Irak Entführte sind Mutter und Sohn
Die Geiselnehmer der zwei im Irak entführten Deutschen drohen angeblich mit der Erschießung eines der Opfer. Der Hintergrund der Entführung ist unklar
Die Bundesregierung hüllt sich
weiter in Schweigen über das Schicksal der beiden im Irak
vermissten Deutschen. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes
wollte sich am Dienstag nicht zur Identität der womöglich
entführten Personen äußern. Bereits am Dienstag der vergangenen Woche waren eine Deutsch-Irakerin und ihr Sohn in Bagdad von Bewaffneten aus ihrem Haus verschleppt worden. Seitdem tagt im Auswärtigen Amt der Krisenstab. Damit sind zum dritten Mal deutsche Staatsbürger im Irak entführt worden.
Nach einem Bericht des Berliner
Tagesspiegel
handelt es sich bei den Opfern um eine über 60
Jahre alte Frau, die mit einem irakischen Arzt verheiratet sein
soll, und ihren Sohn. Der Mann sei Mitte 20 und arbeite im
irakischen Außenministerium, hieß es unter Berufung auf
Sicherheitskreise. Die Geiselnehmer hätten gedroht, ihn zu
erschießen.
Die Berliner Zeitung berichtete, die Entführer hätten zur in Berlin lebenden Schwester des Entführten Kontakt aufgenommen. Dadurch sei der Fall bekannt geworden. Die Schwester sei bereits von Ermittlern vernommen worden. Auch andere Verwandte seien nach Berlin geflogen worden, um befragt zu werden.
Die Deutsch-Iraker lebten seit Jahrzehnten im Irak und die Familie gilt für irakische Verhältnisse als vermögend, heißt es aus Sicherheitskreisen, der Hintergrund der Entführung sei jedoch noch unklar. Forderungen hätten die Geiselnehmer noch nicht gestellt.
Das Auswärtige Amt bat um Verständnis, dass es keine Details nennen könne. Dies sei im Interesse der möglicherweise Entführten und ihrer Angehörigen. Der Ministeriumssprecher appellierte an die Medien, auf alle Spekulationen zu verzichten. Der Krisenstab unter Leitung von Staatssekretär Reinhard Silberberg arbeite rund um die Uhr, unterrichte Steinmeier laufend und halte Kontakt zu anderen Staaten.
In den vergangenen 15 Monaten hatten zwei Entführungen deutscher Staatsbürger im Irak Schlagzeilen gemacht. Vor den beiden Leipziger Ingenieuren war im November 2005 die Archäologin Susanne Osthoff von einer islamistischen Gruppe verschleppt worden. Sie kam nach rund drei Wochen frei. Ob Lösegeld in beiden Fällen eine Rolle spielte, ist nicht bekannt. Nach dem glücklichen Ende der beiden Geiselnahmen hatte das Auswärtige Amt unter Hinweis auf die bürgerkriegsähnlichen Zustände eindringlich vor Reisen in den Irak gewarnt. Steinmeiers Sprecher zeigte nun auch Unverständnis dafür, dass sich deutsche Staatsbürger trotz aller Warnungen immer wieder zumindest für kurze Zeit in dem Land aufhielten.
Nach Angaben des Ministeriums leben im Irak etwa 100 Deutsche, die Mehrheit davon wegen familiärer Bindungen. Einige wenige halten sich im Auftrag von Unternehmen in dem Land auf und betätigen sich in der humanitären Hilfe.
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- Datum 13.02.2007 - 11:02 Uhr
- Quelle ZEIT online
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wird sich schnell aufklaeren wenn die Entfuehrer genuegend Geld angeboten bekommen.Schliesslich machen die so was ja nicht zum Spass sondern weil sie wissen dass es am wirksamsten ist wenn sie Deutsche entfuehren.Beispiele gibt es doch genuegend.
Es ist immer erschütterned, wenn sowas passiert, aber in wie weit ist Deutschland dafür zuständig - kann es überhaupt sein? Und ja, es geht mit Sicherheit um Lösegeld als einfache Einnahmequelle und daraus entstehende gute Erfahrungen. Wie sagte mein Mann erschrocken und vorwurfsvoll beim Frühstück zu mir 'aber es geht doch um Menschenleben'. Ja, bei den aidskranken Kindern in Afrika aber auch. Nur sind sie nicht deutsch. Leider.
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