Unsere Computer sind schnell. Verglichen mit der Gigahertz-Taktfrequenz eines Prozessors muten die 90 Herzschläge pro Minute, die der menschliche Körper in Ruhe vollbringt, archaisch an. Ein Vergleich: 1990 wartete ein Computer auf den Tastendruck eines Menschen so lange, wie ein Mensch still und unbeweglich darauf harren müsste, dass der Zweig eines Baumes ihm entgegenwächst. Inzwischen hat sich die Geschwindigkeit der elektronischen Rechenwerke zumindest verzweihundertsechsundfünfzigfacht. Und sie nimmt weiter zu. © David Paul Morris/Getty Images

Dass das menschliche Denken überhaupt noch konkurrenzfähig ist, liegt zuerst an der Perfektion der biologischen Systeme, die im Gehirn 100 Milliarden Zellen über eine Billiarde Verbindungen (zumeist) sinnvoll organisieren.

Im Vergleich dazu wiederum ist der Stand der Rechentechnik bescheiden: Nur 29.000 Transistoren arbeiteten im Urahn Intel 8086 . Im Intel Pentium II - 17 Jahre später - waren es bereits neun Millionen. Heute werden im Flagschiff Intel Core 2 Duo 291 Millionen Transistoren verbaut.

Nun ist ein Transistor keine Nervenzelle. Nur ein Eingang und ein Ausgang stehen den Daten zur Verfügung, hinzu kommt eine Leitung zur Steuerung des Stroms. Die Aussage eines Transistors lautet '1' - oder '0', wenn er schweigt.

Die Nervenzelle dagegen hat sehr viele Synapsen, um sich mitzuteilen. Gleichzeitig kann sie tausendfach 'Nein' und tausendfach 'Ja' sagen und auf ebenso viele Signale abgestuft reagieren. Gerade bei überlebenswichtigen Aufgaben wie der Mustererkennung für Sehen oder Hören, beim Verstehen von Sprachen oder dem kreativen Malen eines Bildes ist das biologische Verfahren den elektronischen noch weit voraus.

Doch das Gehirn hat eine Schwäche im Wettkampf mit der Technik: Es entwickelt seine Kapazität nicht weiter - zumindest nicht in erlebbaren Zeiträumen.