Worum geht es?

Objekt der Begierde ist der „Klerus Pokal", der eigens für diesen Anlass gefertigt wurde. Ein silberner Ball, groß wie eine Bibel, verziert mit kleinen Füßchen und einem Heiligschein. Leicht könnte man ihn auch für ein Requisit aus einer Vatikan-Komödie halten.

Hat der Apostolische Palast jetzt erst das runde Leder entdeckt?

Fußball wird im Vatikan schon länger gespielt. Unter Johannes Paul II. hat sich im Kirchenstaat eine durchaus lebendige Fußballkultur entwickelt. Neu beim Klerus Cup: Auch Priester dürfen jetzt ausdrücklich mitspielen.

Wer tritt überhaupt an?

Insgesamt kämpfen 16 Mannschaften um den himmlischen Pott, überwiegend gestellt von den zahlreichen Priesterseminaren und Universitäten Roms. Aber auch andere Team, etwa der Kurienklerus oder die Schweizer Garde, wollen ganz oben mitmischen. Das Spielerensemble ist hochgradig international besetzt. Kicker, männliche wohlgemerkt, aus über fünfzig Ländern nehmen Teil.

Was sagen die Buchmacher?

Zu den Favoriten zählen die Museumswärter der Sixtinischen Kapelle. Sie haben vor wenigen Monaten das letzte wichtige vatikanische Turnier gewonnen. Mit einem deutlichen 2:0 besiegten sie die Steinmetze der „Fabbrica di San Pietro". Auch die Brasilianer im päpstlichen Kolleg werden hoch gehandelt.

Wann geht’s los und wo wird gespielt?

An diesem Wochenende, pünktlich zur Passionszeit, ist Saisonauftakt. Das Eröffnungsspiel bestreiten die brasilianischen Gregorianer und die Ordensschüler der Mater Ecclesiae. Bis Juni ermitteln die Teams in zwei Runden den Sieger. Gespielt wird außerhalb des Vatikans: auf Fußballplätzen nahe des Petersdoms. Das Land ist zu klein für ein ligataugliches Stadion.

Gelten die gleichen Regeln wie beim DFB?

Nicht ganz. Die Spiele sind kürzer als regulären Fußballpartien. Nur für eine Stunde gehen die Gebetsbrüder auf Torejagd: zwei Mal dreißig Minuten. So können ältere Geistliche besser mitkicken. Pro Halbzeit darf jedes Team eine Auszeit nehmen und zwei Minuten verschnaufen. Zusätzlich zu den üblichen gelben und roten Karten kann der Schiedsrichter auch blaue Karten zücken. Sie verbannen einen Spieler bei schweren Regelverstößen für fünf Minuten an den Spielfeldrand.

Was ist verboten?

Fair Play ist der Leitgedanke des Klerus Cups. Kritik am Schiri, Unmutsäußerungen jeglicher Art, Flüche gar - all das ist ausdrücklich untersagt. Streng verboten auch: Spiele am Sonntag. Na, und über Sex vorm Spiel wollen wir hier lieber gar nicht erst reden ...