Großbritannien Vaterlose JungsSeite 2/2
Wie lässt sich dieses beunruhigende soziale Phänomen erklären? Ein Faktor scheint die Anfälligkeit schwarzer Jugendlicher für die Gangsta-Rap-Kultur zu sein, die physische Gewalt und Drogen verherrlicht und mit oftmals tödlicher Verachtung auf jene schaut, die tatsächlich zur Schule gehen und lernen wollen. Zu lange haben Sozialarbeiter und Lehrer solche Tendenzen aus fehlgeleiteter Toleranz geduldet, mit Armut und Diskriminierung entschuldigt oder schlicht aus Angst ignoriert.
Hinzu kommt ein gesellschaftlicher Faktor, der schwarze Jugendliche härter trifft als weiße Altersgenossen aus den unteren sozialen Schichten, obwohl er auch dort für eine beunruhigende Fehlentwicklung verantwortlich gemacht werden kann: fehlende männliche Vorbilder. Der Anteil schwarzer Jungen, die ohne Vater aufwachsen, liegt bei mehr als 50 Prozent. Viele von ihnen leben in einer überwiegend feminisierten Umwelt. In der Schule werden sie überwiegend von Lehrerinnen unterrichtet. Ihre Mütter zu Hause werden vom Staat versorgt. Nie haben sie einen Vater erlebt, der morgens zur Arbeit geht. Sie wachsen ohne jegliches männliches Rollenmodell auf.
Ersatz dafür finden diese Jugendlichen in der Machokultur der Jugendbanden. Viele vermögen sich nie von ihrem Einfluss zu befreien, gleiten oft nahtlos in ein Leben hinein, das geprägt ist von Drogen, Gewaltdelikten und anderen kriminellen Aktivitäten. Viele finden nie mehr den Weg zurück in die Gesellschaft.
Diese Tatsache wird gerne mit dem Vorwurf beantwortet, man wolle allein stehende Mütter verunglimpfen. David Cameron, der neue Torychef, setzte sich kürzlich für eine Stärkung der Ehe ein. Er wollte dies ausdrücklich nicht als Kritik an „oftmals heroischen“ allein erziehenden Müttern verstanden wissen. Tony Blair ist mit einem ähnlichen Ansatz an der eigenen Partei gescheitert. Nun würde eine „Stärkung der Ehe“, die sozialkonservative und christliche Kreise in Großbritannien seit Langem fordern, nichts an den akuten Krisensymptomen ändern. Längerfristig aber dürften sich entsprechende gesetzliche Maßnahmen durchsetzen.
Die zwei schwarzen Jugendlichen, die im Middlesex Guildhall Crown Court wegen Verschwörung zu Raubüberfall und schwerer Körperverletzung zu fünf Jahren Haft verurteilt wurden, hatten zuletzt unter der Obhut der Sozialbehörden in einem Heim gelebt. Von dort aus zogen sie mit ihrer Gang aus, verübten Raubüberfälle und orgiastische Gewaltakte. Das Urteil nahmen sie gleichgültig hin.
„That’s nothing, man.“
Das Gefängnis schreckt sie nicht.
Die Haftzeit dürfte sie kaum auf den Pfad der Tugend zurückbringen. Dem pflichten politisch korrekte Kreise gerne zu: Rehabilitierung statt Haftstrafe lautet ihr Mantra. Doch welchen Weg man wählt - die Rückfallquoten sind gleich hoch und liegen bei über 50 Prozent. Fürs Gefängnis spricht einzig, dass die Gesellschaft vor ihnen während der Haftzeit geschützt ist. Die Konservativen versprechen, mehr Gefängnisse zu bauen. Labour hat sich zehn Jahre davor gedrückt. Jetzt gab die Regierung grünes Licht für Neubauten.
- Datum 21.03.2007 - 06:00 Uhr
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Der Artikel war inhaltlich schon erschreckend. Die Spekulationen woher diese Gewalt kommt, sind jedoch ziemlich vage.
Dass das Fehlen der Väter ein Faktor sein kann, ist gut möglich. Gerade wenn es um Rollenidentität geht, sollte ein ausgewogenes Umfeld für Kinder und Jugendliche vorhanden sein. Jedoch stellt das nur einen Faktor dar.
