Klima Ohne Atomstrom
Greenpeace hält einen CO2-neutralen Atomausstieg bis 2015 für realistisch. Ermöglichen soll dies der verstärkte Einsatz von Kraftwärmekopplung.
Bislang basierte das gängige Klimazukunftsszenario auf einer einfachen WennDann-Formel: Wenn Deutschland seine Kohlendioxidemissionen reduzieren will, dann muss es auf CO 2 -freie Atomenergie setzen. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace aber hat dazu heute in Berlin einen Plan B vorgestellt, der zeigen soll, dass es auch anders geht. Wichtigstes Ergebnis ihrer Energiestudie: Deutschland kann bis 2015 alle Atomkraftwerke vom Netz nehmen, ohne dass zusätzlich Emissionen des schädlichen Klimagases CO 2 anfallen. Im Gegenteil: Bis 2020 könne Deutschland sogar das ambitionierte Ziel erfüllen, die Treibhausgase um 40 Prozent zu mindern. Jetzt ist es an der Politik, Privilegien für klimaschädliche Industrien abzubauen, fordert Greenpeace-Energieexperte Andree Böhling.
Zusammen mit dem Aachener Beratungsinstitut EUtech hat Greenpeace ein nationales Energiekonzept für das Jahr 2020 erarbeitet. Das Szenario geht davon aus, dass sich allein bei der Stromerzeugung durch effizientere Technologien und Brennstoffe 24 Prozent des Stroms einsparen lassen. Dies entspricht etwa dem heutigen Atomstrom-Anteil. Zurzeit sind in Deutschland noch 17 Kernkraftwerke am Netz. Im Jahr 2021 soll der letzte Meiler abgeschaltet werden.
Um bereits sechs Jahre früher (2015) auszusteigen, schlägt Greenpeace einen umfassenden Wandel der Energiepolitik vor. Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung, der heute bei 11,8 Prozent liegt, soll verdoppelt werden. Für die Industrie sollen Mindest-Effizienz-Standards gelten, um den Verbrauch von Antrieben, Kompressoren oder Beleuchtungen zu mindern. Würden Hauseigentümer zusätzlich ihre Wohnungen besser dämmen und veraltete Heizungen wie Nachtspeicheröfen austauschen, liege das Einsparpotenzial allein im Stromsektor (Verbrauch) bei insgesamt 15 Prozent.
Zentraler Hoffnungsträger im Plan B ist die Kraftwärmekopplung, kurz KWK. Bislang verpufft bei Kraftwerken, die Kohle oder Gas zur Stromerzeugung verbrennen, die anfallende Wärme in der Regel ungenutzt. KWK-Kraftwerke fangen diese auf, speisen sie in Fernwärmenetze ein und heizen so Häuser. Das spart Heizkessel - und damit auch CO 2 . Wegen der doppelten Ausnutzung schaffen KWK-Anlagen einen Wirkungsgrad von 90 Prozent - zum Vergleich: Kohlekraftwerke kommen auf etwa 45 Prozent.
Zurzeit liegt der Anteil der KWK an der Stromerzeugung bei mageren zwölf Prozent. Greenpeace geht davon aus, dass er sich in den kommenden acht Jahren auf 25 Prozent steigern lässt. Auch im Wärmesektor könne sich der KWK-Anteil bis 2020 mindestens verdoppeln. Diese Prognose ist realistisch und wirtschaftlich, sagt Böhling, allerdings ist dafür ein klares Bekenntnis der Politik zur KWK nötig.
Bislang kommt der Ausbau der klimafreundlichen KWK nur schleppend voran. Ein Gesetz aus dem Jahr 2002 regelt die Förderung. Ähnlich wie bei dem Erneuerbaren- Energien-Gesetz (EEG) erhalten Anlagenbetreiber eine Vergütung pro eingespeister KWK-Kilowattstunde. Per Umlageverfahren wird diese Förderung von allen Stromverbrauchern bezahlt. Eigentlich sollten bereits 2004 die Fördersätze überprüft und angepasst werden. Doch bislang ist nichts geschehen und auch die im vergangenen Jahr angekündigte Gesetzesnovelle steht noch aus. Wegen seiner Verbandelung zur klassischen Energiewirtschaft blockiert das Bundeswirtschaftsministerium seit Jahren den Ausbau der Technologie, schimpft Adi Golbach vom KWK-Bundesverband. Doch auch die Investitionssummen schrecken ab, denn der Ausbau des Fern- und Nahwärmenetzes in Deutschland würde teuer werden.
