Klimawandel Historische Weltrettung
Bis zu 80 Prozent weniger CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050 – dieses Ziel und weitere will Kanzlerin Merkel Europa auf dem nahenden EU-Gipfel abringen
Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigt in der Montagsausgabe der Süddeutschen Zeitung an, man werde "einen Aktionsplan für Klimaschutz und Energiepolitik" verabschieden, und zwar so konkret, wie es ihn in der Geschichte der Europäischen Union noch nicht gegeben habe. Die Außenminister der Europäischen Union treffen sich schon an diesem Montag in Brüssel, um den Klimaschutz-Kompromiss der 27 Staats- und Regierungschefs vorzubereiten. Eine endgültige Einigung aoll aber erst auf dem Gipfel zu erwarten sein, der am Donnerstag beginnt.
Mit dem Aktionsplan würden nach Aussage von Angela Merkel "zum ersten Mal Einzelziele festgelegt, mit denen man die Gesamtverpflichtungen zur Minderung der Treibhausgase bis 2020 umsetzen kann". Es gebe inzwischen "ein gemeinsames Grundverständnis in der Europäischen Union, dass wir eine Vorreiterrolle in der Welt einnehmen müssen, wenn wir auch international die Verpflichtingen anderer Länder wie der USA, China und Indien einfordern wollen".
Das Handelsblatt berichtet am Montag unter Berufung auf einen 15-seitigen Entwurf der Gipfel-Erklärung, dass die deutsche Ratspräsidentin eine Reduzierung der CO2-Emissionen der Industriestaaten bis 2050 um 60 bis 80 Prozent vorsieht. Schon bis zum Jahr 2020 soll die EU ihren Ausstoß an Treibhausgasen demnach um 30 Prozent gegenüber 1990 senken. Stimmt der Gipfel zu, will die deutsche G8- Präsidentschaft die Forderung auch auf dem Weltwirtschaftsgipfel im Juni vertreten.
Allerdings konnte Berlin keine 20-prozentige Senkung der Emissionen als verbindliche Mindestforderung für alle EU-Staaten durchsetzen. Im Entwurf soll nur noch von einer "entschiedenen Festlegung" die Rede sein. Etliche EU-Staaten hätten gegen verpflichtende Reduktionsziele sowie eine genaue nationale Zuweisung protestiert und auf regionale Besonderheiten verwiesen, schreibt das Handelsblatt .
Auch ein EU-Diplomat in Brüssel kündigte für das Gipfeltreffen "ganz konkrete und sehr ehrgeizige Beschlüsse" zum Thema Klimaschutz an. Er räumte allerdings ein, dass es noch erhebliche Differenzen zwischen den EU-Regierungen gibt. Dabei gehe es vor allem um die Frage, wie verbindlich das Ziel eines 20-prozentigen Anteils erneuerbarer Energien am Energieverbrauch des Jahres 2020 festgeschrieben werden soll.
Mehrere Regierungen fürchten, dass die EU in ihre Entscheidungsfreiheit über den "Energiemix" eingreifen will. So betont Frankreich, entscheidend sei die Verringerung des Ausstoßes von Kohlenstoffdioxid: Ob dies durch Kernkraft oder erneuerbare Energien geschehe, müsse den jeweiligen Regierungen überlassen bleiben. Neue, wirtschaftlich weniger entwickelte Mitgliedstaaten aus dem einstigen Ostblock argumentieren den Angaben von Diplomaten zufolge, sie könnten die Emissionen nicht so stark wie die reicheren Alt-Mitglieder verringern.
- Datum 04.03.2007 - 10:32 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT online
- Kommentare 4
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





die Bedrohung der Welt, also unserer Menschenwelt geht ja doch nicht nur vom Klima aus, scheint mir, wie die heutigen Meldungen über die Erneuerung der US-Atomwaffen und die 17prozentige Steigerung des chinesischen Militärhaushaltes uns ja doch klar zeigen. Hier wären, theoretisch zumindest, ja relativ rasch erhebliche Einsparungen von Material und Technik allein durch eine kluge UN-Reform machbar. Sicherheit kommt bei uns ja eben vor Umweltschutz, und diese mit möglichst wenig Waffen, deutlich weniger als derzeit jedenfalls, zu erreichen, allein durch eine grundlegende globale Strukturreform eben, das könnte, neben der Verhinderung ihres Einsatzes natürlich, der wohl wirksamste Beitrag auch zum Umweltschutz sein. Und der wäre wirklich relativ einfach machbar und eben auch eine Grundvoraussetzung für den wirksamen Umweltschutz im globalen Maßstab.
