Medien Druck auf die Tränendrüse
Die Berichterstattung in den Medien ist einer neuen Studie zufolge in den vergangenen zehn Jahren deutlich emotionaler geworden.
Als Barbara Plett, Auslandskorrespondentin der BBC, in einem Beitrag für die Sendung From our Correspondents auf Radio 4 erwähnte, beim Abflug des schwerkranken Yassir Arafat nach Paris seien ihr „Tränen in die Augen geschossen beim Anblick dieses großen Mannes“, wurde das durchaus mit gewissem Recht als symptomatisch gedeutet für den „bias“ zugunsten der Palästinenser, der die Programme der BBC seit Langem durchzieht.
Ein Vorwurf übrigens, der im vergangenen Jahr durch eine von der BBC selbst in Auftrag gegebenen Untersuchung bestätigt wurde.
Doch steht die Episode auch für einen Trend, der in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen hat, gleich ob es sich um Fernsehen, Radio oder Printmedien handelt.
Allen Medien gemein ist die Neigung, immer stärker auf Emotionen zu setzen und dem Subjektiven mehr Raum zu geben. Eine neue Untersuchung untermauert diese These. Die Medienanalysten von „Carma International“, einem britisch-amerikanischen Forschungsinstitut, werteten jeweils 400 Artikel der britischen Presse aus den Jahren 1996 und 2006 aus, die um die Themenbereiche „Verbrechen“ und „Gesundheit“ kreisten. Man verglich Sprache, Wortwahl und Annäherung an die Themen.
Ausgewählt wurden Artikel von drei britischen „tabloids“, der Sun, dem auflagenstärksten Massenblatt Großbritanniens, der Daily Mail und des Daily Mirror, sowie von drei sogenannten Qualitätszeitungen, Times, Independent und dem Observer.
- Datum 07.03.2007 - 05:55 Uhr
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Soll ich jetzt betroffen sein? Geschockt vielleicht , irritiert oder wütend? Welche Emotion hätte er denn gern, der Herr König? Ich meine: von mir als Frau. Man muss „fühlen“, um richtig verstehen zu können, sagt er und dass der Ersatz rationaler Diskurse durch Emotion sich als „Feminisierung“ der Medien in den westlichen Gesellschaften deuten lässt. Ich fürchte, seine Sätze lassen sich rational nicht halten. Es ist ihm wohl einfach nicht gelungen, in unserer unterhaltungsgetränkten und emotionalisierten Medienwelt einen klaren Kopf zu bewahren, dem guten Herrn König. Das Ergebnis einer nüchternen Abwägung sieht jedenfalls anders aus. Könnte gut sein, dass sich solch unqualifiziertes Geschwätz demnächst auf die Qualität der wichtigen Entscheidungen auswirkt, die in der Welt getroffen werden. Und zwar weniger im Parlament oder in der Regierung, als vielmehr in den Führungsetagen der großen Medienunternehmen. Rettet die Welt vor den gefühlsduseligen, irrationalen, quasiplebiszitär herumpfuschenden Weibern – bevor sie im Handstreich die Macht ergreifen! Es ist nämlich keinesfalls abzusehen, wohin das führen würde. Der Preis allerdings, das steht für Herrn König schon heute fest, wird hoch werden. Verdammt hoch.
Nun, diese (tränengetränkte) Durchseichtigung läßt sich ja nicht nur in den Medien beobachten. Egal ob Schule, Universität, Wissenschaft....die 'Feminisierung' ist ja vor allem Ausdruck der zunehmenden Dekadenz: übermorgen wird ja wieder mit dem 8. März der große Triumph kommenden Matriarchats gefeiert werden - zum lachen, dabei ist das verstärkte Auftreten der Damen in Funk und Fernsehen, und Wissenschaft und Politik einfach der letzte Akt der westlich-europäischen Zivilisationsdramas, bis dann der letzte das Licht ausmacht... ach, übrigens: die daran anschließende neue Theateraufführung wird schon auf unseren Straßen geprobt - ein ganz neues Stück (für hiesige Kulturbreiten), auf eine ganz neue Musik hörend. Und Melodie und Text dieses neuen Stückes klingt nicht besonders vielversprechend für nachkommende Frauengenerationen - diese werden ihre Mütter und Großmütter noch zu verfluchen lernen...
Die Entwicklung ist richtig erkannt. Man findet sie im internationalen Fernsehen sowohl in der Berichterstattung von CNN, BBC als auch der Deutschen Welle.
Das Problem ist, daß diese Form der Berichterstattung den Journalisten die Entschuldigung für Subjektivität statt Objektivität liefert.
Ich sehe jeden Tag: CNN, BBC, DW-TV und lese die WELT, FAZ und ZEIT. Dazu kommt die Recherche im Internet.
Fazit: Viele Journalisten opfern ihre (möglicherweise) vorhandene Sachkompetenz auf dem Altar von Ratings, Audience und Redaktionskonferenzen.
Erschreckend ist auch die in den letzten Jahren zu beobachtende Nivellierung der Medienlandschaft auf niedrigem Niveau.
Für die Fehlerkorrektur der Online-Ausgabe einer großen deutschen Tageszeitung könnte ich eine ICH AG gründen.
Der Bias des Korrespondenten oder, warum Herr Krönig unbedingt ein harter Hund sein möchte.
