magazine) Die Deutschen sind ein Bauernvolk, sehr intelligent und fleissig vielleicht, aber nicht imstande andere Kulturen zu fuehren oder zu beeinflussen. Niemand (kein auslaendischer Investor) wird uns Geld geben eine 5,5 Milliarden schweren Tunnel zu bauen. Anders herum wird Deutschland sich gerne beteiligen wollen an US oder China-Projekten. Das steht in der Natur unserer Kultur: Wir sind Nachzuegler und Nachlaeufer und Anhaenger. Daher 58 Millionen Amerikaner deutscher Abstammung sind - die koennten alle hier sein, wenn wir das Potential gehabt haetten sie zu halten.
Warum gleich so aggressiv? Ich denke, Heuer dachte bei seinem Kommentar eher an Beispiele aus der juengeren Vergangenheit wie z.B. den Transrapid oder das MP3-Format. Wenn man bedenkt, dass Apple sich mit dem Verkauf von digitaler Musik saniert hat, waehrend das Fraunhofer Institut meines Wissens keinen Cent am MP3-Format verdient, kann ich Heuer eigentlich nur zustimmen.
a) Der Verweis auf Transrapid und MP3 zeigt doch gerade, dass eine hier entwickelte Technik sich nicht zwingend in unternehmerischem Erfolg und Arbeitsplätzen hierzulande niederschlägt, was keinesfalls, wie gerne unterstellt wird, immer auf Fehlentscheidungen der Politik zurückzuführen ist. Niemand hat Siemens daran gehindert, MP3-Player herzustellen.
b) Der Unterschied zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung, die direkt in ein Produkt mündet ist doch erheblich. Dass die Entdeckung der Weltformel dem Land, wo die Apparaturen dafür stehen, einen ihm exklusiven ökonomischen Nutzen brächten, halte ich doch für eine recht abenteuerliche Erwartung.
Deshalb sollten man Herrn Heuers Satz, „Wieder einmal hätten wir etwas federführend entwickelt, das wir dann aus der Hand geben“, unter der Rubrik „politische Rhetorik“ abbuchen.
ohh! Das ist aber eine traurige Geschichte.
Die Amerikaner haben uns nicht nur Einstein, sondern auch noch 58 Millionen intelligente, fleissige Bauern weggenommen.
Allerdings, was würden wir denn mit denen machen wollen. Unser Land ist uns doch jetzt schon zu eng.
Natürlich war Einstein Amerikaner. Und wissen Sie auch warum? Weil, ein wunderbarer Zug der amerikanischen Gesellschaft ist, dass jeder Mensch, egal welcher Abstammung, Amerikanischer Staatsbürger werden kann.
Rassistische und nationalistische Tendenzen, wie Sie sie in Ihrem Kommentar pflegen, verhindern seit Jahrzehnten eine moderne Staatsbürgerschaftsregelung in Deutschland.
Nur eine offene Gesellschaft kann sich weiterentwickeln – dann klappt's auch mit dem Tesla
Jede Erkenntnis beinhaltet Risiken. Praktisch jede neue Technologie hat das Potential zur Waffe.
Aber deshalb bin ich nicht bereit, den Kopf in den Sand zu stecken und der Dinge zu harren die da kommen moegen - oder auch nicht.
ohh! Das ist aber eine traurige Geschichte.
Die Amerikaner haben uns nicht nur Einstein, sondern auch noch 58 Millionen intelligente, fleissige Bauern weggenommen.
Allerdings, was würden wir denn mit denen machen wollen. Unser Land ist uns doch jetzt schon zu eng.
Natürlich war Einstein Amerikaner. Und wissen Sie auch warum? Weil, ein wunderbarer Zug der amerikanischen Gesellschaft ist, dass jeder Mensch, egal welcher Abstammung, Amerikanischer Staatsbürger werden kann.
Rassistische und nationalistische Tendenzen, wie Sie sie in Ihrem Kommentar pflegen, verhindern seit Jahrzehnten eine moderne Staatsbürgerschaftsregelung in Deutschland.
Nur eine offene Gesellschaft kann sich weiterentwickeln – dann klappt's auch mit dem Tesla
Soll das Projekt doch nach USA gehen. Wenn die Deutschen das Know-how liefern, werden die Profs ihre Leute schon noch da unterbirngen können. 5.5Mrd ist ne Menge Heu! Wenn Deutschland das nach Hause holen wollte müsste es ordentlich draufzahlen!
Und seien wir ehrlich, was kann dabei herumkommen? Alle glauben das Higgs zu finden, na und und wenn schon. Es bringt doch nur einer kleinen Minderheit ein bisschen Erkenntnis. Wir sollten viel eher, das Geld für den Aufbau und Forschung in regenerative Energien oder vielleicht gar nicht Wissenschaft, vielleicht zur Entwicklungshilfe! nutzen.
Schon verrückt wie man 5.5Mrd ausgeben kann, gleichzietig wissend wie viele Menschenleben man mit dem gleichen Geld retten könnte!
Und hier zieht das Argument nicht, dass es sich langfristig auszahlen könnte!
ohh! Das ist aber eine traurige Geschichte.
Die Amerikaner haben uns nicht nur Einstein, sondern auch noch 58 Millionen intelligente, fleissige Bauern weggenommen.
Allerdings, was würden wir denn mit denen machen wollen. Unser Land ist uns doch jetzt schon zu eng.
Natürlich war Einstein Amerikaner. Und wissen Sie auch warum? Weil, ein wunderbarer Zug der amerikanischen Gesellschaft ist, dass jeder Mensch, egal welcher Abstammung, Amerikanischer Staatsbürger werden kann.
Rassistische und nationalistische Tendenzen, wie Sie sie in Ihrem Kommentar pflegen, verhindern seit Jahrzehnten eine moderne Staatsbürgerschaftsregelung in Deutschland.
Nur eine offene Gesellschaft kann sich weiterentwickeln – dann klappt's auch mit dem Tesla
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren