Gesundheit Rauchen regional
Die Ministerpräsidenten konnten sich nur scheinbar auf ein einheitliches Rauchverbot in Gaststätten einigen. Das muss nicht schlimm sein, aber sinnvoll ist es auch nicht. Ein Kommentar
Wenn ein Ausländer nach Deutschland kommt und irgendwo ungestört etwas essen oder trinken will, wird er künftig wohl erst einmal überlegen müssen, in welchem Bundesland er sich gerade aufhält. Darf hier in manchen Lokalen noch gequalmt werden? Oder nur in abgeschlossenen Raucherräumen? Was bedeutet das merkwürdige "R" am Eingang? Oder zählt jenes Etablissement als Diskothek, wo sich Jugendliche zwar flatrate ins Koma saufen, aber nicht mehr zusätzlich mit Nikotin vollpumpen dürfen?
Auch viele Deutsche wird der Flickenteppich verwirren,
den die Länderregierungschefs mit ihren vielfachen Ausnahme- und Sonderregeln nach jahrelanger Diskussion beschlossen haben.
Das bedeutet an sich noch keinen Weltuntergang. Zum Föderalismus, einem Wesensmerkmal Deutschlands, gehört nun einmal, dass es in einzelnen Ländern abweichende Vorschriften geben kann. Das gilt seit jeher etwa im Bildungs- oder Polizeirecht. Auch in den USA gibt es von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedliche Steuer- und Waffengesetze, Alkohol- und Rauchverbote. Und als Gast kann man ja in andere, qualmfreie Gaststätten ausweichen. Die Wirte werden schon merken, dass sich ein Nikotinbann bezahlt macht, wie andere Länder ihn vorgemacht haben, weil er mehr Nichtraucher anlockt als Raucher vergrault.
Dennoch ist es legitim zu fragen, warum sich so bedeutende Politiker wie Christian Wulff oder Jürgen Rüttgers für Rauchersonderzonen in ihren jeweiligen Landessprengeln stark machen. Welche Gründe führen sie an? Welche Interessen und Einflüsse verbergen sich womöglich dahinter?
Sicher kann man aus einer grundliberalen Haltung heraus argumentieren, der Staat dürfe sich nicht in alles einmischen und dürfe nicht auch noch verbieten, dass Dorfhonoratioren am Stammtisch qualmen oder andere nach einem guten Essen oder zum Bier eine Zigarette oder Zigarre genießen wollen. Schließlich ist jeder frei darin, wie er sich umbringt. Das Problem ist jedoch, dass hier mehrere Interessen gegeneinander stehen: die der Raucher und der Tabakindustrie, die der Nichtraucher, die sich vom Qualm am Nebentisch gestört und in ihrer Gesundheit beeinträchtig fühlen, und die der Beschäftigten in den Gaststätten, die häufig unter chronischen Erkrankungen durch den blauen Dunst leiden. Da gilt es eine Abwägung zu treffen.
Wenn aber die Gesundheitsminister der Länder unisono, die Mehrheit der Ministerpräsidenten und auch die Bundespolitik zu der Auffassung gelangen, der Gesundheitsschutz der Nichtraucher und der Beschäftigten sei höher zu bewerten als das Genussrecht der Raucher - warum soll das dann in Niedersachsen und im Sachsen-Anhalt anders gelten als in Hessen oder Hamburg? Haben tabakabgeneigte Gäste und Kellner in Nordrhein-Westfalen weniger Rechte als in Schleswig-Holstein? Und in bayerischen Festzelten und saarländischen Kleinbistros andere als in Berliner Eckkneipen?
Nein, Kleinstaaterei hat an diesem Punkt, wo es um den Gesundheitsschutz von Menschen geht, die sich kaum wehren können, keine Berechtigung. Es würde ja auch niemand auf die Idee kommen, beim Schutz vor BSE Ausnahmen für Dorfmetzgereien auf der Schwäbischen Alb zu fordern.
Föderalismus ist eine feine Sache. Er kann regionale Vielfalt zum Ausdruck bringen, etwa beim Ladenschluss. Da stört es kaum jemanden, wenn in dem einen Land die Geschäfte länger aufhaben dürfen als andernorts. Doch wo es um hohe gesundheitliche Risiken durch erzwungenes Mitrauchen geht, dürfen keine unterschiedlichen Maßstäbe gelten. Zwei Drittel der Deutschen wünschen sich ein generelles Rauchverbot in Gaststätten. Die Politiker sollten endlich auf sie hören - und nicht auf die Tabaklobby.
Zum Thema
Rauchverbot mit Ausnahmen
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Die Ministerpräsidenten haben sich auf ein weitgehendes Tabakverbot in Gaststätten verständig »
- Datum 26.03.2007 - 09:52 Uhr
- Quelle ZEIT online
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Skandalös! Blamabel! Ein Armutszeugnis für die beteiligten Politiker! Nikotin ist eine Droge und genauso gefährlich wie Heroin!
Ich kenn Dich nicht. Aber warum willst Du ausgerechnet in die gleiche Kneipe wie ich.
In die Kneipe mit dem 'R' an der Türe. Die Kneipe in der 80% Raucher sind, die bei einem Bierchen zusammen sitzen, den Qualm in die Luft blasen, die nach Rauch stinken und trotzdem fröhlich sind ihren Tag ausklingen lassen wollen. Ich will keinen Stress mit irgendjemand, ich will einfach nur abschalten mit meinen Freunden über den neuen Kunden reden, oder vielleicht mit meiner Frau zusammen gemütlich essen gehen.
Niemand hat ein Problem mit der verqualmten Bude. Weder an unserem Tisch, noch an den Nachbartischen oder vorne am Tresen. Die Bedienung ist selbst Raucherin. Ich seh, wie ihre Zigarette im Aschenbecher links neben der Theke vor sich hinqualmt.
Der Abend ist ganz okay alles ist in Ordnung....
...bis zu dem Moment, als von der Nachbarkneipe, die übrigens dieses 'R' nicht über der Türe hat, ein Gast reinkommt und hier ein Bierchen zischen möchte, oder weil hier die besseren Steaks gebraten werden.
Kaum ist er hier, geht auch schon das Gezeter los, daß es hier stinkt, und er die Reinigung seiner Klamotten vom Wirt bezahlt bekommen will, weil der Gestank nicht mehr raus geht. Er schimpft auf die Politik wegen der Ausnahmen, die es wegen des Rauchverbots gibt, lamentiert darüber, daß die Politiker kein Rückgrad hätten und vor der Tabaklobby einknicken. Ehrlich gesagt bin ich froh, dass es so kam. Auch ist der Politiker nicht vor der Tabaklobby eingeknickt, sondern hat mich auch als Minderheit berücksichtigt. Mein Freund, übrigens ein Nichtraucher ist ebenfalls froh, daß es so gekommen ist. Er akzeptiert, daß ich rauche. Genauso, wie ich niemals in seiner Wohnung oder seinem Auto rauche.
Wieder höre ich den neuen Gast von nebenan. Er meckert, daß an seinem Tisch noch immer nicht der Aschenbecher weg genommen wurde.
Ehrlich gesagt weiß ich auch nicht, was er denn hier will. Warum geht er nicht einfach wieder rüber zum Nachbarn ohne das 'R' an der Türe.
Er will ein Nichtraucherlokal? Ist doch gleich nebenan.
Wo ist denn nun wirklich das Problem?
Die Arbeitsstättenverordnung kanns nicht sein, denn die Bedienung arbeitet hier, weil sie hier bei der Arbeit auch rauchen kann.
Ich kanns auch nicht sein, denn um mich muss er sich keine Sorgen machen. Ich kann gut auf mich selbst aufpassen, soweit ich das für richtig halte.
Er will mir erklären, daß ich meine Gesundheit ruiniere? Das weiß ich auch so. Aber ich akzeptier das für mich.
Er will mir erklären, daß ich für die hohen Gesundheitskosten verantwortlich sei. Ich bin 52 und mein letzter Arztbesuch ist nun knapp 1 Jahre her und da war beim Zahnarzt wegen meiner Dritten.
Und so gehts auch den andern bei uns am Tisch. Okay, einer hatte nen Herzinfarkt vor paar Jahren. Aber hat die Schnullerbacke denn nun das Recht über uns und unser Leben zu bestimmen? Wenn dann mach das mein Arzt, mein Pfarrer meinetwegen oder sonst jemand, zu dem ich das Vertrauen habe. Aber doch ganz sicher nicht der von Nebenan, der hier in mein Leben tritt und ich nicht in seines. Ich gehe nicht zu ihm und rauche in voll, das gebürt der Respekt. Aber gleichen Respekt verlange ich für mich und die andern hier in der 'R'-Kneipe ebenso.
Wieder haben die Politiker vor der Tabaklobby gekuscht. Wir machen uns in Deutschland mit dem Gewürge ums Rauchverbot lächerlich. In praktisch allen anderen europäischen Ländern funktioniert ein 'richtiges' Rauchverbot in Lokalen problemlos, sogar die Raucher und die Wirte applaudieren, weil die Umsätze steigen. Es kommen eben mehr Nichtraucher als Raucher wegbleiben.
Da aber fast unsere ganze Politikerriege raucht und die Tabklobby Millionen ausgbit, um wirksame Regelungen zu verhindern, haben wir jetzt wieder diesen Schlamassel. Es wird vielleicht bald in Kneipen weniger gestunken und gequalmt, aber immer noch zu viel.
sind insofern eine gute Lösung als in diesem Fall die Süchtigen nicht auf der Straße herumhängen und ich meinem Kind nicht erklären muss, wass das für komische Typen sind ...
Wenn Nichtraucherkneipen und -Restaurants mehr Gewinn abwerfen,
dann wird es demnächst nur noch Nichtraucherkneipen und -Restaurants geben.
Man fragt sich nur, warum es sie jetzt noch nicht gibt.
Sind die Wirte denn alle geistig minderbemittelt, ich dachte immer, die betreiben
ihr Geschäft um Geld zu verdienen und zwar möglichst viel.
Oder mischen sich da viele in die Diskussion ein, die zwar die Welt verbessern wollen aber wenig Lust auf Kneipe haben?
Was wohl als nächstes verboten wird. Wir befinden uns auf dem besten Weg zu einer Gesellschaft, die nur noch mit Verboten lebt. Jetzt das Rauchen, dann das Trinken, dann das Lesen, dann das Lachen und so fort.
'Und als Gast kann man ja in andere, qualmfreie Gaststätten ausweichen. '
Wieder das übliche Missverständnis, als würde es darum gehen, dass hier die Nichtraucher und dort die Raucher sitzen. Es geht (mir) nicht darum zu trennen, es geht mir um rauchfreie Luft. Und wenn ich mich mit Freunden treffen möchte, die halt Raucher sind, dann will ich das auch tun können, ohne anschließend wie ein alter Aschenbecher zu stinken. Und das ist wirklich am einfachsten, wenn das Rauchen in Gaststätten ganz generell verboten ist, weil dann die Regeln klar sind. Rücksichtnahme kann ich vielleicht an meinem Tisch erreichen, aber die Zigarette stinkt auch vom Nachbartisch...
Gebt den Wirten Zunder! Hier meine Tipps: 1) vor jedem Restaurantbesuch nach Nichtraucherplätzen nachfragen, wenn nein, dann Tschüss. 2) Rechnung für die Reinigung der Kleidung an den Wirt schicken, speziell wenn man Nichtraucher gebucht hat und im selben Raum trotzdem geraucht wurde. 3) Alle Nachbartische bitten nicht zu rauchen weil sonst das Essen nicht schmeckt. Diese Bitte ruhig durch Wirt/Bedienung übermitteln lassen. 4) Aufstehen und Ärger anfangen, wenn man durch Raucher belästigt wird. 5) Wasserpistolen mitführen und löschen wenn's brennt 6) Deospray versprühen 7) kein Trinkgeld für verrauchte Restaurants ... !!! NICHTAUCHER WEHRT EUCH GEGEN DIE LOBBY, MACHT DEN WIRTEN DRUCK !!!!
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