Frankreich

Favoriten und Außenseiter

© Fred Dufour/AFP/Getty Images

Zwölf Kandidaten bewerben sich am übernächsten Sonntag in Frankreich für die Nachfolge von Präsident Chirac. Doch nur wenige haben echte Chancen. Eine Bildergalerie der Bewerber. Der 55-jährige frühere Französisch- und Lateinlehrer, der aus einer Bauernfamilie stammt, ist seit 1998 Chef der bürgerlich-liberalen Union pour la Démocratie Française (UDF), der Partei des ehemaligen Präsidenten Valéry Giscard d’Estaing. Bayrou trat bereits vor fünf Jahren als Präsidentschaftskandidat an, erreichte damals aber nur 6,8 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang. Wahrgenommen wurde er erst Anfang dieses Jahres, als er den Medien vorwarf, sie würden den Wahlkampf als reines Duell zwischen Nicolas Sarkozy und Ségolène Royal inszenieren. Bayrou stilisiert sich als Bewerber zwischen den beiden Lagern. Seine Losung „ich bin der Kandidat der Versöhnung, ich bin weder konservativ noch sozialistisch“, verfängt offenbar bei den Wählern – in den Umfragen hat er kräftig zugelegt. Manche trauen ihm sogar zu, den zweiten Wahlgang zu erreichen. Nicht nur, weil ein Teil der französischen Wähler stets empfänglich ist für Kandidaten, die sich gegen das „System“ stellen. Bayrou profitiert auch vom politischen Kalkül einiger Links-Wähler, die ihn für den besseren Kandidaten halten, um Sarkozy zu schlagen, als die Sozialistin Royal. Der andere Teil seiner Anhänger sind Konservative, die Sarkozy ablehnen. Der UDF-Chef, der für eine große Koalition nach deutschem Muster wirbt, unterstrich sein Image als Kandidat des Ausgleichs, indem er ankündigte, im Falle seines Siegs den früheren sozialistischen Wirtschafts- und Finanzminister Strauss-Kahn als Premierminister zu berufen. Daneben pflegt er medienwirksam seine einfachen ländlichen Wurzeln – und züchtet Vollblüter.
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