Mathematik

Puzzle der Unendlichkeit

© W. B. Denny

Westliche Forscher hielten sie noch vor 40 Jahren für unmöglich. Doch islamische Bauherren produzierten bereits vor einem halben Jahrtausend Muster, die niemals enden. Es ist die Ästhetik aus Tausendundeiner Nacht: Islamische Ornamente ziehen das Auge magisch an und betören den Verstand. Verschachtelte Sternformen, Rechtecke und Rhomben, durchkreuzt von schier endlos gezackten Linien – die enorme Komplexität dieser Muster scheint kaum fassbar, und trotzdem: Hinter den Ornamenten verbirgt sich strenge Mathematik, und diese hohe Kunst der geometrischen Konstruktion beschreiben amerikanische Forscher jetzt im Wissenschaftsmagazin . Bereits im 15. Jahrhundert sollen demnach Muster entstanden sein, die westliche Mathematiker vor 40 Jahren noch für unmöglich hielten: Die Motive der Ornamente wiederholen sich im Kleinen nämlich unendlich oft, im Großen jedoch nie. Wirklich gerechnet haben die mittelalterlichen Muslime dafür vermutlich nicht. Sie setzten die Muster aus wenigen, einfachen Schablonen zusammen und ließen sich allein vom Reiz der Vielfalt und ihrer Obsession für optische Symmetrien treiben.