Der deutsche EADS-Vorstandsvorsitzende Thomas Enders hat die Gewerkschaften eindringlich vor einem Streik in den Airbus-Werken gewarnt. "Wir sind in diesem Punkt hochverwundbar", sagte Enders der Zeitschrift Focus . Angesichts voller Auftragsbücher und festgelegter Liefertermine dürfe es zu keinen Produktionsausfällen kommen: "Längere Streiks würden uns empfindlich treffen und noch weiter zurückwerfen. Das kann nicht im Sinne der Beschäftigten sein."

Enders sagte, es gebe keinen Grund, über Schließungen von Werken zu spekulieren: "Wir machen keine Standorte platt, wir entlassen niemanden, wir steuern nur um." Für die betroffenen Werke könne es eine Chance sein, wenn sie nicht mehr im Airbus-Verbund sind: "Sie können dann auch für andere Auftraggeber arbeiten, etwa für Boeing. Es muss in diesen Werken niemand Angst haben."

Enders räumte Fehler von Managern beim Flugzeugbauer ein: "Fakt ist: Es sind in den vergangenen Jahren gravierende Managementfehler gemacht worden", sagte er. Dies sei beim Großraumflieger A380 geschehen, der deshalb verspätet ausgeliefert werden muss. "Aber auch bei den Kosten sowie der Integration der nationalen Standorte zu einem europäischen Unternehmen", sagte Enders. "Da sind viele Hausaufgaben nicht gemacht worden, und das hat im vergangenen Jahr auch einige Manager-Köpfe gekostet."

Kritisch beurteilte Enders die Doppelspitze mit seinem französischen Co-Chef: "Ich verteidige unsere Doppelspitze nicht. Sowohl Louis Gallois als auch ich wären jeweils lieber der alleinige Chef im Ring." Sie müssten aber akzeptieren, dass sich die Anteilseigner für eine andere Konstellation entschieden haben.

Enders sprach sich für den Ausstieg von staatlichen Aktionären bei EADS aus: "Ich würde mir ein Unternehmen ohne staatliche Beteiligung wünschen."