Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat gegen den früheren VW-Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Klaus Volkert Anklage wegen Anstiftung zur Untreue erhoben. Dies bestätigte die Staatsanwaltschaft am Samstag. Volkert wird gemeinsam mit dem früheren VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer auf der Anklagebank sitzen. Ihm wirft die Behörde Untreue vor.

In der VW-Affäre geht es um Schmiergelder, Lustreisen, Bordellbesuche und Sexpartys auf Firmenkosten. Ein Termin für die Verhandlung vor dem Braunschweiger Landgericht steht noch nicht fest. Die Staatsanwaltschaft will am Montag nähere Einzelheiten bekannt geben. Volkert wird Anstiftung zur Untreue vorgeworfen.

Volkert und Gebauer sind der dritte und vierte Beschuldigte, gegen die Anklage erhoben wurde. Insgesamt gab es in der VW-Affäre 14 Beschuldigte. Der ehemalige VW-Personalvorstand Peter Hartz war nach einem umstrittenen "Deal" zwischen den Verfahrensbeteiligten bereits im Januar nach nur zwei Verhandlungstagen wegen Untreue zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt worden. Er hatte Volkert sowie dessen Freundin Sonderzahlungen und andere Vergünstigungen in Millionenhöhe zugeschanzt.

Gegen den SPD-Bundestagsabgeordneten Hans-Jürgen Uhl ist wegen Beihilfe zur Untreue ebenfalls Anklage erhoben worden. Ein Prozess gegen ihn ist aber noch nicht anberaumt. Uhl war früher Geschäftsführer des VW-Betriebsrates.

Gebauer wirft die Anklage nach einem Bericht der Braunschweiger Zeitung Untreue in 44 Fälle vor. Offen ist noch, wann die Ermittlungen gegen den ehemaligen Skoda-Personalchef Helmuth Schuster, neben Hartz, Volkert und Gebauer der vierte Hauptbeschuldigte, abgeschlossen werden können.

Volkert hatte als bislang einziger der Beschuldigten drei Wochen in Untersuchungshaft gesessen. Nach einem Treffen von Volkert und Gebauer sah die Staatsanwaltschaft Verdunklungsgefahr. Über Gebauer sind Rechnungen für Sexpartys und Vergnügungsreisen abgerechnet worden, mit denen Betriebsräte bei Laune gehalten werden sollten.