Automobil Verkäufer fahren besserSeite 2/2
Was lernen Anleger daraus? In der aktuellen Börsenphase, die von jeder Menge Fusionsphantasien geprägt ist, vor allem eines: einen klaren Kopf zu bewahren und skeptisch zu werden, wenn das Wort "Synergieeffekte" fällt. Diese haben sich nämlich nachweislich bei einem Großteil der bisherigen Fusionen nicht in erhofftem Umfang eingestellt.
Lohnenswert ist eine Fusion in aller Regel für zwei Gruppierungen: die Vorstände der Unternehmen und die Aktionäre des Übernahmeobjektes. Die Chefs des Käufers berufen sich oft auf die gestiegene Unternehmensgröße und lassen sich dann vom Aufsichtsrat eine satte Gehaltserhöhung genehmigen, und so manche Führungskraft des übernommenen Unternehmens wird mit einer großzügigen Abfindung verabschiedet. Die Aktionäre profitieren während der Übernahmeschlacht zumeist von deutlich steigenden Aktienkursen, vor allem wenn noch konkurrierende Offerten mit im Spiel sind.
Ist die Übernahmen hingegen unter Dach und Fach, stellt sich die Frage, ob die Aktien des fusionierten Unternehmens im Depot bleiben sollen. Angesichts der unrühmlichen Erfolgsgeschichte vieler Fusionen sind Anleger meist auf der sicheren Seite, wenn sie Kasse machen und ihre Aktien verkaufen.
Thomas Hammer ist freier Wirtschaftsjournalist und Sachbuchautor.
Er schreibt unter anderem für das Wirtschaftsressort der ZEIT und
beobachtet die Kapitalmärkte mit skeptischem Blick.
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- Datum 23.02.2007 - 05:07 Uhr
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Mir ist es ein wenig zu pauschal, wenn man eine Fusion grundsätzlich in Bausch und Bogen verdammt. Richtig ist, dass viele Fusionen scheitern. Aber sie scheitern nicht deshalb, weil die Unternehmen fusioniert wurden, sondern weil das Management nicht seine Hausaufgaben gemacht hatte. Dass Fusionen auch erfolgreich sein können belegen zahlreiche Beispiele. Ohne diese Erfolge gäbe es keine Fusionen. Interessanter wäre eine kurze Erklärung gewesen unter welchen Voraussetzungen Fusionen Erfolg haben.
…lassen aber auch keinen anderen Schluss zu. Ich kann mich auch an keine wirklich sinnvolle Großfusion erinnern, außer bei Energieunternehmen oder sonstigen Monopolisten. Die Effekte entstehen dann aber nur durch eine erhöhte Markt- und Preismacht. Volkswirtschaftlich alles andere als sinnvoll. Erkennbar ist immer nur, dass ein paar Vorstände und ein paar clevere Kapitalanleger ordentlich Reibach machen, aber für die Belegschaft und die Allgemeinheit macht es oft wenig Sinn. Meist leidet sogar noch das Produkt oder die Dienstleistung unter den entstehenden Wirren. Am besten lässt sich der Unterschied bei einem Vergleich von DaimlerChrysler mit Toyota erkennen. Die einen vernichten ständig Kapital bei extrem erhöhten Vorstandsbezügen, während sich die anderen gerade anschicken, sich zum weltgrößten und –besten Autobauer auszuwachsen. Daimler steht dagegen nach riesigen Kraftanstrengungen zur Erreichung von irgendwelchen Synergieeffekten vor einem Wachstums-Scherbenhaufen.
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