Deutschland-Polen Tanz mit der polnischen Braut
Angela Merkel es bei ihrem zweitägigen Besuch geschafft, die Beziehungen zum Nachbarland zu verbessern. Dabei half die vertrauliche Atmosphäre.
„Wenn eine Braut nicht schön ist, dann sollte sie wenigstens sympathisch sein“, so hat der ehemalige polnische Außenminister Wladyslaw Bartoszewski unlängst die Außenpolitik seines Landes kritisiert. Angela Merkel scheint es nun gelungen zu sein, die freundlichen Seiten der „Braut“ Polen etwas mehr zu Tage zu fördern.
„Ich werde die Berliner Erklärung unterzeichnen“, sagte Präsident Lech Kaczyński nach der zweitägigen Visite der Kanzlerin. Damit unterstützte er das von der deutschen Ratspräsidentschaft erarbeitete Dokument, mit dem auf dem EU-Gipfel nächste Woche in Berlin die Grundzüge der Zukunft Europas dargelegt werden sollen. Anlass ist das 50-jährige Jubiläum der Römischen Verträge, die 1957 die Europäische Gemeinschaft ins Leben riefen. Vor allem also ein symbolisch wichtiges Ereignis. Und ein Testfall für das Gewicht der Bundesregierung in Europa.
Zwar habe er weiterhin Bedenken, sagte Kaczyński, aber Polen wolle nicht das einzige Land sein, das die Erklärung nicht unterzeichnet. Außerdem willigte er ein, dass der derzeitige Verfassungsvertragsentwurf als Gesprächsgrundlage für die nächsten Monate dienen solle. Zuvor hatte Polen den Entwurf abgelehnt.
Sehr gute Gespräche habe man geführt, freute sich denn auch die Kanzlerin. Eine diplomatische Floskel, vielleicht, aber es zeigt auch: So verbissen wie die polnische Regierung in der Öffentlichkeit auftritt, geht es hinter verschlossenen Türen nicht zu. Immerhin hat die Kanzlerin bei ihrem Gegenüber „den Willen gespürt, in der EU voranzukommen“.
Zu der Frage eines amerikanischen Raketenabwehrschirms in Polen und Tschechien äußerten sich Regierungsvertreter dagegen verhaltener. Das verwundert nicht, denn Polen kann in dieser Frage schlecht von der Haltung der USA abweichen, verlöre es doch dadurch seinen Platz als bedingungsloser Vasall, der quasi unter dem persönlichen Schutz Washingtons steht. Die USA wollen bisher das Projekt nicht in die Nato einbinden, also kann Polen das auch nicht wollen.
- Datum 18.03.2007 - 13:22 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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„Gesten, das ist es, was Polen braucht, das Land sehnt sich nach Größe“ und „Dazu gehört der unbedingte Wille, als gleichrangig anerkannt zu werden“ schreibt Herr Arne Hell.
Was Polen braucht ist Realismus. Die Kartoffel-Twins können mit ihrer Rhetorik nicht über die reale Schwäche Polens hinwegtäuschen. Die innere Lage ist instabil, populistische und reaktionäre Strömungen sind stark vertreten im Parlament und viele Korruptionsaffären werden bekannt.
Die internationale Lage ist auch nicht gut. Die Nachbarn Deutschland und Russland werden mit Misstrauen überschüttet und durch die Raketenabwehr wird ein Keil zwischen Westeuropa und Russland getrieben. In der EU hat Polen mittlerweile Großbritannien als Ausbremser Nr. 1 abgelöst und den USA gegenüber benimmt es sich wie ein Satellitenstaat.
Es ist ärgerlich, dass ein Land mit dem Bruttoinlandsprodukt von Norwegen und dem Verteidigungsbudget von Belgien glaubt es wäre eine Großmacht und könnte die strategische Zusammenarbeit zwischen Westeuropa und Russland verhindern.
Wann kapieren die Kartoffel-Twins, dass Deutschland und Russland keine Neuauflage des Molotow-Ribbentrop-Pakts anstreben sondern internationale Stabilität und Kooperation anstreben? Könnte es sein, dass die Osterweiterung der EU überstürzt war? Ich denke nicht, dass die Türkei jemals eine so negative Rolle in der EU übernehmen könnte.
ansonsten sollte man Polen als ersten Staat aus der EU wieder rausschmeissen!
Ist keine Einbahnstrasse!
Grossbritannien und Polen wollen staendig Aerger, zur Not kann man ja die ganze EU aufheben, wenn die EU nur angeblich 'Scheisse'!
Es ist einfach an der Zeit, dass mal jemand rausfliegt und oekonomisch aber richtig abgestraft wird!
Weiterer Vorschlag uebrigens Niederlande, die glauben auch, nur kassieren zu duerfen ohne Leistung!
Warum unterstellt der Autor der Kanzlerin, Ihr Besuch sei ein 'geschickter Schachzug' mit einem 'Anstrich von Kondolenz'. Warum glaubt er ihr nicht, dass es eine Grundlage deutscher Außenpolitik ist, mit Polen einen ähnlichen Prozess in Gang zu bringen wie mit Frankreich. Daran ist nichts aber auch gar nichts Aufgesetztes oder Vorgetäuschtes. Stattdessen stellt er die polnische Politik als begriffsstutzig hin und bezeichnet Polen als 'hässliche Braut'. Damit reiht er sich nahtlos ein in die Überheblichkeit, mit der Polen in den Medien und in der Öffentlichkeit dargestellt wird. Man muss die aktuelle polnische Politik nicht gut finden, aber man sollte die Geringschätzigkeit gegenüber Polen nicht fördern, sondern eher abbauen helfen.
Ich denke, an Polen ist leicht zu erkennen, daß ein Vetorecht der Mitgliedsstaaten der EU nicht mehr haltbar erscheint. Die Bittstellerei gegenüber Polen ist schon lange nicht mehr nachvollziehbar.
Ich kann auch nicht verstehen warum hier von Frau Merkel diplomatische Schachzüge mit einem Anstrich von Kondolenz vonnöten sein sollen.
Warum ist man bis dato, über 60 Jahre nach Kriegsende, nicht in der Lage klipp und klar zu sagen, was man denkt?
Das BIP entspricht zumindest laut wikipedia in etwa 2/3 von NRW. Man stelle sich vor der Regierungsbezirk Arnsberg o.ä. würde auf einmal eigenmächtig eine Raketenabwehr installieren...
Nunja, wie man am Beispiel Palästina gut sehen kann, hat eine Bevölkerung anscheinend doch eine kollektive Verantwortlichkeit für seine Regierung gegenüber dem Ausland. Das ist bei uns Deutschen und unserer 'Reichsregierung' übrigens nicht anders, nur mit dem Unterschied das hier nicht nur eine kollektive Schuld vorzuliegen scheint, sondern sich diese auch noch lt. Fr. Merkel in die Unendlichkeit weiter vererben wird.
... Deutschland scheint Poland so zu behandeln, wie die Deutschen den Amerikanern vorwerfen, sie von den US verachtet werden.....
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