Also. Vielleicht sollte man hier mal die Prioritäten richtig setzen!
Und die Gründe sind sogar einfach verständlich:
- Die Weltbevölkerung nimmt immer noch stark zu
- Die Globalisierung macht das in den westlichen Industrienationen erreichte Wohlstandsniveau transparent - alle Erdenbürger wollen auf dasselbe Niveau kommen, d.h. der Energie- und Rohstoffkonsum pro Kopf nimmt ebenfalls stark zu.
- Leider sind sowohl die heutigen Hauptenergiequellen (Kohle, Öl, Gas, Uran) sowie die Kapazität unserer Abfalllager (Luft, Wasser, Boden) stark begrenzt und letzteres scheint frühzeitiger kritisch zu werden als ersteres.
- Wird nicht massiv in Erneuerbare Energieträger und effiziente Energienutzung umgesteuert, drohen entweder weitere Rohstoffkriege, starke Wanderungsbewegungen oder politische Instabilitäten durch abrupte Verknappung noch nicht ersetzter Energieträger und Rohstoffe. Insofern ist die Überschrift passend gewählt - nur, inwieweit die Rettung gelingt, ist noch unklar. Beruhigend ist, dass die massiven Probleme nun endlich von einer 'kritischen Masse' gesehen werden.
Und die Gründe sind sogar einfach verständlich:
- Die Weltbevölkerung nimmt immer noch stark zu
- Die Globalisierung macht das in den westlichen Industrienationen erreichte Wohlstandsniveau transparent - alle Erdenbürger wollen auf dasselbe Niveau kommen, d.h. der Energie- und Rohstoffkonsum pro Kopf nimmt ebenfalls stark zu.
- Leider sind sowohl die heutigen Hauptenergiequellen (Kohle, Öl, Gas, Uran) sowie die Kapazität unserer Abfalllager (Luft, Wasser, Boden) stark begrenzt und letzteres scheint frühzeitiger kritisch zu werden als ersteres.
- Wird nicht massiv in Erneuerbare Energieträger und effiziente Energienutzung umgesteuert, drohen entweder weitere Rohstoffkriege, starke Wanderungsbewegungen oder politische Instabilitäten durch abrupte Verknappung noch nicht ersetzter Energieträger und Rohstoffe. Insofern ist die Überschrift passend gewählt - nur, inwieweit die Rettung gelingt, ist noch unklar. Beruhigend ist, dass die massiven Probleme nun endlich von einer 'kritischen Masse' gesehen werden.
So absurd das auch klingt, aber der Tenor der Medien und auch gewisser Leserkommentare geht genau in diese Richtung! Nicht mehr die soziale Barbarei gefährdet demnach die Menschheit in erster Linie, sondern die Umweltverpestung – natürlich auch im Zusammenhang mit der Produktion von Waffen und erst recht mit deren Einsatz! Ein gar merkwürdiger Pazifismus, der uns jetzt einen geradezu sauberen Himmel über der Erde versprechen will (und wer will das überprüfen im Jahr 2100 zum Beispiel!?), und lenkt das doch wunderbar ab, von den Motiven, sprich: jenen gesellschaftlichen Verhältnissen, die Ausbeutung, Armut, Krieg und Zerstörung der hier zu schützen vorgegebene Natur zu verantworten haben. Die Herrschende Klasse kann sich jetzt wieder mit Visionen bewaffnet vorstellen, während ihre Kombattanten in Wirtschaft und Politik (und diese im grünen Schafspelz) ebenso wie ihre Söldner so weiter machen wie bisher – mit der Ausplünderung und der Vernichtung von Mensch und Natur - und dies auch der Umwelt zuliebe; denn wer weiß, wann wir den ersten Schurkenstaat unter den Umweltsündern ausmachen!?
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren