Bioinvasion Stich in die Wabe
Asiatische Hornissen versetzen den Süden Frankreichs in Angst und Schrecken. Ist die Attacke eine Folge des Klimawandels?
Riesig sollen sie sein. Ihr Stich schmerzt angeblich, als ob einem ein Nagel in die Haut getrieben würde. Und es sind ihrer plötzlich so viele: Einem Blitz gleich ist die Hornissenspezies Vespa velutina über den Südwesten Frankreichs gekommen. 85 fußballgroße Nester zählte der französische Insektenforscher Jean Haxaire vor wenigen Tagen, allein auf der 40-Meilen-Strecke zwischen Marmande and Podensac. In ganz Aquitanien müssen es demnach längst Tausende sein, mitten im Winter - und ein Ende dieses Flächenangriffs ist nicht absehbar. Denn wie derzeit fast überall in Europa, ist es auch in den Départements deutlich wärmer als sonst. Erst am vergangenen Wochenende stieg das Thermometer auf frühlingshafte 18 Grad Celsius.
Dass das alles nicht mit rechten Dingen zugeht, hat auch die britische Presse erkannt. Die Plage sei "eine Folge des Klimawandels" bemerkt die Sun in ihrer aktuellen Ausgabe nüchtern und bereitet die Bevölkerung der Kanalinseln auf das Schlimmste vor: Frankreich ist nicht weit, der Feind hat Flügel, Briten reisen gern in die Weinregion - irgendwann könnten die Hornissenschwärme womöglich Großbritannien erreichen. So hieß es auch am Mittwoch schon im Daily Telegraph . Weit früher als das Insekt indes dürfte sich die Panik vor den Riesenhornissen auf dem europäischen Festland ausbreiten: Killerbienen, Mörderwespen, mit Stacheln ausgerüstete Insekten lösen immer wieder schlimmste Befürchtungen aus.
Aber was hat es nun mit Frankreichs Hornissenflut auf sich? Tatsächlich haben die orientalischen Viecher in der Region nahe Bordeaux nichts verloren. Die dort heimischen Hornissen gehören zur Spezies Vespa crabro, die zwar auch recht groß wird, aber bei Weitem nicht die knapp fünf Zentimeter Körperlänge und mehr als sieben Zentimeter Flügelspannweite erreicht, die ihre Verwandten aus Asien aufweist. Riesig sind sie also wirklich, diese neuen Hornissen, und französischen Experten zufolge auch zahlreich. Dass die unerwartete Plage aber eine "Strafe Gottes für die globale Erwärmung" sei, wie eine britische Satirewebsite unkt, bleibt zu bezweifeln.
Eher handelt es sich um einen - ebenso menschengemachten - Fall von Bioinvasion. Aufgefallen sind die überdimensionierten Velutina-Hornissen in Frankreich erst vor zwei Jahren, und sie erreichten den europäischen Kontinent kaum auf eigenes Betreiben hin. Entomologe Jean Haxaire, der die eingeschleppte Art in Frankreich vor einem Jahr wissenschaftlich beschrieb, hält einen Import mit Gütern oder Lebensmitteln aus China für wahrscheinlich, aber eben nicht belegt. Tatsache ist aber, dass das südeuropäische Klima den Viechern seit ihrer Landung gut bekommt. Was wohl auch am großzügigen Nahrungsangebot liegt, denn Aquitaine tischt den Hornissen ganz reichlich von ihrer Lieblingsspeise auf: die Honigbiene.
Für die südfranzösischen Imker dürfte der Bioinvasor deshalb - und angesichts seiner akuten Vermehrungsfreudigkeit - zu einem existenziellen Problem erwachsen, schafft es eine Handvoll der Riesenhornissen doch, einen Bienenstock mit vielen Tausend Honigproduzenten innerhalb kürzester Zeit zu vernichten. Nach vielen heißen Sommern und Schäden durch Pestizide blickt die Honigindustrie der Region einem weiteren düsteren Jahr mit enormen Einbußen entgegen. Bereits jetzt muss der süße Saft im Tonnenmaßstab eingekauft werden, und da das Frühjahr noch nicht einmal begonnen hat, wird sich die Situation weiter verschärfen.
