Mathematik : Puzzle der Unendlichkeit

Westliche Forscher hielten sie noch vor 40 Jahren für unmöglich. Doch islamische Bauherren produzierten bereits vor einem halben Jahrtausend Muster, die niemals enden
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Kommentare

5 Kommentare Seite 1 von 2
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Puzzle der Unendlichkeit

Sehr geehrter DAmen und Herr,
wir sind Der Verein ''UNITED IRANIAN ARCHITECTS OF EUROPE'. Wir sind Über Internet Auf Ihre Artikel aufmerksam geworden. da diese Artikel sehr stark sich auch mit der Architektur zutun hat, möchten wir gerne Fragen,
ob es eine Möglichkeit gibt, diese Artikel bei uns ( internetpräsent) zu veröffentlichen? oder zu Verlinken?

wir werden uns freuen Wenn wir eine ANtwort von Ihnen Bekommen Würden.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl. Ing. Manocheher Seyed Mortazavi
Vorsitzender des Vereins
'UNITED IRANIAN ARCHITECTS OF EUROPE'
Ellenbogengasse 9
65183 Wiesbaden

Tel: 0178.54.777.54
mail: mail@iranian-architects.eu
web: www.iranian-architects.eu

Rechteck mit goldenem Schnitt?

Hallo,
entweder ich finde das Rechteck mit dem goldenen Schnitt in Leonardos Zeichnung nicht, oder das große Quadrat ist gemeint. Quadrate haben aber leider ein Seitenverhältnis von 1 und nicht von 1,6...

Habe ich einen Fehler im Artikel gefunden oder habe ich einen Denkfehler bei mir nicht gefunden?

Unbedingt besuchen

Durch diesen sehr interessanten ZEIT-Artikel aufmerksam geworden, machte ich mich bei meiner Reise nach Esfahan vor wenigen Wochen gezielt auf, die beschriebenen Muster mit eigenen Augen zu sehen. Der Science Artikel selbst hinterlaesst merkwuerdigerweise das Gefühl, die Autoren hätten die Stätten gar nicht vor Ort analysiert, was kein Wunder wäre, da US-Amerikaner wohl Schwierigkeiten haben, zurzeit ein Visum zu bekommen.
Als fast schon archäologischer Tourist brauchte ich einige Zeit im labyrinthischen Dardasht-Viertel in der Nähe der Freitagsmoschee und die Hilfe einiger freundlicher Anwohner, um die reichlich versteckt liegende kleine Moschee zu finden. Henri Stierlin portraetiert den Darb-e Eman Schrein in seinem grossartigen Werk Islamic Art and Architecture (Thames & Hudson, London 2002, S. 76f) ebefalls, ohne allerdings die speziellen Penrose Patterns zu zeigen. Jedem, der an der Ueberlegenheit islamischer Kunst und Architektur im (nur im Westen so genannten) Mittelalter zweifelt, ist dieses Werk waermstens empfohlen.
Auf meinen Aufnahmen sind die frappierenden, sich nicht wiederholenden Muster deutlich anders, als die gewöhnlicher Mosaike gleich daneben. In der Tat erzeugen die Muster eine leichte Verwirrung beim Betrachter. Quasikristalline Mosaike sind auch auch auf dem Portal des nordwestlichen Iwans der Freitagsmoschee zu sehen. Teile dieses grossartigen Bauwerks, das ein lebendes Museum darstellt und 1300 Jahre islamische Architektur dokumentiert, wurden von dem grossen Mathematiker, Astronomen und Poeten Omar Khayyam (st. 1131) zur Zeit der Seldschuken konstruiert. Man sollte also nicht allzu bereitwillig der ZEIT oder auch den Autoren des Science-Artikels Glauben schenken, die behaupten, den islamischen Baumeistern sei die komplizierte Mathematik hinter diesen so genannten Ghiri-Kacheln nicht bekannt gewesen.
Warum islamische Baumeister derartige Muster entwickelten, die sich unendlich fortsetzen, ohne sich je zu wiederholen, ist relativ unklar. Denkbar wäre, dass offenkundige Perfektion der von Menschen gemachten Kunst nicht mit der Allmacht Gottes kollidieren soll. Die höher komplexen, quasikristallinen Muster sind sozusagen scheinbar fehlerhaft und offenbaren die wahre Meisterschaft erst auf den zweiten Blick.
Obwohl Iran zum Zeitpunkt meiner Reise mit einem Angriffskrieg bedroht worden war, was auch bei mir erhebliche Sorgen verursacht hatte, waren doch so viele Touristen wie immer in Esfahan. Iran selbst ist keinesfalls abgeschottet, und ich moechte allen Kultur- und Wissbegierigen den Besuch dringend empfehlen. Die Kulturschaetze aus 3-4 Jahrtausenden werden hochgeachtet und im Allgemeinen angemessen bewahrt. Das hier und anderswo verbreitete Bild einer finsteren, unzugaenglichen Diktatur laesst sich am besten durch haeufige Besuche und Informationen aus erster Hand korrigieren. Ein user des ZEIT Forums fuehlte sich beim Anblick meiner Aufnahmen der grossartigen Freitagsmoschee in Esfahan an Samarqand und Bukhara erinnert, Orte in Transoxanien, an denen Timuridische Architektur vielleicht am besten bewundert werden kann. Usbekistan ist aber, nach meiner Erfahrung, entschieden schwieriger zu bereisen, wohl nur was fuer echte Globetrotter.
Ich hatte das freundliche Angebot der ZEIT wahrgenommen und unmittelbar nach meiner Rueckkehr einen entsprechenden Reisebericht gepostet. Leider gefolgt von den ueblichen, immergleichen Hasstiraden einschlaegig bekannter user dieses Forums, was mich veranlasste, das zunaechst wieder aus dem Netz zu nehmen.
www.al-qanaa.blogspot.com

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