Mode Virtuelle Modeakademie

Nach der quotenreichen ersten Staffel von Heidi Klums „Germany´s Next Topmodel“ im letzten Jahr gibt es nun jeden Donnerstag eine neue Folge. Und ein PC-Spiel dazu

Ich bin eine Frau. Also muss ich darauf brennen, in die Rolle der Stella zu schlüpfen. Stella ist die Protagonistin in einem Spiel: „Germany´s Next Topmodel – Das offizielle Spiel zur Show“. Die Sendung von und mit Heidi Klum ist das größte und mittlerweile wichtigste Model-Casting Deutschlands, und das im Fernsehen.

Die Stella im Computerspiel will jedoch nicht Topmodel werden, sondern Designerin. Mit ihrer Hilfe kann auch ich, die ich ansonsten keine Ahnung von Mode, Schmuck und Schminke habe, hinter den Kulissen der Modewelt mitmischen. Und in reichlich Glanz und Glamour eintauchen. Das zumindest wird mir versprochen.

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Stella passt perfekt in diese Welt, sie ist groß und mager, mit schier endlosen Beinen und Wespentaille. Selbst wie ein Model eben. Auch die anderen Charaktere, die sich an der Modeakademie tummeln, sehen ähnlich aus, schlank, hipp und ziemlich schick. Bis auf eine Ausnahme: Eine Mitstudentin Stellas, die kleine dicke Sandy, muss wohl sehr talentiert sein, um hier aufgenommen worden zu sein. Auf jeden Fall ein erfrischender Kontrast.

Rot, blond, brünett oder schwarz – welche Haarfarbe und welcher Typ darf es sein? Das frage ich mich in der Rolle von Stella auch. Ich muss mir nämlich „mein“ Model auswählen. Es gibt zwei europäische Typen sowie eine Asiatin und eine Schwarze. Ganz international eben, wie in der echten Mode(l)welt auch. Auch diese Damen haben eher zu wenig als zu viel Fleisch auf den Knochen. Wahrscheinlich, weil der virtuelle Alltag eines Models so hart und Schönheit so zeitaufwendig ist (O-Ton aus einem Trailer zum Spiel) – diese Fakten absorbieren Kraft und verbrennen offensichtlich jede Menge Kalorien.

Ich entscheide mich für das asiatische Model Liu. Die guckt so lieb. Meine Aufgabe besteht nun darin, Kleidung und Schmuck für mein Model zu entwerfen. Außerdem muss ich Liu schminken und ihr die richtigen Posen beibringen. Damit es später beim Foto-Shooting und auf dem Catwalk keine Blamagen gibt. Genauso wie in der TV-Show. Wenn ich will, kann ich sogenannte Workshops in Stoffkunde, Make-up, Schmuck und Fotografie besuchen, um mein „Können und Wissen“ zu vertiefen.

Ich nehme den Kurs in Make-up und ehe ich mich versehe, klebt der armen Liu nicht nur auf ihren sehr vollen Lippen knallrote Farbe. Dank meiner Ungeschicktheit ist ihr ganzes Gesicht verschmiert und wir beide sind mächtig blamiert. Weil ich ja auf einer Akademie bin, werde ich bewertet, und für meine Unprofessionalität erhalte ich zwei von 20 möglichen Punkten. Vielleicht lerne ich im nächsten Kurs etwas Essenzielles? Doch weil ich alias Stella es verdammt eilig habe, lande ich mit meinem Modell Liu auch schon auf einem der berühmtesten Catwalks dieser Welt.

Ich habe mich für New York entschieden. Wem das zu cool ist, hat noch die Wahl zwischen Los Angeles, Paris oder Mailand. Jetzt geht es wirklich um alles, denn im Publikum sollen angeblich echte Hollywood-Stars sitzen, die Liu mit ihren Kleidern und ihrem Auftritt in den Bann ziehen soll. Stellvertretend an meiner Stelle. Ich kann zwar keinen Star entdecken. Stattdessen bewege ich Liu stolzierend wie ein Pfau und leider im Zickzack über den Laufsteg. Es erscheint eine Sprechblase in der Folgendes steht: „Oh Gott, oh Gott!“ und „Falscher Bewegungsablauf!“. Ich erhalte einen dicken Punkteabzug. Während ich noch darüber nachdenke, fällt die arme Liu vom Catwalk und bleibt regungslos liegen. Das Spiel ist vorbei und ich bin fix und fertig mit den Nerven. Und froh. Und denke: Oh Gott, oh Gott!

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Leser-Kommentare
  1. Sie haben das wircklich genau auf den Punkt gebracht. Das was von den Mädchen ernsthaft verlangt wird, ist nahezu fast etwas debil. Und dabei betreibt die Jury das alles mit solchen hochkonzentrierten Gesichtern, daß man denken könnte, hier würden intellektuelle Höchstleistungen gefordert. Dabei muß ich gestehen, daß ich fast bei der ganzen letzten Staffel eifrig mitgefiebert habe. Zu meiner einzigen Entschuldigung kann ich sagen, daß ich als Fotographin auf Ideenklau war, wobei mich die meisten Fotographen, bei diesen doch sehr aufwendigen Produktionen, doch etwas enttäuscht haben. Die jungen Mädels nehmen es hoffentlich nicht so ernst und orientieren sich eher an solchen schlagfertigen und amüsanten Frauen wie der Autorin dieses Artikels.

  2. Sie haben das wircklich genau auf den Punkt gebracht. Das was von den Mädchen ernsthaft verlangt wird, ist nahezu fast etwas debil. Und dabei betreibt die Jury das alles mit solchen hochkonzentrierten Gesichtern, daß man denken könnte, hier würden intellektuelle Höchstleistungen gefordert. Dabei muß ich gestehen, daß ich fast bei der ganzen letzten Staffel eifrig mitgefiebert habe. Zu meiner einzigen Entschuldigung kann ich sagen, daß ich als Fotographin auf Ideenklau war, wobei mich die meisten Fotographen, bei diesen doch sehr aufwendigen Produktionen, doch etwas enttäuscht haben. Die jungen Mädels nehmen es hoffentlich nicht so ernst und orientieren sich eher an solchen schlagfertigen und amüsanten Frauen wie der Autorin dieses Artikels.

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