Beim Stichwort Kosten hält sich Greenpeace leider zurück. Eine Gesamtinvestitionssumme oder zukünftige Energiepreis-Schätzungen nennen die Autoren nicht. Das wäre höchst spekulativ es hängt davon ab, auf welche Technologien die Politik setzen wird, sagt Böhling. Er verweist lieber auf den Klima-Report des britischen Ökonomen Nicolas Stern, der im Oktober 2006 weltweit für Furore sorgte: Jeder Euro, der heute in den Klimaschutz investiere, erspare zukünftige Kosten von fünf bis 20 Euro.
Zum Thema
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Aber die Ressourcen sind begrenzt, ihr Verbrauch schadet dem Klima. Ein Schwerpunkt »
Im Internet
Greenpeace: : Klimaschutz: Plan B. Nationales Energiekonzept bis 2020 (pdf) »
- Datum 22.03.2007 - 02:23 Uhr
- Quelle ZEIT online
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'realistisch' und 'greenpeace' passen einfach nicht zusammen
Ja natürlich gibt es Quellen. Alles ist schriftlich belegt.
sind unbedingt notwendig. Machbarkeitsstudien von renomierten instituten werden gewoehnlich nicht so leicht und vor allem polemisch angegriffen , wie es hansjoachim hier tut.
greenpeace ist eine weltorganisation mit vision und verantwortungsgefuehl. wenn es so etwas nicht gaebe saehe es viel schlimmer aus in deutschland und um hansjoachim herum.Und dass greenpeace realistische machbarkeitsstudien erstellen und sogar im alleingang realisieren kann , wurde bereits zur genuege bewiesen ( vom zB FCKW-freier kühlschranküber, chlorchemie , verhinderung einer atombombenzuendung etc.)
ob etwas machbar ist zeigt sich bekanntlich ja immer erst wenn man es auch versucht. wer vorher schon weiss , dass es nicht geht, kann sich eigentlich nur noch den strick nehmen : das geht sicher.
Fuer die realisierbarkeit von realistischen machbarkeitsstudien sind am ende natuerlich nicht die verantwortlich , die die studie erstellten , sondern die beschlussfassende instanz, die durchfuehrenden und die gesellschaft , die moeglicherweise ein ziel verfolgt, als rueckhalt und legitimation.
mit leuten wie hansjoachim kommen wir nirgens hin.
Greenpeace führt sich mit der Studie selbst ad absurdum. Wenn wir enorme Anstrengungen im Energiesektor unternehmen, die ebenso enormes Geld kosten, können wir CO2-neutral die KKWs abschalten. Sehr schön.
Leider haben wir dann immer noch keine einzige Tonne CO2 eingespart, und wie das auch noch funktionieren soll, beschreibt die Studie wohlweislich nicht.
Der gleichzeitige Ausstieg aus der Kernenergie und Einstieg in die CO2-Reduktion ist eine ans lächerliche grenzende Illusion, die von Greepeace u. Co. zur Volksverdummung verbreitet wird. Es lebe die Öko-Religion.
Praktisch funktionierende Lösungen sehen leider anders aus und bestehen aus - bis jetzt - 28 neuen Kohlekraftwerken für D. CO2 sparen? Fehlanzeige. Mit 28 neuen KKWs würde Deutschland dagegen zum Weltmeister der CO2-Reduktion.
... dem entgeht natürlich der Satz: 'Im Gegenteil: Bis 2020 könne Deutschland sogar das ambitionierte Ziel erfüllen, die Treibhausgase um 40 Prozent zu mindern.'
Oder paßt er nur nicht ins ideologisch betonierte Weltbild der Grünenhasser?
und da kenne ich die Grünen aus eigener persönlicher Anschauung. Zuerst waren sie nämlich keine Grünen, sondern sassen als kommunistische Aktivisten an MSB-Spartakus- oder KBW-Büchertischen oder traten als kommunistische Funktionäre in studentischen Vollversammlungen auf und verzapften den Blödsinn, den sie vorher aus Moskau, Ost-Berlin oder Peking als Direktive bekommen hatten.
