Berlin Ein deutsches LustspielSeite 2/2
Man kommt nicht umhin, das Leben des heute 70jährigen eine deutsche Biographie zu nennen. Eine „Symbolfigur“ der DDR-Opposition und einen „Wegbereiter der Einheit Berlins“, heißt es in der Ernennungsurkunde, die ihm der Berliner Parlamentspräsident Walter Momper überreicht. „Ausgerechnet“ in rotes Leder gebunden, stöhnt Wolf Biermann, als hätte er es geahnt. Und dazu wird ihm ein Bild von der Weidendamm-Brücke überreicht, jener Brücke an der Berliner Friedrichstraße mit dem eisernen Preußischen Adler im Brückengeländer, jener Brücke, der Biermann in seinem Lied vom preußischen Ikarus ein poetisches Denkmal setzte - „mit grauen Flügeln aus Eisenguss“. Ein Gedicht, das mit wohlgesetzten Worten die Mauer kritisierte und die SED-Machthaber seinerzeit zur Weißglut provozierte.
Zweiter Akt. Biermann antwortet. Er trägt weder Schlips noch Anzug, sondern eine schwarze Lederjacke, auch das gehört zum Image. Der Geehrte weiß, was von ihm erwartet wird. Er singt, er rezitiert neue und alte Gedichte, er flucht laut und redet lange. Er ist „glücklich“, dass „diese Ehrenbürgerei“ politischen Streit ausgelöst habe, sagt er, aber er sucht gegenüber Klaus Wowereit auch versöhnliche Worte, ohne allerdings in der Sache klein beizugeben. Er spricht von falschen Freunden und echten Feinden. Ihm habe gefallen, was der Regierende Bürgermeister gesagt habe, sagt Biermann und spricht dann über die vielen Mitstreiter von einst, ohne die nur ein skurriler Liedermacher geblieben und kein politischer Dichter geworden wäre. Schier endlos zählt er Namen auf, vom berühmten Schriftsteller bis zum unbekannten Kohlenschlepper, von Robert Havemann bis Eva Maria Hagen.
Aber Biermann ist eben nicht nur der politische Poet sondern auch der eitler Dichter. Also genießt er den Rummel um seine Person, den Streit und die Schlagzeilen. Lacht, stahlt, zeigt stolz ein Tuschebild, das seine sechsjährige Tochter von ihm gemalt hat, in alle Kameras. Bedankt sich schließlich artig bei der Stadt. „Ich verdanke Berlin nicht viel, sondern fast alles“, sagt er und nennt die Ehrenbürgerwürde „einen Kuss der Stadt in meine Seele“. Vorhang zu. Beim anschließenden Empfang mit Sekt und Häppchen haben sich wieder alle lieb.
- Datum 27.03.2007 - 11:12 Uhr
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Die Ehrenbürgerwürde für Biermann kann man vertreten.Leider wurde sie von den falschen Leuten vertreten.
Berliner Provinzreaktionäre haben mit einem der besten deut.
Liedermacher soviel zu tun wie die sprichwörtliche Kuh mit tanzen.Bevor Biermann Lehmann-Braun und den anderen Landowski-Zöglingen nicht vor das Knie tritt sollte er meines
Erachtens die Klappe halten.Es gibt übrigens in den neuen Bundesländern genügend Veranstaltungen wie beispielsweise das Liedermachertreffen in Hoyerswerda oder das TFF in Rudolstadt wo WB besser aufgehoben wäre
als in dem Etablissement dass von seinen schmierigen Gönnern in Berlin frequentiert wird.
Aber hierfür ist Wölfchen sich wohl zu schade.
auf den wir in der DDR gerne verzichtet haben. Ich habe seinen Weggang nie als Verlust empfunden.
@Fritzfernando - 'Faschismus ist präsent ... und allen Verbrechen die der neue modernisierte Zeitgeist des Faschismus verübt ...'
http://www.vampirehost.de...
