Eine Woche nach Beginn der Krise um die britischen Marinesoldaten hat die iranische Führung eine neues Gefangenenvideo veröffentlicht. Darin bekannte sich der Marinesoldat Nathan Thomas Summers schuldig, mit seinen Kameraden in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen zu sein und entschuldigte sich dafür.

«Wir sind ohne Erlaubnis in iranische Gewässer eingedrungen und wurden von der iranischen Küstenwache festgenommen. Ich möchte mich dafür bei dem iranischen Volk entschuldigen», sagte Summers. Er betonte in dem Video, er werde gut behandelt.

Das britische Außenministerium bezeichnete es als «empörend», dass britische Soldaten für Propagandazwecke missbraucht würden. Einige Tage zuvor hatte das iranische Fernsehen bereits ein Video ausgestrahlt, in dem die einzige Frau unter den Festgenommenen, Faye Turney, zu sehen ist.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat eine Entschuldigung der britischen Regierung für den Vorfall verlangt. Ahmadinedschad habe dies bei einem Telefonat mit dem türkischen Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan gefordert, meldet die iranische Agentur Fars .

In einem Protestschreiben, das am Freitag von der iranischen Botschaft in London veröffentlicht wurde, verlangt Iran von Großbritannien eine Garantie, dass es zu keinen Grenzverletzungen mehr kommt. Darin wirft Teheran Großbritannien vor, dass es auch vor der Gefangennahme der Soldaten am Freitag vergangener Woche bereits mehrfach solche Grenzverletzungen gegeben habe.

Die Regierung in London müsse Sorge dafür tragen, dass sich solche «illegalen Akte» innerhalb von iranischen Hoheitsgewässern nicht wiederholten, heißt es weiter in der Protestnote.
Großbritannien hingegen vertritt die Ansicht, dass die Soldaten innerhalb von irakischen Hoheitsgewässern verschleppt wurden.