Südamerika Paraguay in Not
Die südamerikanische Republik ruft wegen der ausgebrochenen Dengue-Epidemie den Notstand aus

Im Lacimet-Hospital in Asunción werden Patienten mit Dengue-Fieber behandelt
Mehr als 13.000 Menschen in Paraguay sind an Dengue-Fieber erkrankt. Nun hat die Regierung in Asunción den Notstand ausgerufen zunächst für 60 Tage. Zugleich gab das Parlament Haushaltsmittel für die Bekämpfung der von Mücken übertragenen Viruserkrankung frei. In den vergangenen Tagen waren jeweils etwa 650 neue Fälle bekannt geworden. Bisher sind mindestens vier Menschen an der Krankheit gestorben.
Kritiker warfen der Regierung Tatenlosigkeit angesichts der Epidemie vor. Die Mücken, die den Krankheitserreger übertragen, hätten wegen der fehlenden Kanalisation ideale Brutbedingungen in offenen Abwasserkanälen und auf wilden Müllhalden. Zudem seien die offiziellen Krankenzahlen geschönt. Sie müssten mindestens mit zehn multipliziert werden, weil viele Menschen keinen Zugang zum Gesundheitssystem hätten oder versuchten, sich mit Hausmitteln zu kurieren, sagte der oppositionelle Abgeordnete Héctor Lacognata.
Insgesamt gibt es vier verschiedene Subtypen von Dengue-Viren. Die Erkrankung äußert sich durch starke Kopfschmerzen, hohes Fieber, Durchfall, Erbrechen und starke Gliederschmerzen. Besonders gefährlich ist es, wenn ein Betroffener früher schon einmal an einer anderen Variante des Dengue-Fiebers erkrankt war. Dann kommt es leichter zu einer schweren Verlaufsform mit inneren Blutungen, an der gerade in ärmeren ländlichen Gebieten bis zu 30 Prozent der Betroffenen sterben. Weltweit gibt es nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation etwa 50 Millionen Dengue-Fälle pro Jahr.
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Hierzulande ist der Virus nahezu unbekannt, weltweit infizieren sich aber Millionen »
- Datum 27.02.2007 - 10:53 Uhr
- Quelle ZEIT online, dpa
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