Bei Ihnen ist auf jeden Fall eine Menge präsent!
Die Ehrenbürgerwürde für Biermann kann man vertreten.Leider wurde sie von den falschen Leuten vertreten.
Berliner Provinzreaktionäre haben mit einem der besten deut.
Liedermacher soviel zu tun wie die sprichwörtliche Kuh mit tanzen.Bevor Biermann Lehmann-Braun und den anderen Landowski-Zöglingen nicht vor das Knie tritt sollte er meines
Erachtens die Klappe halten.Es gibt übrigens in den neuen Bundesländern genügend Veranstaltungen wie beispielsweise das Liedermachertreffen in Hoyerswerda oder das TFF in Rudolstadt wo WB besser aufgehoben wäre
als in dem Etablissement dass von seinen schmierigen Gönnern in Berlin frequentiert wird.
Aber hierfür ist Wölfchen sich wohl zu schade.
1953 bin ich aus der Täterä raus, im Handgepäck,
BMann zu Margot rein unter'n Rock.
1968 habe ich auf das gesülze biermanns gehört.
heute denunziert er die, die ihn damals gehalten haben.
heute nimmt er ehrenbürgerschaften von 'verbrecherischen' an. eitel ehrlos - ein poetischer saufaus.
wir sehen genau, wer da schießt!
Im Zeitartikel zur Ehrenbürgerwürde für Wolf Biermann lesen wir:
>>Dass Biermann einmal Kandidat der SED war, bleibt so unerwähnt, wie eine Geldspende an die RAF aus dem Jahr 1969. <<
Laut Wikipedia entstand die RAF aus der Baader-Befreiung im Mai 1970. Vorher gab es sie nicht und sie konnte auch keine Geldspenden entgegennehmen.
Der Zeit-Verfasser hat Unsinn geschrieben und nicht einmal gemerkt, wie leicht das im Internet-Zeitalter auffliegt. Aber für alles Reaktionäre gilt, dass es nicht fällt, wenn man es nicht googelt.
Michael Schmidt
Der von mschidthrcd angesprochene Abschnitt ist sogar doppelt falsch.
Einerseits in Bezug auf die Gründung der RAF, andererseits weil im Gegenteil die besagte Spende an Mahler (nicht die RAF) eben doch Erwähnung fand, wie im Artikel bei Spiegel-online nachzulesen ist. Wahrscheinlich ein Versehen, ...blieb genauso >wenig< unerwähnt...hätte es wohl heißen sollen. Ist aber nicht der einzige Rechtschreibfehler in dem Artikel, was schon ziemlich ärgerlich ist.
Noch ärgerlicher natürlich fritzfernando: 'der aggressive preussische Teil aus gutem Grund unter Quarantäne'...naja...berechtigte Teilung meinetwegen, aber das klingt schon nach besonders origineller westdeutscher Geschichtsdeutung.
Und dann den Zionismus als 'völkischen Rassismus in Palästina' und als 'neuen modernisierten Zeitgeist des Faschismus' zu bezeichnen und so in eine Ecke mit dem Nationalsozialismus zu stellen ist mal wieder typische linksradikale Verblendung, die garnicht mehr merkt, wie rechts sie schon geworden ist. Biermann als legitimer Nachfolger Hitlers! Oh Mann. Da muss man auch erstmal drauf kommen.
Wie konnte man in dieser Aufzählung der Leistungen eines Tausendsassers eine besondere Perle einfach vergessen:
Im ersten Irak-Krieg hatte die Wochenzeitung 'die Zeit' den genialen Einfall, ihren Lesern Hrn. Biermann als Nahostexperte, Diktaturenkritiker und Militärtheoretiker zu präsentieren.
Leider wurde uns dieser Schatz im zweiten Irak-Krieg nicht zugänglich gemacht.
So kann man nur vermuten, was der Fundamental-Humanist zu die dem Ereignis zu sagen hätte: auf jeden Fall etwas sehr, sehr Kluges!
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