Internet-Flatrate »Ich wollte keine Firma, sondern eine Bewegung«Seite 2/2
ZEIT: Allein die Gebühren? Haben sie noch weitere Einnahmequellen?
Varsavsky: Im Moment noch nicht, aber wir denken über verschiedene Modelle nach. Zum Beispiel könnten wir zusammen mit Google Nutzer umsonst über unser Funknetz surfen lassen, wenn sie sich dabei Werbung ansehen. Eine zweite Einnahmequelle könnte der Verkauf von Routern sein. Im Moment subventionieren wir sie noch, aber wenn wir die Produktionskosten weiter senken, könnten wir sie profitabel verkaufen. Fon könnte auch ein Netz für internetfähige Musik-Abspielgeräte und für tragbare Spielekonsolen werden. Noch gibt es keine Vereinbarung, aber theoretisch wäre es möglich, dass die Hersteller dieser Geräte dafür bezahlen, dass ihre Kunden über Fon surfen dürfen. Oder Nutzer der Geräte zahlen selber eine Jahresgebühr. MP3-Player sind heute die beliebtesten tragbaren Geräte auf der Welt. Damit könnten wir viel Geld verdienen.
ZEIT: Ihre Hauptinvestoren sind der Internet-Telefonanbieter Skype und die Suchmaschine Google. Wenn Fon ein globales WLAN aufbaut, dann können Skype-Telefone herkömmliche Mobiltelefone ersetzen, das leuchtet ein. Aber wieso investiert Google?
Varsavsky: Anders als bei Skype gibt es kein spezielles Produkt, dass Google über Fon verkaufen kann. Ihnen gefiel einfach unsere Idee. Außerdem ist Google im Internet mittlerweile so wichtig, dass sie ein generelles Interesse daran haben, dass es wächst – und wenn Fon erfolgreich ist, benutzen Menschen das Internet nicht mehr nur zu Hause und im Büro, sondern überall. Das bedeutet für Google automatisch: mehr Besuche, mehr Suchanfragen und mehr Zuschauer für Werbung.
ZEIT: Wie geht es weiter mit Fon?
Varsavsky:
Ende 2008 möchten wir weltweit eine Million Nutzer haben, die zur Fon-Gemeinschaft gehören. Unser Endziel sind drei Millionen lokale Funknetze, über die man sich ins Internet einwählen kann – je eine Million in Asien, Europa und den USA. Wenn wir da angelangt sind, ist unsere Arbeit getan. Dann haben wir in allen größeren Städten ein flächendeckendes Netz. In einem Land wie Deutschland reichen dazu schon einige hunderttausend Fonspots. Das ist machbar.
Die Fragen stellte Chris Köver
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