Geldanlage Verlust durch GebührSeite 2/2

Man darf zwar davon ausgehen, dass es in jedem Fall weniger ist als der standardmäßige Prozentpunkt, den Privatkunden bei einem Aktienkauf in vielen Fällen zu bezahlen haben. So mancher Anleger würde es wahrscheinlich gerne etwas genauer wissen.

Gleiches gilt für den Ausgabeaufschlag. Haben Sie sich eigentlich noch nie gewundert, warum zum Beispiel bei einem Fonds der DWS fünf Prozent beim Kauf fällig werden, wenn sie ihn bei einer Filiale der Deutschen Bank erwerben, und beim Discounbtbroker zahlen Sie nur 3,75 oder gar 2,5 Prozent? Das kommt daher, dass die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank einen Teil des Aufschlags hinterher an ihre Mutter zurücküberweist. Der Discounter hingegen verzichtet auf einen großen Teil dieses Geldes und gibt diesen Vorteil an seine Kunden weiter.

Alles in allem eine ziemlich intransparente Praxis, die in der vergangenen Woche der Bundesgerichtshof abgewatscht hat. Künftig müssen alle Vermittler und Banken, die Fonds und Zertifikate verkaufen, ihren Kunden gegenüber offenlegen, welchen Teil der Provision sie dafür bekommen . Das gilt nicht nur für den Ausgabeaufschlag, sondern auch für die sogenannte Bestandsprovision, die sowohl bei Fonds als auch bei Zertifikaten aus den laufenden Managementgebühren finanziert werden.

Interessant sind zudem noch zwei weitere Punkte. Wer die einschlägigen Fondstests liest und die Kostenquoten vergleicht, wird ziemlich schnell feststellen, dass Fonds mit hoher Kostenbelastung nicht unbedingt besser abschneiden als andere. Eher im Gegenteil: Auch ein guter Fondsmanager kann oft die Einstiegskosten des Kunden nicht mehr ausgleichen, sodass sich das Ganze auf die einfache Formel bringen lässt: Billig ist am Ende auch besser.

Zweitens kann der Anleger, wenn ihm der Vermittler die Kosten offen aufschlüsseln muss, viel besser abschätzen, ob er ein bestimmtes Papier vielleicht nur deswegen angeboten bekommt, weil der Emittent die Bemühungen des Vermittlers besonders gut honoriert. So manch angeblich unabhängige Beratung wird dann schnell in einem etwas anderen Licht erscheinen. Gezielte Nachfragen schaden jedenfalls nie – und jetzt müssen die Finanzberater auch offen Rede und Antwort stehen.

Thomas Luther ist Finanzjournalist und beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit dem Thema Geldanlage und hat eine Reihe von Büchern dazu veröffentlicht. Er arbeitet als freier Autor und Redakteur beim "Handelsblatt".

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