Zusatzversicherungen Gut für die Zähne
Der Zahnersatz soll perfekt sein, doch häufig ist er auch teuer - es sei denn, eine Zahnzusatzversicherung trägt einen Teil der Kosten. Welche Police ist die richtige?
Nur für die Metallgusskrone oder die Brücke sind die Zuzahlungen überschaubar. Implantate verschlingen schon mal ein Monatsgehalt. Vor einem so tiefen Loch im Portemonnaie kann die richtige Zahnzusatzversicherung bewahren. FINANZtest hat 36 Angebote für jeweils eine 43-jährige Modellkundin und einen ebenso alten Herrn auf den Zahn gefühlt. Die Unterschiede bei Leistungen und Preisen sind enorm, die Angebote für Normalsterbliche oft nicht durchschaubar. Die Tester haben Schneisen in den Tarifdschungel geschlagen.
Wer hochwertigen Zahnersatz will, ist mit dem Tarif ZG der Barmenia gut bedient. Der dort zusätzlich versicherte Kassenpatient erhält für sein Implantat, das 1800 Euro kostet, 1252 Euro dazu. Das ist der höchste Erstattungsbetrag aller getesteten Angebote. Die 43-jährige Modellkundin zahlt für diese Zusatzpolice 24 Euro monatlich, der gleichaltrige Mann 19 Euro. In der preiswerteren Kategorie ragt der Tarif EZ der HanseMerkur heraus. Die 43-jährige Frau zahlt im Monat 8 Euro und der gleich alte Mann 7 Euro. Sie erhalten hier allerdings deutlich weniger Geld für Implantat, Keramikkrone und Inlay.
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Kassenleistung auf Minimum
Selbst wer jedes Jahr mindestens einmal zum Zahnarzt geht und dessen Bonusheft fünf Jahre hintereinander einen Stempel aufweist, erhält nur 60 Prozent der Kosten für die einfachste Form des Zahnersatzes von seiner Kasse. Die Krankenkasse nennt das Regelversorgung. Für den schadhaften Backenzahn ist das die Metallgusskrone. Für diese Regelversorgung setzt die Kasse Kosten in Höhe von 234,62 Euro an. Der Patient mit dem Fünf-Jahres-Nachweis im Checkheft erhält tatsächlich aber nur 140,77 Euro, die 60 Prozent also. Eine keramikverblendete Krone kostet rund 500 Euro. Lässt sich der Patient diese anfertigen, erhöht sich aber die Kassenleistung nicht.
Vollständige Kostenübernahme gibt es nicht
Keine Zusatzversicherung füllt die große Lücke vollständig, die zwischen Kassenerstattung und dem vollen Rechnungsbetrag inklusive privater Mehrkostenvereinbarungen klafft. Zwischen 10 bis 15 Prozent der Gesamtrechnung bleibt auf jeden Fall beim Patienten hängen. Alle Versicherungen haben sich davor geschützt, dass Patienten kurz vor ihrer Zahnsanierung noch eine Police abschließen. Ist ein Zahnproblem bei Vertragsschluss bekannt oder steht eine Behandlung an, übernimmt die Gesellschaft die Kosten nicht. Die ersten Leistungen aus seiner Zahnpolice erhält der Versicherte frühestens acht Monate nach Vertragsschluss. Sogar in den ersten drei bis fünf Vertragsjahren schränken viele Versicherer die Leistungen ein.
Versicherer suchen sich ihre Kunden aus
Nicht jeder Antragsteller erhält vom privaten Versicherer einen Vertrag. Sie können Leute ablehnen, die zu schlechte Zähne haben. Manchmal bieten sie diesen Kunden Tarife mit erhöhtem Beitrag an oder schließen Leistungen für bereits schadhafte Zähne aus. Der Versicherungsschutz wird dann oft so teuer oder so lückenhaft, dass er sich nicht mehr lohnt. Neukunden sind oft nur bis zu einem Höchsteintrittsalter willkommen. Die Signal und die R + V etwa verweigern bereits 61-Jährigen den Vertrag. Andere ziehen die Grenze bei 66, 71 oder 76 Jahren. Tarife ohne Höchsteintrittsalter bieten lediglich Barmenia, Deutscher Ring, HanseMerkur und LVM an. Ältere haben deshalb viel weniger Auswahl. Auch spezielle Seniorenangebote ändern daran kaum etwas. Es lohnt sich, bereits in jüngeren Jahren eine Zusatzversicherung abzuschließen. Denn bestehende Verträge darf der Versicherer nach Ablauf von drei Jahren nicht mehr kündigen, egal wie alt der Kunde ist.
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- Datum 20.03.2007 - 06:18 Uhr
- Quelle ZEIT online, FINANZtest, 20.03.2007
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