Frieden für Land - mit dieser Formel will die Arabische Liga die Bemühungen um eine Lösung des Nahost-Konflikts wieder in Gang bringen. Auf einem Gipfel der Organisation verabschiedeten die Staats- und Regierungschefs am Donnerstag in Riad eine entsprechende Erklärung. Danach bieten die 22 arabischen Staaten Israel eine Normalisierung der Beziehungen an, wenn sich das Land aus den Palästinenser-Gebieten zurückzieht. Israel zeigte sich grundsätzlich offen für die Initiative, wollte die Pläne jedoch noch im Detail prüfen. Die USA bezeichneten die Bemühungen der Liga als "sehr positiv".

Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas warnte zum Abschluss des Gipfeltreffens vor einer Eskalation der Gewalt, sollte der Nahost-Konflikt nicht bald gelöst sein. "Ich bekräftige den palästinensischen Willen, dem israelischen Volk die Hand zu einem Frieden zu reichen", sagte Abbas. "Wir dürfen keine weiteren Chancen in der Geschichte dieser langjährigen und schmerzhaften Angelegenheit verstreichen lassen." Sollte es zu keiner Lösung kommen, sei die gesamte Region von Krieg bedroht, mahnte der Palästinenser-Präsident. Dies werde auch Folgen für alle anderen regionalen und internationalen Konflikte haben.

Die Mitglieder der Liga forderten die internationale Gemeinschaft auf, das Prinzip "Land gegen Frieden" zur Grundlage der erneuerten Bemühungen um eine Nahost-Lösung zu machen. Die Friedensinitiative wurde erstmals 2002 von Saudi-Arabien vorgelegt. Die arabischen Staaten hoffen diesmal auf mehr Unterstützung bei den USA und der Europäischen Union. Der Plan fordert einen "gerechten und umfassenden Frieden" für die Palästinenser und bietet Israel normale diplomatische Beziehungen zu den arabischen Staaten an. Im Gegenzug soll sich der jüdische Staat vollständig aus den 1967 besetzten Gebieten zurückziehen.

Den arabischen Staats- und Regierungschefs komme eine "wichtige Rolle" dabei zu, die Friedensverhandlungen wieder in Gang zu bringen, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack. Der saudiarabische Außenminister Prinz Saud al-Faisal erklärte, Israel setze sich selbst und die ganze Region unwägbaren Gefahren aus, sollte es das Friedensangebot ausschlagen.

Der israelische Vize-Ministerpräsident und Friedensnobelpreisträger Schimon Peres zeigte sich indes offen für direkte Gespräche zwischen den arabischen Staaten und Israel: "Ich würde sagen: Lasst uns verhandeln", sagte er dem Sender Al-Dschasira. "Sie sollen mit ihren Positionen kommen, und wir kommen mit unseren." Auch sprach er sich dagegen aus, "im Vorhinein festzulegen, was wir akzeptieren und was nicht". Die israelische Regierungssprecherin Miri Eisin, sagte, vor der baldigen Antwort Israels müsse allerdings überprüft werden, was an der Initiative neu sei.

Israel hat sich zuletzt gegen einige Kernpunkte des Plans ausgesprochen: So lehnt es die Rückkehr zu den Grenzen von 1967 ab, ist dagegen, dass der arabische Ost-Teil Jerusalems zum Palästinenser-Staat gehören soll, und akzeptiert keine Rückkehr von Flüchtlingen in Gebiete, die heute in Israel liegen.