Linker Tauschhandel Öl für Expertise
Hugo Chávez’ „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ erreicht London. Im Gegenzug für einen 24 Millionen Euro schweren Ölrabatt schickt Bürgermeister Ken Livingstone seine Stadtentwicklungsexperten nach Venezuela: Ein PR-Gag? Oder können beide Seiten gewinnen?
Londons Bürgermeister Livingstone lässt sich von Venezuelas Präsident Chávez unter die Arme greifen
"Öl für Kehrbesen" nennt die britische Presse den ungewöhnlichen Deal, den Londons Bürgermeister Ken Livingstone und der Außenminister Venezuelas, Nicolas Maduro, am Dienstag unterzeichneten.
Danach erhält London auf das Öl, das die britische Hauptstadt zum Betrieb ihrer Busse von der europäischen Tochtergesellschaft der staatlichen Ölgesellschaft Petróleos de Venezuela bezieht, einen Rabatt von 20 Prozent. Das sind immerhin 16 Millionen britische Pfund (oder 24 Millionen Euro). Im Gegenzug schickt die britische Hauptstadt Fachleute für Stadtentwicklung als Berater in den Karibikstaat.
Das Geld, das London durch dieses Geschäft spart, will der früher als "Red Ken" bekannte Bürgermeister und Labour-Politiker an rund eine Viertelmillion Londoner weitergeben, die in Armut leben. Sozialhilfeempfänger, insbesondere alleinerziehende Mütter, Menschen, die sich um Pflegebedürftige kümmern und solche mit gesundheitlichen Beschwerden sollen vom kommenden Sommer an nur noch den halben Fahrpreise in Londons Bussen und Trambahnen bezahlen.
Dafür sollen bald schon englische Stadtentwicklungsexperten nach Venezuela fliegen. Sie sollen dort die Behörden in Sachen Verkehr und Wohnungsbau, Gesundheitsversorgung und Umweltschutz beraten. Den Anfang macht im April der Leiter für Verkehrsentwicklung, Peter Hendy, der in Caracas ein Büro eröffnet.
Das "Tauschgeschäft" (Livingstone) ist das jüngste in einer Reihe von "Billigöl-Deals", die
der zunehmend autokratisch agierende Präsident Venezuelas, Hugo Chávez
, in den vergangenen Jahren abschloss. Nutznießer dieser nicht zuletzt auf öffentliche Wirkung bedachten "Öl-Diplomatie" waren bislang vor allem enge Verbündete wie Kuba oder Bolivien.
Aber auch Arme in den USA hat Chávez schon bedacht. Die in Huston ansässige Citgo Petroleum, die Venezuela gehört, schloss sich im vergangenen Jahr mit der nicht-kommerziellen Citizens Energy Corp. zusammen, um in Philadelphia, Pittsburgh oder in New Yorks Stadtteil Bronx einmalig 200 Gallons (etwa 750 Liter) Heizöl zu einem 40-prozentigen Rabatt an Bedürftige auszuliefern.
- Datum 21.02.2007 - 05:53 Uhr
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http://18doughtystreet.co...
Was schon wieder ZEIT-Autoren verschweigen kann man schnell im Netz nachlesen. Suchbegriffe:
'ken livingstone' anti-semitic
und
chavez anti-semitic
Hab ich gemacht. Die ersten links waren jeweils Beschreibungen von Diffamierungsversuchen. Die Zeit verschweigt also, dass beide fälschlicherweise des Antisemitismus beschuldigt worden sind. Und?! Was soll man von ihren Gegnern auch anderes erwarten?
Aber plamen will ja nur ein bisschen Fisch.
v.
PS: Natürlich ist dieser Deal PR. Und sogar richtig fantasievolle. Und toll, dass die Zeit darüber schreibt. Auch wenn man nicht provozieren wollen muss, um Bush für einen Verbrecher zu halten. Das geht auch so.
Ich denke es gibt auch andere Menschen auf der Welt außer Semiten - oder wie würde Sie reagieren, wenn Chavez und Livingstone unter Google 'antieremitsch' wären? ;)
Also, bitte nicht dieser ständig eingestanzten 'Mainstream-Angst'
verfallen...Sie mögen schließlich auch nicht jeden Menschen, den es auf dieser Erde gibt.
Ich denke weder Chavez noch 'Red-Ken' wären jemals moralisch, wie auch von der Sorgfalt in der Lage, das anzurichten, was damals Adolf angerichtet hat mit den Semiten.
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