Was ich für viel besorgniserregender halte, ist die Persepektivlosigkeit, die sich in den so genannten 'ildungsfernen Schichten' breit macht. (Nicht nur in GB, sondern auch hier.) Wer keine Aussicht auf Besserung hat, wird frustriert und macht seinem Unmut Luft durch Aggressionen und Hass auf Bessergestellte.
Die Methode der Politiker dieser Misere entgegenzutreten, ist mehr als lachhaft. Die Ehe stärken? Alleinerziehende Frauen weiter an den Pranger stellen? Jugendhäuser schließen, dafür Jugendknäste bauen? Das ist aus pädagogischer Sicht genau das Falsche!
Perspektiven eröffnen, Hilfen anbieten, sich aktiv mit den Problemen auseinandersetzen, ist angesagt! Die Augen zu verschließen hilft niemandem und bildet nur sozialen Sprengstoff. Ärmel hochkrmepeln und sich mal wieder ums Volk kümmern, ihr Herrn und Damen Politiker!
ich würde eher sagen, da ist destruktiv was passiert. Die 68er haben altes zerschlagen, manches davon mit guten Argumenten. Aber viel Neues haben sie dafür nicht geschaffen.
Deshalb ist heute keine 68er Bewegung mehr denkbar: es fehlt der Große Böse Bürgerliche Feind.
Ich muss doch wirklich bitten. Den Kausalzusammenhang einzig zwischen einer angeblich schädlichen 'Überfeminisierung' der Jugendlichen und ihrer Delinquenz zu ziehen ist auf gut Deutsch gesagt Blödsinn. Niemand wird kriminell einzig und allein, weil er von einer allein erziehenden Mutter und LehrerINNEN erzogen wird. Nachweislich haben die im Teenageralter sowieso kaum noch Einfluss auf die Sprösslinge, da den gewichtigeren Einfluss die peer-group ausübt. Dies ist nur ein Zeichen des leider wieder aufblühenden Konservatismus. Ehe und die traditionelle Familie werden als das Ideal verherrlicht, obwohl gerade die Familie eine hohe Gefährdung für das Individuum beinhaltet, da gerade dort, Gewalt bis hin zum Mord (Delikte im Nahbereich) aufblühen können. Natürlich ist es schön, wenn ein Jugendlicher in einer Familie mit Mutter und Vater aufwächst. Aber allein dadurch, dass der Vater fehlt, wird mit Sicherheit niemand kriminell. Gilt die hübsche These denn auch umgekehrt für Mädchen, die ohne Mutter aufwachsen?
Verbrechen machen betroffen. Das ändert nichts daran, dass das Propagieren von konservativen Ideen nicht weiter hilft.
Ich kann nicht sehen dass der Autor EINZIG den fehlenden Vätern die Schuld gibt. Schon in der Einleitung steht doch: '>EIN< Grund: Viele von ihnen wachsen ohne männliches Rollenvorbild auf'.
Und das ist ja nun wirklich nichts Neues. Untersuchungen haben ja z.B. gezeigt, dass Söhne alleinerziehender Mütter wesentlich häufiger (ich glaube ca. 4 mal) Drogen nehmen und kriminell werden.
Wo steht denn dass das Aufwachsen ohne Vater der ALLEINIGE Grund für die Gewalttaten ist/war? Wo wird die Schuld auf die Väter geschoben und wo werden die Jugendlichen entschuldigt?
Was ist das für eine Argumentation: nicht alle Kinder ohne Vater werden gewalttätig,
also ist dieser Faktor unwichtig. Genauso werden nicht alle Kinder aus ärmlichen Verhältnissen oder mit 'Migrationshintergrund' gewalttätig, trotzdem haben diese Faktoren wahrscheinlich einen Einfluss. Das Aufwachsen ohne Vater ist doch nur ein weiterer Faktor, der sich nachteilig auswirken kann und bisher wohl nicht thematisiert wurde.
für diese Mordwellen ist einfach der fehlende Respekt vor dem Rechtsstaat und die nicht existierende Angst vor den Konsequenzen ihrer Handlungen. Wenn ich selbst als Mörder nach 18 Monaten wieder aus dem Gefängnis rauskomme und fröhlich meinen nächsten Mord begehen kann, naja, was soll dabei rauskommen? Abschreckung ist hier angesagt, siehe Saudi-Arabien und China. Jeder läuft hier ungestraft mit einem Messer und mit einer Schusswaffe rum. Jeden Tag werden in London unzählige 'geringere' Straftaten begangen, zahlreiche meiner Bekannten wurden mindestens einmal fast ausgeraubt, das ist hier gang und gäbe und es kommt nie in die Zeitungen. Untersuchungen der Polizei verlaufen im Sande oder werden gar nicht erst aufgenommen zwecks fehlendem Personal.
