Musikdownloads Der Tabubruch
Die Plattenfirma EMI wird ihre Musik im Internet künftig auch ohne Kopierschutz verkaufen. Die Konkurrenz gerät damit in Zugzwang.
Es ist ein Tabubruch: Nachdem und am Montag vorab berichteten, dass das Musik-Label EMI die Musik seiner Künstler künftig auch ohne Kopierschutz verkaufen wird, wurde die Nachricht am Mittag offiziell von EMI und Apple bestätigt. Damit bricht die Phalanx der großen Musikunternehmen auf, die ihre Musik in Downloadshops wie dem iTunes Music Store bislang nur geschützt verkaufen. Hat EMI mit diesem Schritt wirtschaftlich Erfolg, werden weitere Musikfirmen folgen.
Als Apple-Chef Steve Jobs genau dies vor einigen Wochen forderte , reagierte das Gros der Branche mit rigoroser Ablehnung. Es gehört schon eine Menge Mut dazu, sein Eigentum ohne jeden Schutz in die Hände der Käufer zu geben, denn diese können es dann ohne Qualitätsverlust vervielfältigen.
Auf der anderen Seite jedoch ist dieser Schritt ein Eingeständnis, denn die Praxis hat gezeigt, dass das Digital Rights Management (DRM) genannte System bis heute nicht funktioniert, aber viele Hürden für ehrliche Käufer aufgebaut hat. Verbraucherschützer kritisieren die Restriktionen , Kunden ärgern sich oder suchen und finden andere Wege.
Für die derzeit kriselnde EMI könnte der Schritt zudem ein großer Erfolg werden. Grundsätzlich ist der Einkauf via iTunes und Co. sehr viel bequemer als das Ausweichen auf illegale Quellen, zum Beispiel die - allen Drohungen der Musikindustrie zum Trotz - nach wie vor beliebten Peer-to-Peer-Netzwerke. Und das Gewissen, es wäre ebenfalls beruhigter. Der Schritt wäre vor allem jedoch eine Veränderung im Bewusstsein: Der Kunde wird nicht mehr als potenzieller Dieb betrachtet. Verbrechen lohnt nicht, doch lohnt sich Vertrauen? EMI wird es herausfinden: Einzelstücke ohne Digital Rights Management werden mit 1,29 einen etwas höheren Preis als die sonst bei Apple üblichen 99 Cent pro Stück kosten. Komplette Alben sollen jedoch nicht teurer werden.
Die Songs der nach wie vor bekanntesten EMI-Künstler sollen von der Regelung angeblich ausgenommen werden: die Beatles.
Imagine, no possession I wonder if you can.
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- Datum 02.04.2007 - 09:37 Uhr
- Quelle ZEIT online
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...dafür bei allofmp3.com Dort gibts wirklich alles für (fast) lau.
Das war ein richtiger Schritt, der dabei helfen dürfte, die illegalen Tauschbörsen zurückzudrängen. Die hatten nämlich bislang gleich zwei 'Wettbewerbsvorteile': Dort gab es die Musik nicht nur für lau, sondern vor allem ohne jede DRM-Restriktionen, sie waren also sogar benutzerfreundlicher als legale Tracks. Was das angeht, ist EMI jetzt also auf Augenhöhe, das wird manchen Kunden locken. Wer knacken wollte konnte das ja ohnehin schon immer auf einfache Weise tun, idem er eine Audio-CD erstellt hat und diese dann einfach wieder eingelesen hat. Wirklich funktioniert hat DRM also nie und getroffen hat es leider immer die Falschen, nämlich die Ehrlichen, die ihre Musik legal erworben und Geld dafür bezahlt haben. Diejenigen, die illegal runerladen, hat es ohnehin nie interessiert.
Mit derartigen Hinweisen sollten Sie sich besser zurückhalten: allofmp3.com ist ebenso illegal wie die bekannten Tauschbörsen. Das Unternehmen verfügt über keine rechtmäßigen Lizenzen und verstößt daher massiv gegen die Urheberrechte der Künstler. Die Musik ist nicht ohne Grund so billig. Wer von diesem Angebot Gebrauch macht, macht sich strafbar. Da können Sie auch gleich bei eDonkey o.ä. runterladen und brauchen denen nicht noch die paar Cent hinterherzuwerfen. 'Gibt's alles schon' stimmt also nicht!
...bei Emusic.com. Trackpreise um die 30 ct, mp3 in alt-preset-standard-Qualität (also sehr gut), völlig DRM-frei. Der Klassik-, Jazz- und Indie-Katalog ist sehr umfangreich (ca. 1,5 mio Tracks). Allerdings nichts für jemanden, der keine Abos mag und auf der Suche nach Charthits ist.
Die Musik der großen Labels findet man auf dem - sonst tatsächlich sehr lohnenswerten - eMusic.com leider nicht. Und da diese ca. 80 Prozent des Marktes beherrschen... Nun, dem ist dann wohl so - und entsprechend muss man diesen dann auch Bedeutung beimessen.
..aber dem einen oder anderen Nutzer ist es vielleicht sogar wichtig, dass von seinem Geld auch noch etwas beim Künstler ankommt. Ob das bei 'fast lau' noch gegeben sein kann?
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