Irak Die Kidnapper melden sich

Offenbar besteht zu den Entführern der beiden im Irak verschleppten Deutschen Kontakt. Sie stellen politische Forderungen. Die Bundesregierung hält sich bedeckt

Von den beiden im Irak entführten Deutschen gibt es einem Pressebericht zufolge Lebenszeichen. In mehreren Telefonaten mit Angehörigen der Geiseln in der Bundesrepublik hätten die Täter entsprechende Signale übermittelt, berichtete das Magazin Spiegel am Freitag vorab. Der Kontakt laufe über eine in Berlin wohnende Tochter der entführten Deutschen. Die Kidnapper hätten politische Forderungen gestellt.

Bei den Verschleppten handelt es sich um Mutter und Sohn. Sie werden seit mehr als einer Woche vermisst. Nach Darstellung des Spiegel geht der Krisenstab des Auswärtigen Amtes Hinweisen nach, denen zufolge die Geiselnehmer aus Kreisen der irakischen Widerstandsbewegung stammen könnten. Sollten die Forderungen, zu denen ein Wirtschaftsboykott gegen den Irak zähle, nicht erfüllt werden, drohe beiden Geiseln der Tod. Weil entsprechende politische Parolen bislang Bestandteil fast jeder Verschleppung in dem Land gewesen seien, halte der Krisenstab auch einen rein kriminellen Hintergrund für möglich.

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Die bewaffneten Kidnapper erklärten dem Spiegel zufolge gegenüber Zeugen während der Entführung, der Untergrundgruppe "Islamische Armee" anzugehören, die sich im Internet regelmäßig zu Aktionen gegen US-Soldaten bekennt.

Die 60-jährige Geisel, die aus dem Umland von Berliner stammt und seit mehr als 20 Jahren im Irak lebt, wurde am Dienstag vergangener Woche in ihrem Haus in Bagdad verschleppt, als sie und ihr Sohn gerade zur Arbeit gehen wollten. Ein halbes Dutzend Männer waren in die Wohnung in einem überwiegend von Sunniten bewohnten Viertel eingedrungen und habe die Familie in Schach gehalten. Da die Täter sehr ruhig agiert und sich sogar mit Anwohnern unterhalten haben sollen, gingen Sicherheitsexperten davon aus, dass es sich um eine Gruppe mit guten Beziehungen zu lokalen sunnitischen Milizen handele. Den Mann der Deutschen, einen irakischen Professor, ließen die Kidnaper zurück.

In mehreren Telefonaten mit Angehörigen der 60-Jährigen in Deutschland hätten die Entführer Anfang der Woche ein Lebenszeichen der Geiseln übermittelt. Der Kontakt zwischen ihrer in Berlin lebenden Tochter und den Entführern laufe über das Handy eines der Opfer.

Das Außenministerium hielt sich zu alldem überaus bedeckt. Ein Sprecher sagte lediglich, der Krisenstab befasse sich intensiv mit dem Fall und bemühe sich, den Verschwundenen eine sichere und baldige Rückkehr zu ihren Familien zu ermöglichen. Einzelheiten zum operativen Vorgehen des Stabes könnten nicht genannt werden. Leben und Gesundheit der Vermissten hätten Priorität.

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