Die Menschheit hat nach Ansicht führender Wissenschaftler nicht einmal mehr 15 Jahre Zeit, um eine unumkehrbare Klimakatastrophe zu verhindern. Dies geht aus dem noch unveröffentlichten dritten Teil des Weltklimaberichtes der Vereinten Nationen hervor, aus dem verschiedene Zeitungen zitierten. Völker, hört die Signale! Die UN hat einen erneuten Weckruf gestartet

Wenn der Ausstoß von Treibhausgasen nicht spätestens bis zum Jahr 2020 substanziell abnähme, werde die Erderwärmung nicht mehr zu stoppende Prozesse in Gang setzen, heißt es in dem Bericht. Dazu gehöre das Abschmelzen der Eisschilde in Grönland und die Übersäuerung der Ozeane.

Der Bericht empfiehlt eine „Multi-Gas-Strategie". Die Weltgemeinschaft dürfe sich bei der Gefahrenabwehr nicht nur auf das klimaschädliche Kohlendioxid (CO2) konzentrieren. Auch die Zunahme von Methan, Lachgas und anderen Treibhausgasen in der Atmosphäre müsste eingedämmt werden. Damit sind fortan nicht mehr nur Autos und Kernkraftwerke im Fadenkreuz der Klimaforscher. Methan etwa stammt zu einem Großteil aus Viehhaltung und Stickstoffdüngung in der Landwirtschaft.

Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre sollte maximal auf einem Niveau von höchstens 420 Anteilen pro einer Million Luftmoleküle (ppm) stabilisiert werden. Aktuell betrage dieser Wert aber schon 383 ppm, und jährlich kämen aktuell 2,5 ppm hinzu. Daher die eindringliche Warnung des Klimarates: Diese Zielmarke und damit ein Stopp der globalen Erwärmung sei „nur in den stringentesten Szenarien" überhaupt noch zu erreichen.

Das von den Vereinten Nationen beauftragte Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) schlägt nun ein ganzes Bündel von Maßnahmen vor. Dazu gehören der verstärkte Einsatz von Biokraftstoffen, Hybridfahrzeuge, neue Atomkraftwerke, aber auch die Umstellung des Reisanbaus auf Sorten, die nicht mehr im Wasser wachsen müssen. Dadurch würde weniger klimabelastendes Methan erzeugt.

Beim Kohlendioxid „sind die jährlichen Zuwachsraten im Zeitraum von 2000 bis 2005 höher als in den 90er Jahren", schreiben die IPCC-Autoren. Sie legen dar, dass der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen seit 1970 um mehr als 50 Prozent zugenommen hat. Die Emissionen von CO2 sind seither sogar um rund zwei Drittel gestiegen. Knapp 60 Prozent Anteil haben daran die Industrieländer - obwohl sie nur ein Fünftel der Weltbevölkerung stellen.

Mit dem ersten Teil des Weltklimaberichtes hatte das von den Vereinten Nationen beauftragte IPCC bereits Anfang Februar eine globale Diskussion ausgelöst. Während im ersten Teil die Erkenntnisse über die physikalischen Grundlagen des Klimawandels dargelegt wurden, trägt der dritte Teil wissenschaftliche Erkenntnisse darüber zusammen, wie sich die Folgen des Klimawandels abmildern lassen. Er soll Anfang Mai vorgelegt werden.

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