Nach dem Sturz der Viererbande in Peking und ähnlichen ideologischen Katastrophen lösten die K-Gruppen sich auf, und meine 'Freunde' waren für mehrere Jahre verschwunden. Schade, es war immer lustig, wie sie sich drehten und windeten, wenn man sie zu konkreten Aussagen nötigte.
Dann konstituierten sich die Grünen in NRW und - O Wunder - meine 'Freunde' vom Büchertisch sassen im Landtagswahlkampf an neuen Büchertischen und verzapften neuen Blödsinn. Wenn man was konkretes hören wollte, drehten und windeten sie sich immer noch wie zuvor.
Meinen 'Hass' haben diese Leute niemals auf sich gezogen, sondern mein Mitleid über soviele Illusionen und Unwissenheit und teilweise meine Verachtung über soviel aktive Volksverdummung.
Heute reklamieren die gleichen Leute die Meinungsführerschaft beim Umweltschutz. Die Realität sieht leider so aus: Luftnummern, Hirngespinste und geballte Inkompetenz mit Öko-Siegel.
Um noch was anderes zu sagen: Jeder Fachmann weiss, wie man nur mit Wind und Sonne etc. die Energieversorgung schaffen kann. Man stellt die Windräder von Gibraltar bis Russland und von Finnland bis Nordafrika auf. Die Sahara nutzt man mit Sonnenzellen oder Solarthermischen Kraftwerken, und Skandinavien stellt seine gesamte Wasserkraft bereit.
Das ganze koppelt man mit einem gigantischen elektrischen Verbundnetz und Wasserstoffpipelines, in die der in der Sahara elektrolysierte Wasserstoff als Energiespeicher einströmt. Was noch fehlt, trägt das Energiesparen bei.
Das ganze hat nur 2 Pferdefüsse: Bis so ein System aufgebaut ist, ist das CO2-Problem längst in den tiefsten Brunnen gefallen. Und gegen die Kosten sind europaweit 100 neue KKWs geschenkt. Diese könnte man bei entsprechendem politischen Willen aber in 10 Jahren aufbauen und dafür alle neuen Fossilkraftwerke streichen.
koennen sie nicht mal aufhoeren zu jedem x-beliebigen thema ihre immer selbe ebenso auf ihre art religioese muehl abzuleiern sondern endlich mal konstruktiv mitdenken - jawohl denken - anstatt rigide darauf zu bestehen , dass die alten kamellen der einzige weg in die zukunft sind . ausserdem waren sie wahrscheinlich in den alten zeiten noch schlimmer - sassen mit ihren junge- union freunden laesternd zusammen , weil ihnen neuartiges gedankengut sogar zum ausprobieren zuviel angst gemacht hat, und sitzen wohlmoeglich immer noch mit ihnen zusammen, wenn sie nicht schon nach und nach weggestorben sind, und quasselln sich dieselben alten pseudowahrheiten an den hals .
bitte verschoonen sie uns doch ein wenig - wir wisen langsam wie sie gestrickt sind und koennen sie nicht fuer eine neubearbeitung der realitaet gebrauchen.polemik und miesmacherei bringt uns nicht weiter - trotzdem danke fuer den versuch etwas beizutragen.
die auf Kernenergie, Wind, Wasser und Sonne beruht, ist also eine alte Kamelle? Das Argument ist vielleicht sogar richtig, denn darüber wurde schon zu meiner Zeit als Physikstudent 1978 in Seminaren gesprochen.
Ohne Kernenergie und später mal Fusionsenergie ist so ein System aber entweder ein Märchen oder utopisch teuer und instabil.
Die physikalischen Grundlagen bzw. 'Realitäten' haben sich seit damals nicht geändert, und auch keine noch so ausgekochte Ökobewegung wird diese jemals ändern können.
Wohl aber hat sich die politische Grundstimmung geändert, und nicht zum positiven, sondern zum idiotischen. Insbesondere hat die Fachkompetenz der Entscheider durch den Marsch der 68er durch die Institutionen dramatisch abgenommen.
Meine Ausführungen zu den Grünen sind sicher etwas polemisch, aber so wie beschrieben habe ich die Akteure nunmal 'live' erlebt. Lange bevor sie grün wurden.
Im übrigen war ich niemals parteipolitisch engagiert. Technische Fachkompetenz war nämlich schon 1978 ein gewisser Hinderungsgrund für politische Karrieren. Politologie kam da erheblich besser an.
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