Klimaschutz Klima retten für Anfänger

Die Umweltminister der G8 beraten in Potsdam mit Kollegen aus fünf Schwellenländern über Strategien gegen die Erderwärmung. Doch die Interessen sind höchst gegensätzlich.

Der Klimawandel trifft alle, doch die nationalen Interessen sind höchst unterschiedlich

Der Klimawandel trifft alle, doch die nationalen Interessen sind höchst unterschiedlich

Internationale Konferenzen zum Klimaschutz hat es schon viele gegeben. Zuletzt hatten im November vergangenen Jahres 6000 Delegierte aus knapp 190 Ländern in der kenianischen Hauptstadt Nairobi zwei Wochen lang vergeblich versucht, einen Durchbruch im Kampf gegen die globale Erwärmung zu erzielen. In diesem Jahr hat Deutschland die Präsidentschaft der Gruppe der sieben größten Industrieländer und Russlands (G8) übernommen. Und in diesem Rahmen versucht nun Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, den dringend notwendigen „politischen Schwung“ in die internationalen Verhandlungen zu bringen, wie er es formuliert.

Auf Gabriels Einladung tagen in der brandenburgischen Hauptstadt bis Samstag die Umweltminister der G8-Staaten,  und weil der Klimaschutz längst nicht mehr nur die Industrieländer betrifft, sind zu dem Treffen auch die Minister der fünf Schwellenländer China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika geladen. Somit sitzen in Potsdam Vertreter von jenen 13 Ländern zusammen, die etwa zwei Drittel der globalen Treibhausgasemissionen zu verantworten haben, um über internationale Vereinbarungen zu sprechen.

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Das Treffen bildet den Auftakt von einer ganzen Reihe von G8-Fachministerkonferenzen in diesem Frühjahr in Deutschland, mit denen der G8-Gipfel vom 6. bis 8. Juni im mecklenburg-vorpommerschen Heiligendamm vorbereitet wird. Große Illusionen macht sich  Gabriel allerdings nicht. Von einem Abkommen, das im Jahr 2012 an die Stelle des Kyoto-Protokolls treten könnte und ein verbindliche Vereinbarung der Staaten der Welt zur Senkung der CO2-Emissionen bilden würde, ist man noch meilenweit entfernt. Dabei sind die Ziele, die  UN-Experten vorgegebenen haben, ambitioniert: 30 Prozent CO2-Reduzierung bis 2020, 60 bis 80 Prozent bis zur Mitte des Jahrhunderts.

Die Vorbehalte dagegen sind jedoch groß, in den Entwicklungsländern wie auch in den USA, dem größten Klimasünder. Deshalb möchte Gabriel in Potsdam erstmal die Basis dafür schaffen, dass konstruktive Verhandlungen überhaupt möglich werden. „Was nützt es, wenn wir uns auf solchen Treffen nur gegenseitig unsere Positionen vorlesen“, sagte er am Donnerstag auf einer Pressekonferenz zum Auftakt des Treffens. Stattdessen sollen die Teilnehmer ihre „Interessen offen darlegen“. Schließlich sei dies die Voraussetzung dafür, dass es zu einem Interessenausgleich kommen könne.

Die Interessen sind in der Tat sehr unterschiedlich. Die USA stehen jedem verbindlichen Ziel zur CO2-Reduzierung skeptisch gegenüber, sie haben das Kyoto-Protokoll deshalb nicht unterschrieben. Die Entwicklungsländer wiederum sind der Auffassung, der Klimaschutz sei eine Aufgabe der Industrieländer, da sie die Hauptverursacher der globalen Umweltbelastungen seien.  Vor allem aber fürchten sie, international verbindliche Vereinbarungen zum Klimaschutz würden sie in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung behindern. „Die Positionen liegen noch weit auseinander“, gab Gabriel zu.

Für den Exekutivdirektor der UN-Umweltbehörde (Unep), Achim Steiner, ist es deshalb zunächst wichtig, dass die Länder aufhören, sich „gegenseitig vorzuführen“. In vielen Ländern mangele es an Vertrauen in internationale Lösungen, sagte er auf der  Pressekonferenz. Deshalb müsse man zunächst zu einer Dynamik zu kommen, „die wieder Vertrauen schafft“.

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