London ist auf dem besten Wege, so wie New York zu werden, Reichen-Ghettos wo die Russen und Araber in ihrem 20-Millionen-Villen wohnen mit Sicherheitscordon und die Armenghettos. Als normaler Mensch mit Familie kann man London nur den Rücken kehren so wie wir's voriges Jahre gemacht haben. Ich setze mich doch nicht freiwillig der Gefahren aus, und schon gar nicht meine Kinder. Es mag zwar 'hipp' sein, in Hackney zu wohnen, aber ich hab keine Lust, auf Schritt und Tritt mir immer nur über die Schulter zu schauen. Wir leben jetzt sehr schön in Kent und fahren jeden Tag eine Stunde nach London, aber nur zum arbeiten.
Gruss
Anke
für diese Mordwellen ist einfach der fehlende Respekt vor dem Rechtsstaat und die nicht existierende Angst vor den Konsequenzen ihrer Handlungen. Wenn ich selbst als Mörder nach 18 Monaten wieder aus dem Gefängnis rauskomme und fröhlich meinen nächsten Mord begehen kann, naja, was soll dabei rauskommen? Abschreckung ist hier angesagt, siehe Saudi-Arabien und China. Jeder läuft hier ungestraft mit einem Messer und mit einer Schusswaffe rum. Jeden Tag werden in London unzählige 'geringere' Straftaten begangen, zahlreiche meiner Bekannten wurden mindestens einmal fast ausgeraubt, das ist hier gang und gäbe und es kommt nie in die Zeitungen. Untersuchungen der Polizei verlaufen im Sande oder werden gar nicht erst aufgenommen zwecks fehlendem Personal.
London ist auf dem besten Wege, so wie New York zu werden, Reichen-Ghettos wo die Russen und Araber in ihrem 20-Millionen-Villen wohnen mit Sicherheitscordon und die Armenghettos. Als normaler Mensch mit Familie kann man London nur den Rücken kehren so wie wir's voriges Jahre gemacht haben. Ich setze mich doch nicht freiwillig der Gefahren aus, und schon gar nicht meine Kinder. Es mag zwar 'hipp' sein, in Hackney zu wohnen, aber ich hab keine Lust, auf Schritt und Tritt mir immer nur über die Schulter zu schauen. Wir leben jetzt sehr schön in Kent und fahren jeden Tag eine Stunde nach London, aber nur zum arbeiten.
Gruss
Anke
für diese Mordwellen ist einfach der fehlende Respekt vor dem Rechtsstaat und die nicht existierende Angst vor den Konsequenzen ihrer Handlungen. Wenn ich selbst als Mörder nach 18 Monaten wieder aus dem Gefängnis rauskomme und fröhlich meinen nächsten Mord begehen kann, naja, was soll dabei rauskommen? Abschreckung ist hier angesagt, siehe Saudi-Arabien und China. Jeder läuft hier ungestraft mit einem Messer und mit einer Schusswaffe rum. Jeden Tag werden in London unzählige 'geringere' Straftaten begangen, zahlreiche meiner Bekannten wurden mindestens einmal fast ausgeraubt, das ist hier gang und gäbe und es kommt nie in die Zeitungen. Untersuchungen der Polizei verlaufen im Sande oder werden gar nicht erst aufgenommen zwecks fehlendem Personal.
London ist auf dem besten Wege, so wie New York zu werden, Reichen-Ghettos wo die Russen und Araber in ihrem 20-Millionen-Villen wohnen mit Sicherheitscordon und die Armenghettos. Als normaler Mensch mit Familie kann man London nur den Rücken kehren so wie wir's voriges Jahre gemacht haben. Ich setze mich doch nicht freiwillig der Gefahren aus, und schon gar nicht meine Kinder. Es mag zwar 'hipp' sein, in Hackney zu wohnen, aber ich hab keine Lust, auf Schritt und Tritt mir immer nur über die Schulter zu schauen. Wir leben jetzt sehr schön in Kent und fahren jeden Tag eine Stunde nach London, aber nur zum arbeiten.
Gruss
Anke
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