Italien Römische Commedia dell'ArteSeite 2/2

Romano Prodi wollte über diesem "teatrino" eigentlich ein für allemal den Vorhang senken. Dass ihm das nicht gelingt, liegt auch an der absurden Wahlrechtsänderung, die Berlusconi kurz vor seiner Abwahl aus Angst vor einem allzu hohen Wahlsieg der linken Mitte noch durchgesetzt hatte.

Damit wurde die Position der Kleinstparteien gestärkt und langfristige Stabilität verhindert. Prodi muss mit neun Parteien regieren, darunter zwei kommunistische und solch exotische Gruppierungen wie "Italien der Werte" und "Demokratische Union für Europa". Ständig schert eine dieser Gruppen, die um ihre wenigen Hunderttausend Wähler kämpfen und deshalb Eigenständigkeit beweisen muss, aus der Koalitionspolitik aus.

Mit seinem Rücktritt hat Romano Prodi eine Kraftprobe eröffnet, die er aller Voraussicht nach diesmal noch gewinnen wird. Erschrocken über die reale Möglichkeit des Machtverlusts haben alle Partner ihm ihr Vertrauen ausgesprochen, den beiden abtrünnigen kommunistischen Senatoren, die mit ihrer Enthaltung die Krise provozierten, drohen Parteiausschlussverfahren.

Es wird also weitergehen – bis zur nächsten Krise, bis zum nächsten Stück der commedia . Um das wenigstens langfristig zu verhindern, wäre eine Reform des Wahlrechts dringend geboten. Aber auch dazu bräuchte Prodi erst einmal eine stabile Mehrheit.

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