Banken Geld-Hochzeit

Es könnte das zweitgrößte Bankhaus Europas entstehen: Barclays und ABN Amro sprechen über einen Zusammenschluss. Treiben Heuschrecken die Manager zu diesem Schritt?

Die Reihe großer Übernahmen im europäischen Bankenwesen könnte bald schon um einen spektakulären Fall reicher sein. Die niederländische ABN Amro führt nach eigener Aussage  Fusionsgespräche mit der britischen Großbank Barclays .

Nachdem beide Finanzkonzerne am Montagabend bestätigt hatten, solche Verhandlungen zu führen, legte der Aktienkurs des holländischen Traditionshauses am Dienstag in den ersten Handelsminuten um bis zu vier Prozent zu und erreichte ein Rekordhoch von 31,30 Euro. Schon am Montag war der Kurs um zehn Prozent in die Höhe geschnellt, nachdem Gerüchte über die Gespräche bekannt geworden waren. Barclays notierten am Dienstag dagegen leicht im Minus bei 677 Pence.

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Man befinde sich in vorläufigen, exklusiven Diskussionen, hieß es aus Amsterdam und London. Diese seien das "Ergebnis vorsichtiger Erwägungen, eine sich hochgradig ergänzende Partnerschaft" einzugehen. Allerdings würden die Gespräche "ergebnisoffen" geführt.

Der Zusammenschluss wäre die bislang größte grenzüberschreitende Fusion von Finanzunternehmen in Europa. Gemessen zum Kurs vom Montagvormittag ist ABN Amro an der Börse rund 56 Milliarden Euro wert und damit etwa zehn Prozent mehr als die Deutsche Bank . Barclays kommt derzeit auf einen Marktwert von rund 65 Milliarden Euro.

Zusammen würden die Briten und ABN Amro gemessen am Marktwert Europas zweitgrößte Bank nach der britischen HSBC bilden und wohl die fünftgrößte der Welt. Grenzüberschreitende Fusionen hat es im europäischen Bankenmarkt bislang erst zwei Mal gegeben: Die spanische Santander kaufte 2004 die britische Abbey National. Vor zwei Jahren übernahm dann die italienische Sparkasse Unicredit die deutsche HypoVereinsbank .

Leser-Kommentare
  1. Beide Geldhaeuser sind jeweils groesser als unsere groesste Deutsche Bank, zusammen also doppelt so gross. Mit der HSBC, RBS, UBS und Citigroup wird die Welt praktisch von den Angelsachsen kontrolliert (das bei der UBS Schweiz draufsteht, ist scheinheilig). Das weiss die ABN Amro auch, und gibt sich zur Fusion bereit. Wo will Deutschland jetzt noch hin? Hoffentlich tut jemand dem Elend ein Ende und bietet bald fuer die Deutsche Bank. Dann ist endlich, ein fuer alle male geklaert, wem der Kapitalismus und sprich die Welt gehoert.

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