Und nicht nur die Imker werden betroffen sein: Haxaire befürchtet eine generelle, nachhaltige Störung des ökologischen Gleichgewichts, zumal die orientalischen Einwanderer keinen Unterschied zwischen kommerziellen und natürlichen Wabenbewohnern machen und die Invasion in ihrem derzeitigen Ausmaß nicht mehr einzudämmen ist. Der wärmere Winter als mögliches Symptom des Klimawandels ist dabei zwar nicht Ursache, aber er wird der Zerstörung durch die Hornissenschwärme sicher Vorschub leisten.
- Datum 20.04.2007 - 03:36 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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Killerwespen, Unwetter, Klimaerwärmung suchen uns heim. Nicht zu vergessen der 'Todesstaub' der unsere Städte erstickt!
Ich wusste gar nicht wie schlecht es mir geht bevor die ganzen Alarmisten ihre ganz persönliches ABM Programm angeleiert haben.
Kriegt Euch wieder ein!
Klimaerwärmung wird jede Menge Insektenschwärme bringen. Doch keine Sorge, der Golfstrom soll ja verschwinden, dann kühlt sich's bald wieder ab.
Wir sollten den Insekten mehr Respekt zollen. Denn schließlich werden sie es sein die die Menscheit überleben. Es sind die zukünftigen Herrscher über die Erde wenn die Menschheit endlich abgetreten ist.
wenn wirklich honigbienen die lieblingsspeise dieser hornissen darstellen, dann besteht allerdings anlaß zur sorge.
auf den honig mag man ja verzichten wollen, daß die hornissen jedoch die überaus wichtige bestäubungsfunktion der bienen übernehmen ist nicht anzunehmen.
wir sollten uns an unseren sexualkundeunterricht erinnern.
.. ja, fürchtelich!
Und wenn es dann noch dazu kommt, dass Einheimische und Touris und ... in dem Parfüm-Garten der Erde in ihren Blechkisten und Eisenkartons rumdonnern und jährlich 6000 Menschlein zermatschen, die selbst in den Operationssälen nicht mehr zusammengeflickt werden können - dann: Oh, vernehmt diesen Jammer-Ruf:
Das Ende der französischen Show-Provinze mit Lavendel, Lust der Mägen und Liebereien ist nah, äh: ist schon da!
dürfen wir den Hornissen doch zu Leibe rücken.
Funktoniert eigentlich dieser von pro-idee angebotene wave-attack bei Hornissen?
Im letzten Jahr mußte ich aber auch eine kleine Invasion von wohl normalen Hornissen an meinem Kompost in Südniedersachsen feststellen.
...so in etwa könnte der Artikel in einer bekannten Zeitung lauten, deren Niveau sich die ZEIT immer mehr nährt.
Wer hat bloss diesen Artikel recherchiert? Ich möchte seinen Job und sein Geld! Die beschriebenen Riesenhornissen gibt es - aber nicht in Frankreich. Die, als Monsterhornisse beschriebene, Vespa velutina ist nicht wesetlich größer als bekannte in Deutschland vorkommende Wespenarten. Sie ist deutlich kleiner als die uns bekannte Hornisse (Vespa crabo) und sie ist bedeutend kleiner als die asiatische Riesenhornisse (Vespa mandarinia) - die jedoch wirklich über 5 cm gross werden kann. Koordiniertes Jagdangriffe auf ganze Bienenstöcke gibt es nur bei Vespa mandarinia. Die französische Neubürgerin Vespa velutina fängt lediglich auch mal Bienen. Wir lesen hier also beste Panikmache in Art der Regenbogenpresse, aus der dieser Artikel auch sicherlich ungeprüft übernommen wurde. Weiter so - auf dem Weg zu bildhafter Darstellung!
Weiter so!
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