Bioinvasion Stich in die WabeSeite 2/2

Bleibt die Frage nach der Gefahr für den Bevölkerung, die zum Glück etwas weniger erschreckend ausfällt. Vespa velutina mag größer als die europäische Standardhornisse sein, aber sie ist auch deutlich scheuer. Solange man den Nestern nicht zu nahe kommt - sie sehen aus wie graue Pappmachee-Klumpen und werden so groß wie Luftballons - interessieren sich die stachelbewehrten Insekten nicht für Menschenfleisch.

Wer trotzdem gestochen wird, macht eine schmerzhafte Erfahrung ohne größere Folgen: Das Gift, das nur weibliche Hornissen über ihren langen, widerbehakten Stachel in den Feind pumpen, enthält viel Acetylcholin, einen Botenstoff unseres Nervensystems. Das verhilft dem Stich zu spürbarer Präsenz, macht ihn im Vergleich zum Pieks einer Biene aber auch weniger gefährlich. Tierversuche lassen mutmaßen, dass bis zu 150 Stiche je Kilo Körpergewicht nötig wären, um einen Menschen zu töten. Selbst ein wenige Monate alter Säugling müsste demnach viele Hundert Hornissenstiche kassieren, um in Lebensgefahr zu geraten.

Vorsicht ist dennoch angesagt. Wer eine Reise nach Bordeaux oder in andere beliebte Ecken von Aquitaine plant, sollte sich vorab gründlich über das richtige Verhalten gegenüber Bienen und Hornissen informieren und Kleinkinder vor Ort nicht allein davonstürmen lassen. Allergiker sollten trotz der anderen Zusammensetzung des Gifts ebenfalls große Vorsicht walten lassen. Und schließlich bleibt der Rat: Souvenirs gründlich auf blinde Passagiere überprüfen! Auch deutsche Imker wären über eine eingeschleppte Hornissenplage kaum erfreut.

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Leser-Kommentare
  1. Killerwespen, Unwetter, Klimaerwärmung suchen uns heim. Nicht zu vergessen der 'Todesstaub' der unsere Städte erstickt!

    Ich wusste gar nicht wie schlecht es mir geht bevor die ganzen Alarmisten ihre ganz persönliches ABM Programm angeleiert haben.

    Kriegt Euch wieder ein!

  2. Klimaerwärmung wird jede Menge Insektenschwärme bringen. Doch keine Sorge, der Golfstrom soll ja verschwinden, dann kühlt sich's bald wieder ab.

  3. Wir sollten den Insekten mehr Respekt zollen. Denn schließlich werden sie es sein die die Menscheit überleben. Es sind die zukünftigen Herrscher über die Erde wenn die Menschheit endlich abgetreten ist.

    • keox
    • 22.02.2007 um 20:14 Uhr

    wenn wirklich honigbienen die lieblingsspeise dieser hornissen darstellen, dann besteht allerdings anlaß zur sorge.

    auf den honig mag man ja verzichten wollen, daß die hornissen jedoch die überaus wichtige bestäubungsfunktion der bienen übernehmen ist nicht anzunehmen.

    wir sollten uns an unseren sexualkundeunterricht erinnern.

  4. .. ja, fürchtelich!
    Und wenn es dann noch dazu kommt, dass Einheimische und Touris und ... in dem Parfüm-Garten der Erde in ihren Blechkisten und Eisenkartons rumdonnern und jährlich 6000 Menschlein zermatschen, die selbst in den Operationssälen nicht mehr zusammengeflickt werden können - dann: Oh, vernehmt diesen Jammer-Ruf:

    Das Ende der französischen Show-Provinze mit Lavendel, Lust der Mägen und Liebereien ist nah, äh: ist schon da!

    • uff
    • 27.02.2007 um 14:12 Uhr

    dürfen wir den Hornissen doch zu Leibe rücken.
    Funktoniert eigentlich dieser von pro-idee angebotene wave-attack bei Hornissen?
    Im letzten Jahr mußte ich aber auch eine kleine Invasion von wohl normalen Hornissen an meinem Kompost in Südniedersachsen feststellen.

  5. ...so in etwa könnte der Artikel in einer bekannten Zeitung lauten, deren Niveau sich die ZEIT immer mehr nährt.
    Wer hat bloss diesen Artikel recherchiert? Ich möchte seinen Job und sein Geld! Die beschriebenen Riesenhornissen gibt es - aber nicht in Frankreich. Die, als Monsterhornisse beschriebene, Vespa velutina ist nicht wesetlich größer als bekannte in Deutschland vorkommende Wespenarten. Sie ist deutlich kleiner als die uns bekannte Hornisse (Vespa crabo) und sie ist bedeutend kleiner als die asiatische Riesenhornisse (Vespa mandarinia) - die jedoch wirklich über 5 cm gross werden kann. Koordiniertes Jagdangriffe auf ganze Bienenstöcke gibt es nur bei Vespa mandarinia. Die französische Neubürgerin Vespa velutina fängt lediglich auch mal Bienen. Wir lesen hier also beste Panikmache in Art der Regenbogenpresse, aus der dieser Artikel auch sicherlich ungeprüft übernommen wurde. Weiter so - auf dem Weg zu bildhafter Darstellung!
    Weiter so!

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