Nachhaltig investieren Der Dow Jones Sustainability Index

Was ist nachhaltig? Die Mitarbeiter von Sustainable Asset Management (SAM) meinen: Nachhaltig ist nur, was ökonomisch, ökologisch und sozial in der Zukunft Bestand hat.

Wenn sie den Dow Jones Sustainability Index (DJSI) zusammenstellen, analysieren sie deshalb diese drei Dimensionen der Nachhaltigkeit. Jede fließt zu einem Drittel in den Index ein. Sonst übliche Öko-Ratings bewerten lediglich die ökosozialen Leistungen der Unternehmen und überlassen die Finanzanalyse anderen Experten.

Die Methode der Schweizer ist das Best-in-Class-Prinzip: Von den 2500 weltgrößten Konzernen wählen sie jedes Jahr im September jene aus, welche innerhalb ihrer Branche die besten ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Leistungen erbringen. Aus diesen Klassenbesten werden die stärksten zehn Prozent zum DJSI World gruppiert. In den verwandten DJSI Stoxx erhalten die besten zwanzig Prozent Einlass.

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Was sind die Kriterien der Finanzexperten? Sie untersuchen Managementsysteme und Transparenz, achten auf gute Unternehmensführung und das Verhalten gegenüber den Mitarbeitern, aber auch auf die Höhe der Kohlendioxid-Emissionen und des Energieverbrauchs, auf ein neues Produktdesign oder die Art der Müllverwertung. „Die wichtigsten Informationen sind jene, die uns sagen, was Nachhaltigkeit bringt, was sie kostet und ob sie die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens künftig erhöht“, erläutert SAM-Chef Reto Ringger . So berechneten SAM-Analysten beispielsweise im Oktober, dass Energiekonzerne mit guten Nachhaltigkeitsratings auch eine hohe Eigenkapitalrendite haben.

Ringgers Börsenbarometer wird auch kritisiert. So wurde vor zwei Jahren die Methodik plötzlich so geändert, dass der Vorbildkonzern Henkel aus dem Weltindex verschwand. Zum Teil gibt der SAM-Chef seinen Kritikern Recht: „Henkel ist wirklich eine tolle Firma.“ Doch Dow Jones gebe die Branchenbildung vor, und SAM müsse sich daran halten. Schließlich wollen institutionelle Investoren die Performance des DJSI am konventionellen Vergleichsindex messen, deshalb müssten die Branchen sich gleichen.

Aus dem gleichen Grund werden keine Branchen aus dem DJSI ausgeschlossen. Öl-, Tabak- und Rüstungskonzerne können also im Index notiert sein. „Wir wollen die Mainstream-Investoren erreichen“, verteidigt Ringger sein Konzept. „Ausschlusskriterien würden die Risiken erhöhen und die Vergleichbarkeit mit konventionellen Indizes einschränken. Ethik ist oft subjektiv – Investoren müssen schon selbst entscheiden, wie weit sie gehen wollen.“

Allerdings erreichen Rüstungsproduzenten nur schwer die 20 Punkte, die mindestens nötig sind, um in den Index aufgenommen zu werden. Und in Einzelfällen kann das „Index Design Komitee“ doch ein Unternehmen vom Index ausschließen – dann nämlich, wenn nicht klar ist, ob kriminelle Machenschaften des Konzerns oder die Tatsache, dass Diktaturen unterstützt wurden, ein „Unfall“ oder doch ein strukturelles Problem sind. Veröffentlicht wird die Entscheidung nicht.

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