Deutschland - Polen Gegen das Unbehagen

Bundeskanzlerin Merkel wirbt in Polen für die Europäische Union - und warnt vor der Spaltung Europas.

Bundekanzlerin Merkel und Polens Präsident Kaczynski am Freitag in Warschau

Bundekanzlerin Merkel und Polens Präsident Kaczynski am Freitag in Warschau

Warschau. Ist ein deutscher Politiker, zumal ein Regierungschef, in Warschau, geht es immer auch um die Vergangenheit. Um die Belastungen der jüngsten Geschichte, die im Verhältniss zum Nachbarn bei allen aktuellen Fragen und Problemen auf der deutschen Seite lasten und für viel Missverständnisse sorgen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat so zum Auftakt ihres zweitägigen Besuchs in Polen auch gleich versucht, die Sache mit der Geschichte klarzustellen: „Es kann keine Umdeutung der Geschichte durch Deutschland geben, und es wird keine Umdeutung der Geschichte durch Deutschland geben“, sagte sie zu Beginn ihrer Grundsatzrede an der Warschauer Universität. Und als sie sich dann noch deutlich von den Entschädigungsklagen der Preußischen Treuhand distanziert, erhält sie lauten Applaus.

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Soweit die Geschichte. Im Zentrum der Rede, wie ihrer gesamten Reise, soll aber Europa stehen. Natürlich versucht die Kanzlerin die Vorteile der Europäischen Union herauszustellen, auf den Gewinn jedes einzelnen Mitgliedsstaates durch gemeinsam abgestimmte Politik. Und sie wirbt um den Partner Polen, begegnet den Ängsten vor einer deutschen Dominanz innerhalb der Gemeinschaft: „Gerade diese Einigung ist im polnischen Interesse, weil ein Streben nach Hegemonie so unmöglich wird.“ Gleichzeitig mahnt sie vor nationalem Eigensinn, etwa in der Außen- und Sicherheitspolitik. Indirekt kritisiert sie den polnisch-tschechischen Alleingang mit den USA zu den Plänen eines Raketenabwehrschirms in Europa : „Europa darf sich niemals spalten lassen“, sagt sie, denn „geteilte Sicherheit wäre mangelnde Sicherheit“.

Intensiv geht Merkel in der Rede auf den europäischen Verfassungsvertrag ein. Sie betont die Vorteile klarer Kompetenzen und dass die EU so fit gemacht werde für die nächsten Erweiterungen. Das wichtige Feld der Energiepolitik solle, wie von Polen ja gefordert, mit der Verfassung europäisiert, die Versorgungssicherheit gewährleistet werden. Auch dem Unbehagen Warschaus gegenüber dem Begriff der Verfassung begegnet die Kanzlerin: „Das Ding heißt ja nicht Verfassung. Das würde ja bedeuten, das Europa ein Staat wäre. Es heißt bewusst Verfassungsvertrag, was bedeutet, dass es weiterhin ein Kontrakt zwischen Staaten ist. Die Mitgliedsstaaten geben ihre Kompetenz darüber, was europäisch entschieden wird, nicht vollständig aus der Hand.“

Merkel spricht in Warschau die Themen an, die auch den Rest des Wochenendes bestimmen werden. Denn nun heißt es, Überzeugungsarbeit zu leisten. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Joachim Sauer und dem polnischen Präsidentenehepaar fliegt sie an die Ostsee zur Sommerresidenz des Präsidenten, um dort in privater Atmosphäre und bei traditioneller polnischer Küche den Weg frei zu machen für die europäische Verfassung. Und um Lech Kaczyński vielleicht davon zu überzeugen, das Projekt der Raketenabwehr nur im Rahmen der Nato mit den USA anzugehen.

Leser-Kommentare
  1. ashamed of the past, hopeful that that will never happen again!

    Let us be friends, come together, polish people with us, germans,

    let us celebrate a better future,

    let us begin a better future!

  2. Die FDJ-Kanzlerin und Präsident Kaczynski, ein Traumpaar. - Wenn die Nationalisten in Polen Europa nicht wollen, dann sollte man sie lassen. Die Zugeständnisse, die wir an polnische Regierungen schon gemacht haben, reichen. Für die demokratisch orientierten Bürger in Europa sind die beiden Zwillinge eine Zumutung. Sie stören, es reicht.

  3. 3.

    Please note that Kaczyńscy's are quite unpopular in Poland. A lot of people sees their politic as nationalistic, full of conceit and very damaging for real polish interests. Their (twins) mode od thinking about Europe, Germany and relationships with other countries are not the only mode which is present in Poland. It's not even the main current. Twins voters are mainly people poorly educated, generally from small towns and villages, a lot of them are old and highly religious. But that is not representative for all Poland.

    Ich entschuldige mich fur schreiben englisch, ich wollte nicht im Deutsch Fehler machen. Aber sicher habe ich Fehler in diese Satze gemacht. Entschuldigung fur das.

  4. Thanks a lot for your comment! This is quit true, Im working for a NGO with a lot of polish people, they dont nececarily chain to Kaczynsky`s thinking.

    Wie dem auch sei, ich denke trotzdem, dass der Satz 'Psychologie ist für die polnische Regierung sehr wichtig' den Vogel aber absolut abschießt! Selten so gelacht, echt mal ein lustiger Artikel über diese so schwere Beziehung.

    • quax74
    • 17.03.2007 um 13:56 Uhr

    Es soll Angst bei Zwilling 1 abgebaut werden? Wie naiv!! Ist es nicht eines der ältestesten innenpolitischen Werkzeuge, Probleme im Land mit der Schaffung eines gemeinsamen äußeren 'Feindes' zu überdecken? Das politische Überleben dieses Populisten hängt von dieser Methode ab.

  5. Esist eine schoen zu sehen das im der EU nicht alle Staaten sich auf das AXE (CUPOLA)deutches franzosicher undemokraticher druck beoigen .Dank das POLNISCHE resistance das ENGLISCHER WEITSICHT DER WELT HABE ich DIE HOFFNUNG DAS dieser ZENTRALKOMITEE EU NICHT EIGENWILLIG ÜBER DIE FREI DENKENDE menchen EUROPA nach gusto der Franzoser unterdrucht werdenMann muss endlich begreifen das EUala Francaise das schlimst ist was EUROPA und die WELT haben kann..

  6. Also einen geistigen Tiefflug, wenn nicht Irrsein, den darf man ihrem Kommentar doch bescheinigen:

    da meldet sich KC,,,, um zu verkuenden: unsere Sympathien!!!

    Ein gewisser Schwachsinn ist eurem Kommentar nicht abzusprechen!

    Politik hat aber keine Ruecksicht zu nehmen auf kc!!!!

    • zarij
    • 19.03.2007 um 18:37 Uhr
    8.

    ja, die USA sind so frei, dass man da zu bestimmten Zeiten noch nicht mal seine Meinung sagen darf...
    aber vielleicht meinen Sie mit Freiheit auch die Möglichkeit, anderen Ländern den eigenen Willen aufzudrücken. Dann haben Sie Recht.

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