Iran Faustpfand im Atomstreit
Mit der Festsetzung von 15 britischen Soldaten steuert Iran einen rabiaten Konfrontationskurs im Atomstreit. Können die vom UN-Sicherheitsrat beschlossenen Sanktionen etwas ausrichten?
Nach der Festsetzung von 15 britischen Soldaten in Iran rechnen die Märkte mit weiterer Eskalation: Der Ölpreis kletterte auf den Höchststand des Jahres. Offenkundig sollen die 15 Soldaten als Faustpfand im Atomstreit genutzt werden. Das Regime in Teheran will schließlich auf die Atombombe nicht verzichten. Vor der Entscheidung des Weltsicherheitsrates hat Ajatollah Chamenei schärfere Sanktionen bereits als illegalen Akt gebrandmarkt. Iran werde darauf mit illegalen Aktionen antworten.
Iran steuert einen rabiaten Konfrontationskurs. Sollte das Regime so fortfahren, könnte am Ende eintreten, was niemand, auch nicht die USA, bislang ernstlich ins Auge fassen mochte: ein militärischer Schlag. Zu Recht hat Washington darauf beharrt, die militärische Option nicht auszuschließen und sich nur auf Verhandlungen zu verlassen. Im Golf wurde eine ansehnliche amerikanische Drohkulisse aufgebaut.
Einige Signale aus Teheran wie auch jüngste Verhandlungen in Bagdad, an denen Iran teilnahm, ließen die Erwartung aufkeimen, Teheran sei am Ende vielleicht doch zum Einlenken bereit. Nun bleibt nur noch die Hoffnung, dass die härteren Sanktionen, die am Samstag vom Weltsicherheitsrat der UN einstimmig verabschiedet wurden und die auch von Russland und China unterstützt wurden, den Druck erhöhen werden. Wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der sozialen und wirtschaftlichen Lage könnte Präsident Ahmadineschad seines Rückhaltes bei den Massen berauben und seinen Konfrontationskurs auch den Mullahs allzu riskant erscheinen lassen.
Das, wie gesagt, ist die Hoffnung. Letztlich steht und fällt sie allerdings mit der Antwort auf die bange Frage, mit wem es der Westen zu tun hat: Handelt es sich um eine iranische Regierung, die letztlich fähig ist, rational, im Interesse ihres Landes zu handeln? Oder hat die Welt es mit apokalyptisch inspirierten Wahngläubigen zu tun, die auf die verheißene Wiederkehr des verborgenen Imans warten und die Israel tatsächlich vom Erdboden tilgen wollen, was mit der Atombombe sicherlich leichter zu bewerkstelligen wäre. Die Antwort auf diese Frage steht noch aus. Sollte sich letztere Erklärung als zutreffend herausstellen, stünde es schlecht um die Chancen für eine politische Lösung.
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- Datum 01.12.2009 - 07:33 Uhr
- Quelle ZEIT online
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Ein nordkoreanischer Politdemagoge könnte dies nicht besser tun können, als das oben niederzuscripten.
AlbertHalbstein - der Mann für 'richtige' und simple Antworten.
Tatsäschlich: Im Iran herrscht eine korrupte, klerikal faschstoide Clique, deren das Genick gebrochen werden muss.
Mit friedlichen, oder anderen Mittel.
Zuerst einmal sollte geklärt werden wo denn nun tatsächlich die 15 Leute 'entführt' wurden. Welches Schiff wurde kontrolliert? Wie gelangen überhaupt britische Soldaten in iranische Gefangenschaft? Der genaue Hergang ist für mich nirgendwo ersichtlich.
Sollte sich der Vorgang in iranischen Hoheitsgewässern abgespielt haben so ist er legitim. Daran muss sich auch GB gewöhnen.
Es wird auch immer wieder versucht dem Iran das Recht zur Anreicherung von Uran abzusprechen. Der Iran har dieses Recht ebenso wie die Bundesrepublik oder Brasilien. Dass der Iran Atombomben bauen will ist eine durch nichts bewiesene Behauptung. Ebenso könnte ich mich hinstellen und behaupten Deutschland besitzt illegal Kernwaffen. Bitte beweisen Sie das Gegenteil. Wo bleiben die Sanktionen?
Sanktionen werden nichts bewirken. OK - die USA werden keine Rüstungsgüter mehr in den Iran liefern. Aber Russland und China und andere Länder haben Interesse am iranischen Öl und werden den Staat nicht hängen lassen.
Wem nützt das ganze Theater? Ganz einfach: Den Erdöl exportierenden Staaten und den Ölkonzernen. Der Ölpreis ist höher als ohne den Streit. Eine Menge Parteien profitiert von dem Spiel. Die Zeche zahlen die Verbraucher.
