Gesundheit Streit um die Raucher-Ecke

Die Gesundheitsminister der Länder treffen sich zum Nichtrauchergipfel - und streiten über das künftige Rauchverbot in Gaststätten. Niedersachsen und Thüringen fordern Ausnahmen

In dieser Berliner U-Bahn-Station ist Rauchen schon verboten

In dieser Berliner U-Bahn-Station ist Rauchen schon verboten

Über eines immerhin sind sich die Landesminister weitgehend einig: In Bildungs- und Kultureinrichtungen, Krankenhäusern, Behörden und öffentlichen Verkehrsmitteln soll Rauchen künftig verboten sein. Für Kneipen und Restaurants ist hingegen eine bundeseinheitliche Regelung nicht in Sicht, trotz intensiver Vorgespräche.

Zwar hatte eine von den Ländern eingesetzte Expertengruppe dafür plädiert, das Rauchen in Gaststätten nur in separaten, geschlossenen Raucherzimmern zu erlauben. Doch zwei Ministerpräsidenten fordern nun Ausnahmeregelungen.

So will Niedersachsen es den Gastwirten freistellen, ihr Lokal durch Kennzeichnung mit einem "R" zu einem Raucherlokal zu erklären. Ministerpräsident Christian Wulff beschwichtigte allerdings sogleich: "Davon wird der Großteil der Gastronomen keinen Gebrauch machen." Aus seiner Sicht würden dies allenfalls kleinere Eckkneipen nutzen. Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus hält vor allem ein Rauchverbot in Kneipen auf dem Land mit nur einem Gastraum für "problematisch".

Die endgültige Entscheidung dürfte erst am 22. März fallen, wenn die Ministerpräsidenten der Länder sich treffen. Seit der Föderalismusreform sind die Bundesländer für das Gaststättenrecht zuständig, eine Regelung der Bundesregierung war deshalb im Dezember gescheitert.

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Leser-Kommentare
    • gtem
    • 23.02.2007 um 9:42 Uhr

    Wer jemals in Irland, Italien oder auch Australien gereist ist, weiß die Vorzüge qualmfreier Restaurants und Kneipen sehr zu schätzen. Ich bin immer wieder fassungskos über die Ignoranz, Unvernunft und unsachlichen Agumente unserer Politiker. Einbrüche in der Gastronomie hat es in den betreffenden Länder eben nicht gegeben! Sind unsere Nachbarn etwa gefragt worden? Und die Tabaksteuer wird locker von den Folgekosten des Rauchens aufgefressen. Was muss eigentlich noch alles passieren? Außerdem erhalte ich als Nichtraucherin KEINE Wahlfreiheit. ich kann nur als Alternative zu Hause bleiben, ein süchtiger Raucher kan vor die Tür gehen... besonders schlimm finde ich die Ausnahmeregelungen, die unsere Politiker durch gute Lobbyarbeit beschließen wollen. Nirgendwo sonst in Europa rauchen so viele Kinder und Jugendliche - auch kein Argument? Die -sehr gemütlichen, aber verqualmten - Kneipen in meinem Viertel meide ich und warte auf die warme Jahreszeit, in der ich draußen sitzen kann. Ich genieße dagegen inzwischen das 'Classico', ein rauchfreies Restaurant/Café in Bremen direkt am Rathausplatz! Der Zulauf aller! Altersgruppen ist enorm. Die große Mehrheit in Deutschland möchte sogar Rauchreiheit Der Schutz unserer Kinder sollte uns ausserdem bedeutend mehr Wert sein als alle Lobbyarbeit, 'liebe' Politiker! Wie können diese mit ihren Entscheidungen gegen unsere Gesundheit nur leben?Warum eiern wir Deutschen nur so herum bei sachlich eindeutigen Entscheidungen?

    Ich möchte endlich ohne Gesundheitsgefährdung und stinkende Kleidung, Haare, ... auch im Winter ausgehen können!

    • Fugo
    • 23.02.2007 um 12:02 Uhr

    Da haben es sich die Unionisten wieder leicht gemacht. Aus Angst vor Verärgerung potenzieller Wählerschichten werden vernünftige und dringend benötigte Massnahmen nicht getroffen. Wie beim Tempolimit, dem Klimaschutz e.a. Feigheit vor dem Wähler ist leider kein Straftatsbestand, aber tote Wähler können auch nicht mehr zur Urne gehen.

  1. Das Deutsche Krebsforschungszentrum kam 2005 zu dem Ergebnis, dass
    Tabakrauch in Innenräumen keine Belästigung, sondern eine Gesundheitsgefährdung mit Todesfolgen ist.
    Leider pflegen offensichtlich noch immer viele Abgeordneten die Nähe zur Tabaklobby oder ihre eigene Nikotinsucht, sodass nur halbherzige Versuche unternommen werden einen wirksamen Nichtraucherschutz durchzusetzen.
    Es ist sehr lobenswert Rauchverbote in Bahnhöfen oder Nahverkehrsmittel durchzusetzen, nur existieren sie schon weitgehend. In Bahnhöfen darf entweder überhaupt nicht oder nur an vorgegebenen Stellen geraucht werden, das gleiche gilt für die Bahn.
    Es geht nicht darum das Rauchen überhaupt zu verbieten, sondern nur Nichtraucher vor dem Qual zu schützen. Von daher können Raucher meinetwegen gerne in getrennten Abteilen rauchen.
    Wer jemals versucht in einem vollen ICE einen Platz zu reservieren, wird feststellen, dass es nur noch Sitzplätze im Raucherabteil gibt, nicht einmal Raucher sitzen gerne in den verqualmten Wagons, sie buchen in einem anderen Teil des Zuges und pilgern gelegentlich in die verräucherten Wagons.

    Die Politiker versuchen jetzt offensichtlich den Nichtraucherschutz nur in Bereichen durchzubringen, in denen er schon lange existiert. Die Bahn und Fluggesellschaften waren da offensichtlich sehr viel schneller. Auch die meisten Arbeitgeber haben Schutzmassnahmen für ihre nichtrauchende Mitarbeiter eingeführt.
    Jetzt ist es an der Zeit den Nichtraucherschutz auch in Gaststätten durchzusetzen, denn eine Gesundheitsgefährdung mit Todesfolge sollte nicht nur außerhalb von Deutschland verboten sein.
    Vielleicht werden die Restaurantbesitzer überrascht sein, wie viel neue Gäste sie bekommen. Es gibt schließlich viele Menschen, die wie „gtem“ darauf verzichten in vollgequalmten Räumen ihre Freizeit zu verbringen.

  2. Ein weiteres trauriges Beispiel von politischem Aktivismus. Würde es wirklich darum gehen Nichtraucher zu schützen ginge es ganz einfach über eine schmerzhafte Erhöhung der Tabaksteuer, aber dann wären ja Steuerausfälle zu befürchten, die Bürger würden länger im Durchschnitt leben und mehr Rente beanspruchen. Von daher sind Zigaretten ein Segen für unser Rentensystem.

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