Kaum eine Kolumne oder ein Bericht des Korrespondenten Krönig kam in den letzten Monaten
ohne einen eindeutigen Bias aus. Ganz besonders, wenn es um die Stellung und soziale Einbindung von Muslimen in Großbritannien ging, wurden Ergebnisse von Meinungsbefragungen
höchst einseitig dargestellt und ausgelegt. Selten konnte sich der Berichterstatter Krönig darauf beschränken, einfach einmal unterschiedliche Standpunkte dem deutschen Publikum vorzustellen. Fast immer stand der eigene, recht eigensinnige Blick im Vordergrund.
Da würde der Leser jetzt gerne einmal erfahren, wie Herr Krönig seine Rolle definiert und mit den eigenen beständig aufkeimenden und spürbaren Emotionen in Zukunft umzugehen gedenkt.
Vor allem aber, wäre einmal Aufklärung über das angeblich so angesehene „Carma - Institut“ dringlich geboten. Die Einrichtung ist eine industrienahe keineswegs unabhängige und vor allem nicht wissenschaftlich arbeitende Marketing- und Medienanalystenfirma. Sie liefert grundsätzlich nur Auftragsarbeiten ab. - Ein eigenes Forschungsinteresse besteht nicht und wir auf den Webseiten des 'Instituts' auch ausdrücklich verneint. Dafür (über-) betont man das Kommerzialisierungsinteresse der Firma.
Noch auffälliger sind jedoch die Leiter der genannten Einrichtung. Der Südamerika-Chef von Carma, Federico Willoughby-Macdonald spielte eine unrühmlich Rolle als Verbindungsmann der rechtsgerichteten Kadetten der chilenischen Armee zur US Botschaft während des Putsches gegen Allende in Chile. Später war er der Verbindungsmann der Junta Pinochets zur Auslandspresse. Es darf vermutet werden, dass es sich hier um jemanden mit guten Kontakten zu US-Geheimdiensten handelt. Beim Präsidenten von Carma handelt es sich um einen ehemaligen Marine Korps Obersten. Das ganze Board wir im wesentlichen von Marketing und Business Administration Leuten bevölkert. Namhafte Journalisten, Medienexperten, Publizisten oder Wissenschaftler mit ernsthafter fachlicher Reputation finden sich dort nicht.
Schönes Mißverständnis (dem auch der andere Kommentator, molinocmapo, unterliegt - aber von dem bin ichs auch nicht anders gewohnt).
Mit 'Feminisierung' ist sicher nicht gemeint, daß zunehmend Frauen in den Medien arbeiten und diese deshalb immer emotionaler berichten. Jeder Mensch hat einen femininen und einen maskulinen Anteil in sich, und damit ist nicht das Äussere gemeint. Bei Frauen überwiegt normalerweise der feminine Anteil mehr oder weniger (Gegenbeispiel: Frau Dr. Merkel, selbst wenn sie aussähe wie B. Bardot), und da Frauen nunmal oft (nicht immer) gefühlsbetonter in Ihrem Denken, Verhalten usw. erscheinen als durchschnittliche Männer, gilt diese Eigenschaft allg. als feminin. Der Autor hat nicht geschrieben, dass die beschriebene Entwicklung etwas mit dem Anteil an Frauen in den Medienbranchen zu tun hat.
... allerdings geht das am Kern der Geschichte vorbei. Dieser Trend in den Medien ist kaum zu übersehen, und vielleicht löst das ja bei dem einen oder anderen ein bisschen Nachdenken aus. Schön, dass das mal zur Sprache gebracht wird. Man hätte in dem Zusammenhang auch diesen unsäglichen Promi-Tratsch erwähnen sollen, der spürbar angewachsen ist.
Guter Kommentar vom molinocampo. Aber die mächtige Fraktion der Wunschdenker tendiert nun mal dazu, die Augen vor der Realität um so fester zu verschließen, je unübersehbarer eben diese Realität wird.
Oh, da gebe ich Ihrer Kritik durchaus recht - so platt wars auch nicht gemeint -
ich sehe ganz wie Sie, daß die zunehmende 'Sichtbarkeit' und Übernahme von öffentlicher Verantwortung von Frauen nicht per se in 'Feminisierung' der öffentlichen Kultur führen muss- wie überhaupt natürlich 'weibliche Eigenschaften' genauso für eine Gesellschaft wichtig und unabdingbar sind wie 'männliche'. Und beide Geschlechter Anteil an beiden 'Eigenschaftsbeständen' haben -
was wir aber seit Jahrzehnten erleben ist die systematische Diffamierung 'männlicher' Eigenschaften - und diese Diffamierung wird durch einen absurden Kult um bestimmte Frauen(typen) in der Öffentlichkeit vorangetrieben (die Christiansisierung) - da gibt es dann sehr wohl eine Verbindung zu ganz bestimmten lebenden und handelnden Personen weiblichen Geschlechts - aber natürlich wird dieser bestimmte Frauenyp gerade in Deutschland gefördert.
Die dazugehörigen angeblichen sozialen 'soft skills', über die angeblich gerade Frauen so hervorragend verfügen: Opportunismus? Haltungslosigkeit? Die Vorstellung, daß bestimmte Rechte und Freiheiten 'einfach so' in unserer Gesellschaft garantiert seien (ohne dafür was tun zu müssen)? Schauen Sie sich mal genau die Reaktion der deutschen Öffentlichkeit auf die Kritik einer Seyran Ates, Necla Kelek, Ayan Hirsli etc. unter 'Genderaspekten' an: und Sie werden vielleicht zu ahnen beginnen, was von dieser Art der 'Verweiblichung' (Claudia Roth!) zu erwarten ist!
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