Es gäbe eine einfache Lösung für den Frieden im Golf. Iran sollte China einige Militärstützpunkte im persischen Golf aufbauen lassen. Dann wären alle Angriffspläne seitens USA/GB vom Tisch. China hätte sicheres Öl für die nächsten Jahrzehnte und die USA endlich die Quittung für ihre jahrzehntelange Arroganz gegenüber anderen Völkern.
Der Iran ist bereit die Anreicherung überwachen zu lassen. Das ist OK. Mehr ist nicht notwendig. Eine Liefergarantie von Uran durch Drittmächte ist das Papier nicht wert.
Der Iran ist in den letzten Jahrzehnten von Stellvertreterkriegen und Angriffen heimgesucht worden. Zur Zeit beteiligt sich Deutschland an Versuchen, innerhalb des Irans Spannungen zwischen den Ethnien zu erzeugen. Wir dürfen es einem solchen Land nicht verübeln wenn es sich bedroht fühlt.
Man muss die Mullahs nicht mögen. Man muss auch die Marionette Amahdi-Nedschad nicht mögen. Aber bevor wie fremde Regierungen stürzen sollten wir erst einmal den Dreck vor der eigenen Haustür kehren und in Deutschland / Europa wieder die Demokratie herstellen.
Für den Iran liegt die Zukunft in einer stärkeren Partnerschaft mit den Großmächten der Zukunft: China, Indien, Russland.
Der gestiegene Öl-Preis spült jetzt schon taglich über 5 Millionen Petrodollar mehr in Teherans Kassen. Zweitens will Teheran seine Agenten, die von den Amerikanern im Irak geschnappt wurden, freipressen. Drittens wollen die Mullahs den Westen demütigen und zwar auch um zu zeigen das der Westen nicht unbesiegbar ist. Teherans Politik nimmt bewusst einen Krieg in kauf. J.S.
Wie kommt der Autor darauf, dass Iran 'schließlich auf die Atombombe nicht verzichten' will? Das hat in Teheran keiner gesagt, denn man beteuert immer wieder , man wolle die Atomkraft friedlich nutzen. Iran hat den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet und gewiss weniger dagegen verstoßen als die Atommäcvhte, die sich zur Abrüstung verpflichtet hatten.
Abenteuerlich wird es , wenn der Autor meint, dass die USA 'zu Recht' die militärische Option nicht ausschließen. Es wäre ein Angriffskrieg, den die Weltgemeinschaft nicht billigen kann. Zwei mächtige Flottenverbände mit Flugzeugträgern sind schon im Persischen Golf. Bush könnte jederzeit den Angriffsbefehl geben. Die ZEIT wird dann noch applaudieren? Kann ich mir nach den Erfahrungen mit dem Irak nicht vorstellen.
Entführung von Menschen ist ein schweres Verbrechen.
Es wurden aus anderen Anlässen Kriege angefangen.
Die Französen führten im 1830 den Krieg im Maghreb 'schon'
deshalb, weil der Sultan den französischen Botschafter ohrfeigte.
Tony Blair und seine verbliebenen Getreuen haben wohl vergessen, dass die Zeiten des britischen Empire vorbei sind. Sie können nicht mehr nach Gutdünken in der Welt schalten und walten . Es gibt zum Glück einige wenige Länder wie z.B. Iran, die sich von den Angloamerikanern nicht beliebig schikanieren lassen.
Blair - auch als Kumpane und Komplize von Bush - hat restlos abgewirtschaftet.
Sollte die iranische Marine tatsächlich in fremden (also in diesem Fall irakischen) Hoheitsgewässern Entführungen vorgenommen haben ist das ein klassischer Casus Belli. Die betteln ja förmlich nach einem Angriff. Wobei sie höchstwahrscheinlich 'nur' hoch pokern, da sie glauben, dass die NATO einen weiteren Krieg um jeden Preis vermeiden will.
Dieser nach allen Regeln der Kunst vorbereitete Krieg könnte nicht stattfinden, wenn es eine 'Antikriegskunstkonvention' gäbe.
Es würde schnell ersichtlich, dass jedes Volk der Welt die Kraft hätte, sich von seinen Unterdrückern zu befreien. Aber anscheinend passt dies vielen Regierungen dieser Welt nicht wirklich ins Kalkül.
Der allgegenwärtige Populismus, der auch in Deutschland immer neue Blüten treibt und mit aller Macht verhindern soll, dass die Fortschrittsdividende allen weiterhilft, baut auf egoistischen Wunschträumen auf, die insbesondere gegen die überflüssigen Mitmenschen gerichtet sind.
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