Bleiberecht Populistische Abwehr
Mehrere Unionsinnenminister gehen in Sachen Bleiberecht erneut auf Konfrontation. Doch der befürchtete Zuzug in das Sozialsystem ist ein Popanz.

Welcome? Das gilt für die wenigsten Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen.
Im vergangenen November schien der Durchbruch endlich geschafft. Nach jahrelangem Tauziehen fasste die Innenministerkonferenz damals den
Beschluss
, seit Jahren in Deutschland geduldeten Ausländern ein Bleiberecht zu gewähren, wenn sie nachweisen können, dass sie sich durch eigene Arbeit ernähren. Seither können jene Familien, die länger als sechs Jahre in Deutschland leben, und Alleinstehende, für die das seit acht Jahren gilt, einen gesicherten Aufenthaltsstatus erhalten. Sie müssen allerdings bis Ende September 2007 nachweisen, dass sie dem Sozialstaat nicht zur Last fallen.
Dieser Beschluss wurde per Verordnung umgesetzt. Schon damals stand allerdings fest - und dem wurde von den Innenministern auch so zugestimmt-, dass das Bleiberecht endgültig im Zuge eines umfassenderen Bundesgesetzes zum Aufenthaltsrecht geregelt werden sollte. Stein des Anstoßes für mehrere Ministerpräsidenten der Union ist nun, dass der Kompromiss, auf den sich die Fachpolitiker der Großen Koalition geeinigt haben, großzügiger ausfällt, als die Regelung der Innenminister.
Demnach sollen die Geduldeten nämlich bis 2009 Zeit bekommen, einen Arbeitsplatz zu suchen. In dieser Zeit hätten sie auch eine Arbeitserlaubnis, die sie mit deutschen Arbeitssuchenden gleichstellt. Gegen diese Vorgabe hatte sich vor allem Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) lange gewehrt, weil er den Niedriglohnsektor vor weiterem Konkurrenzdruck schützen wollt. Doch wie
ZEIT online
am Freitag aus SPD-Kreisen erfuhr, hat Müntefering seinen Widerstand nun aufgegeben.
Nicht so allerdings die Innenminister der Union, vor allem aus Niedersachsen und Bayern. Sie befürchten durch die Fristverlängerung einen Zuzug in die Sozialsysteme. Schließlich, so die Argumentation, könnten die Geduldeten dann auch ohne Arbeit zwei Jahre länger in Deutschland bleiben.
Von SPD-Seite verweist man allerdings darauf, dass dieses Argument nicht zieht. Schließlich können auch Menschen, die nach dem 30. September 2007 noch keinen Arbeitsplatz haben, in den meisten Fällen nicht einfach ausgewiesen werden. Häufig stehen dem humanitäre Gründe und internationale Rechtskonventionen entgegen, beispielsweise wenn Gefahr besteht, dass der Flüchtling in seiner Heimat gefoltert werden könnte. Das Existenzminimum dieser Menschen müsste der Staat also ohnehin auch nach der von den Innenministern gesetzten Frist sichern.
Von massenhafter Zuwanderung kann ohnehin keine Rede sein. Nicht nur, dass die Zahl der möglichen Beansprucher des Bleiberechts ohnehin recht gering ist, weil es in Deutschland gerade mal 180.000 geduldete Menschen gibt, von denen wiederum nur ein Teil das Kriterium erfüllt, länger als sechs beziehungsweise acht Jahre hier zu leben. Von der jetzigen Frist können aber ohnehin nur Menschen profitieren, die bis zu einem bestimmten Stichtag bereits in Deutschland waren und seither nicht abgeschoben werden konnten. Selbst wenn sich Menschen ermuntert fühlen sollten, aufgrund der etwas großzügigeren Regelung neu nach Deutschland zu kommen, könnten sie von ihr also gar nicht profitieren.
- Datum 23.02.2007 - 05:12 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT online
- Kommentare 9
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Solche kleinen Scherze, jemanden nach Afrika zurueckschicken, wieder nach Deutschland, Sozialhilfe usw. kann sich kein Staat dieser Welt in groesserem Umfang erlauben, es sei denn, man hiesse Johannes Paul oder so!
Der konnte das
und das liegt an Jesus!
Jesus Christus!
Der konnte besser zaubern als Roy und der andere!
Wir glauben aber nicht an Jesus Christus!
Ich nicht, Politiker nicht!
Deshalb muss der Unsinn aufhoeren!
Wenn Menschen verhungern muessen, also bitte, dann nicht vor meiner Haustuer!
Mir wird schlecht von sowas!
Offenbar soll die Grenze nicht überschrittten werden, wenn die Deutschen sich demnächst wieder selbst helfen durch mehr Geburten. Es wäre aber schön, wenn die die bleiben wollen, weil sie gebraucht werden, nicht ewig darum kämpfen müssen.
Wenn allerdings sogar schon Kirchenoberhäupter von Gebärmaschinen sprechen, dann sind die Aussichten auf einen neuen deutschen Babyboom sicher geringer, als angenommen.
Es ist schlimm, wie sich die Diskutanten immer wieder um rassistische Stammwähler bemühen und damit allen inneren Frieden aufs Spiel setzen.
Hi @ll
Warum bitte wird die berechtige Sorge einiger Innenminister als *Popanz* bezeichnet?
Es traf wohl nicht zu das es diese Einwanderung in die Sozialsysteme schon gegeben hat?
Wir haben das Recht und die Enwanderer auszusuchen die hier bleiben oder wieder gehen müssen.
Desweiteren sind wir nicht für das Elend der ganzen Welt zuständig, wir haben genügend eigenes.
Nur das ist den politisch korrekten wohl nicht *farbig* genug.
Gruss
Rene
soso, müntefering befürchtet also neuerliche konkurrenz auf dem niedriglohnsektor. es hat schon seinen grund, warum man die spd auch mit SCHÄBIG, PEINLICH, DUMM übersetzt.
natürlich ist es allemal einfacher, die handvoll berechtigter für die niedriglöhne verantwortlich zu machen, als sich mit seinen kumpanen aus der wirtschaft anzulegen, die dank seiner und schröders
agenda 2010 maximalen profit aus der ausplünderung der bevölkerung ziehen, die eben diese agenda ermöglichte.
'haltet den dieb' lautet die jämmerliche devise.
nun, als der kaiser zu den waffen rief erwarb sich diese kleinbürgerpartei den, wenn auch oft genug limitierten, zugang zu den herrschenden eliten.
daß sie diesen zugang nicht um´s verrecken aufgeben will, dafür steht, ua., man vergesse den unrasierten adipösen nicht, dieser müntefering.
Offenbar hat es sich unter den illegalen Migranten rumgesprochen dass es sich zahlt wenn man keine Papiere hat,also werfen sie die gleich weg....dann muss Deutschland sie behalten und unterstuetzen. Die Hansestadt Hamburg wies einen Liberianer aus,bei der Ankunft in seiner Heimat behauptete er dass er von Togo stammt- also schickte man ihn zurueck nach Deutschland wo er natuerlich dem Staat auf der Tasche liegen wird. Sicherlich ist das kein Einzelfall . Ich kann nicht sehen warum Deutschland die Buerger anderer Laender ernaehren soll.
Hi @ll
Die lösung für dieses Problem wäre sehr einfach.
Wer keine gültigen Papiere vorweisen kann, bekommt automatisch kein Bleiberecht und wird mit Lebensmittelgutscheinen versorgt.
Desweiteren darf er einen Kreis eben nicht verlassen.
Es darf nicht belohnt werden zu lügen.
Gruss
Rene
Nicht nur, dass menschen , die seit jahren mit einer duldung leben, nie genau wissen, ob auf dem amt, das sie regelmäßig besuchen müssen, vielleicht gerade ihre abschiebung beschloessen wurde, was nicht gerade ein motivationsfaktor für all das, was von ihnen erwartet wird darstellt, viel mehr ist es so, das ein duldungspapier ein absolutes hinderniss für eine mögliche soziale und ökonmische integeration darstellt, sei es (auf dem arbeitsmarkt) als gleichwertig anerkannt zu werden oder sich frei zu bewegen. erst der Pass ist die Eintrittskarte für die sozio-öknomische Integration. Ohne ökonmoische Integration aber keinen Pass. Das ist sich im Kreis drehender Irrsinn
Ich denke dass viele sogenannte Geduldete jetzt schon von der Sozialkasse leben,wenn sie sich einen Arbeitsplatz ergattern koennen wuerde die Kasse vielleicht ein wenig entlastet.Allerdings habe ich Zweifel dass es so kommen wird denn in Zeiten wo viele gut ausgebildete Deutsche keine Arbeit finden und ihr Glueck im Ausland suchen,werden Geduldete hoechstens Arbeitsplaetze finden wo es so niedrige Loehne gibt dass sie zusaetzlichen Unterhalt vom Staat erhalten muessen.Es wird nichts aendern an der Belastung der Sozialkassen,im Gegenteil.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren