Computerspiele Hyperrealistische Optik

Mit reichlich Verspätung und für viel Geld wirft Sony die Playstation 3 auf den Markt. Die Konsole kann einiges, deutlich weniger aber als die amerikanische Variante.

Der Konsole dritter Teil

Der Konsole dritter Teil

Zu einem auffälligen Menschenauflauf, glänzenden Augen und vermutlich sogar Entzückensschreien kommt es in der Nacht zum Freitag am Potsdamer Platz: Im Berliner Sony-Center beginnt der europaweite Verkaufsstart der Sony Playstation 3 . Sony erwartet 2000 sogenannte Fans, wobei man Fans daran erkennen kann, dass sie 600 Euro mit sich herumtragen, um ihre PS3 gleich um Mitternacht erstehen zu können.

Die Fans haben geschlagene vier Monate leiden müssen – so lange wird die PS3 schon in Japan und den USA verkauft, nur hierzulande nicht. Grund: Lieferengpässe bei gewissen Laserdioden, die mit dem Abspielen von hochauflösenden Videos zu tun haben.

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Einst war Sony bei den Spielekonsolen Platzhirsch; das hat sich geändert. Die Xbox 360 von Microsoft und Nintendos Wii verkaufen sich in den USA derzeit besser als die PS3 , die auch dort mit großer Verspätung startete und eben schweineteuer ist. In den einschlägigen Foren rechnet man sich derzeit die Köpfe heiß. Zum satten Verkaufspreis kommen Controller für die Mitspieler, Ladestationen, Fernbedienungen und Spiele. Schnell sind 900 Euro zusammen. Außerdem gibt es großes Gemecker, weil die europäische Version eine Sparausgabe ist; dadurch sind rund 90 Prozent der älteren PS2 -Spiele nicht mehr lauffähig. Wen es interessiert: Sony hat eine Liste publiziert , darauf die Spiele, die es in der PS3 noch tun. Irgendwann, so Sony will, soll es Updates geben, die auch alte Spiele ermöglichen.

Und wo wir gerade beim Schimpfen sind: Ein Beitrag zur Klimadebatte ist die PS3 eher nicht. Der Prozessor genehmigt sich 380 Watt, und wenn man einen netten Bildschirm dazu flimmern lässt, rauscht gut ein halbes Kilowatt in der Stunde durch die Zähleruhr.

Doch was kriegt man, wenn man jetzt zuschlägt? Im Vergleich zu allem Dagewesenen einen veritablen kleinen Multimedia-PC. Mit allem Pipapo, Musik, Video (Blu-ray Laufwerk), Internet, 3-D-Controller. Mit üppigen Werten: die Prozessoreinheit ist mit 3,2 Gigahertz getaktet, 60 Gigabyte Festplatte (erweiterbar). Mit neuen, noch fieseren Renn- und Egoshooter-Spielen oder überaus lebensnahen Samurai-Szenarien, und alles in einer nicht realistischen, sondern hyperrealistischen Optik.

Und wie die Konkurrenz setzt jetzt auch Sony auf die Internetgemeinde. Es soll eine Art Second Life für PS3 -Besitzer entstehen. Komplett mit Immobilien, chatten, Musik hören. Und, versteht sich: Spiele modifizieren und anschließend damit angeben. Man ahnt, was definitiv auch in dieser Welt fehlen wird: frische Luft und Bewegung.

 
Leser-Kommentare
    • hefe60
    • 22.03.2007 um 23:25 Uhr

    ...umgekehrt sein. Diesen Kasten kaufen nicht selten Leute aus sozial schwachen Schichten mit wenig Geld und wenig Bildung. Brot und Spiele...

  1. .. sind sinnlos, also spart es euch. Danke.
    (hefe60 mein ich nicht.)

  2. Nur wer zuviel Geld übrig hat, soll diese Kasten kaufen

    • DJGHH
    • 23.03.2007 um 9:03 Uhr

    'rauscht gut ein halbes Kilowatt in der Stunde durch die Zähleruhr'.
    Ich bin am Wochenende auch 120 Stundenkilometer in einer Stunde gefahren. (?-)

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