Fußballer verdienen viel, ja sehr viel Geld. Wenn ein Profikicker pro Woche deutlich mehr Gehalt bekommt als ein deutscher Durchschnittsverdiener im ganzen Jahr, ist es für all jene ein gefundenes Fressen, die im Profifußball Gehaltsobergrenzen fordern. Tatsächlich denken unter anderem die Uefa und die Europäische Union gemeinsam über eine praktikable Lösung für so genannte "Salary Caps" nach.

In der Diskussion geht es um zweierlei: Erstens um Neid, zweitens um die Sorge, die europäischen Ligen würden weiter an Spannung verlieren, wenn die reichsten Vereine Europas die besten Spieler ungehindert mit exorbitanten Gehältern locken können. Der Neidaspekt zielt auf die sozialen und gesellschaftlichen Aufgaben des Sports. Da passt in den Augen kritischer Beobachter ein mehrfaches Millionengehalt für einen jungen Sportler oftmals nicht zu sinkenden Realeinkommen von anderen Berufsgruppen.

Der aus sportökonomischer Sicht interessantere Aspekt ist jedoch, dass eine Gehaltsobergrenze die Wechselwilligkeit der Spieler einschränken soll. Verbunden mit dieser Überlegung ist die Hoffnung, dass die besten Spieler nicht allesamt bei den zahlungskräftigsten Klubs anheuern. Dadurch soll die sportliche Ausgeglichenheit der Ligen und ein hohes Maß an Spannung sichergestellt werden. Aber sind diese Hoffnungen berechtigt? Welche Auswirkungen hätten Gehaltsobergrenzen, die in den amerikanischen Teamsportarten durchaus üblich sind, tatsächlich?

Wenn Gehälter frei ausgehandelt werden, dann wechseln Spieler zu dem Verein, der das höchste Gehalt zahlt. Die besten Profis würden also von den finanzkräftigsten Clubs unter Vertrag genommen. Nimmt man an, dass sportliche Qualität der Fußballer den sportlicher Erfolg der Mannschaft sichert, dann würde der zahlungskräftigste Verein auch den größten sportlichen Erfolg verbuchen. Die Spirale aus mehr Geld und mehr Erfolg soll mit Gehaltsobergrenzen durchbrochen werden. Wenn das Konzept aufgeht, würden Stars also auch bei sportlich bislang weniger erfolgreichen Mannschaften unter Vertrag bleiben, weil ihnen ein Wechsel zu anderen Vereinen finanziell keine besseren Perspektiven bietet.

So weit die Theorie. Der Haken dabei ist, dass der Zusammenhang zwischen finanzieller und spielerischer Stärke nicht automatisch gegeben ist. Zudem liefern Studien über die amerikanischen Profisportligen keinen Beweis für den erhofften Mechanismus. Eine Zunahme der sportlichen Ausgeglichenheit durch Gehaltsobergrenzen lässt sich nicht nachweisen.