Antje Buschschulte streichelte ihr tröstend übers Haar. Das Lachen war erst nur ein halbes, die Niederlage tat weh. Doch Britta Steffen will wachsen und erstarken: "Daraus kann ich nur lernen." Je mehr Distanz die Schwimm-Weltrekordlerin aus Berlin zwischen sich und dem Weltmeisterschaftsfinale von Melbourne brachte, desto intensiver wurde ihre Zuversicht: "Es ist schön, dass ich weiß, noch Reserven zu haben."

Es sollten die schnellsten 100 Meter Freistil ihres Lebens werden: "Ich fühlte mich wunderbar, auch in der Lage, Bestzeit zu schwimmen." Bestzeit - das wäre Weltrekord gewesen, den die 23-jährige Steffen auch nach ihrem dritten WM-Platz noch innehat, weil die neue australische Weltmeisterin Lisbeth Lenton (53,40) und Marleen Veldhuis aus den Niederlanden (53,70) nicht an die 53,30 herankamen, mit denen Britta Steffen seit dem 2. August 2006 top ist.

Aber die Deutsche war nicht in der Lage, diese Zeit auch nur annähernd zu wiederholen. 53,74 leuchteten bei ihr auf der Anzeigetafel auf. "Wenigstens keine Blech- oder Holzmedaille. Ich kann zufrieden sein, dass es noch Edelmetall geworden ist." Und das Lachen wurde intensiver, irgendwie schien in Britta Steffen etwas zu wachsen, das perspektivisch viel erhoffen lässt: "Ich weiß genau, was ich will und was ich kann. Ich habe keine Angst vor den Leuten."

Britta Steffen ist psychisch stark geblieben und nicht klein geworden, als es galt, die Größe einer Weltrekordlerin zu beweisen. Der Druck auf sie war immens - sie hat Stand gehalten. "Es war mein Körper, der nicht ausreichend fit war, und nicht mein Kopf." Sie hat bewiesen, dass sie sich positiv abschotten kann, zumachen, auch nichts Mediales an sich heran zu lassen: "Ich kann nur jedem empfehlen, sich mit seiner Psyche und seinem Körper auseinanderzusetzen." Ist das im Einklang, so Britta Steffens Erkenntnis, ist die Stärke da, um auch in Peking 2008 zu bestehen. "Wenn man es im Kopf glaubt, dann geht es auch weiter."

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