Nachwachsende Rohstoffe Alles Bio oder was?Seite 2/2
Gewinner und Verlierer gibt es auch im globalen Maßstab. Die Nachfrage nach Mais treibt den Preis in die Höhe und sorgt in Entwicklungsländern bereits jetzt für enorme soziale Probleme. So verdoppelte sich Anfang des Jahres zum Beispiel in Mexiko innerhalb weniger Wochen der Preis für Tortillas, einem Grundnahrungsmittel des Landes, weil die USA inzwischen auf Biosprit setzen und deshalb ihre Maisernte nicht mehr billig in das südliche Nachbarland liefern. Noch vor ein paar Jahren lagen die Probleme ganz anders. Da beschwerten sich die Mexikaner darüber, dass die amerikanischen Farmer ihren effektiv angebauten und subventionierten Mais billig nach Mexiko lieferten und dort die kleinbäuerlichen Strukturen ruinierten.
Den globalen Irrsinn auf die Spitze treibt allerdings der Anbau von Ölpalmen in Südostasien. Denn damit in den Industrieländern aus Palmöl Biosprit erzeugt werden kann, werden dort Regenwälder abgeholzt. Nicht mehr die Rinderzucht oder die Verarbeitung von Tropenholz sind schuld an dessen weiterer Vernichtung, sondern neuerdings der Biosprit. Um in Deutschland ein wenig CO2 einzusparen und die Klimabilanz ein wenig aufzubessern, werden in Asien die für die Umwandlung von Kohlendioxid in Sauerstoff so wichtigen Urwälder vernichtet, kritisieren die Umweltschützer. Den Import von Biomasse aus der Dritten Welt lehnt der BUND deshalb ab, solange sich durch entsprechende Zertifikate nicht zweifelsfrei nachweisen lasse, dass soziale und ökologische Kriterien eingehalten werden, und sich tatsächlich eine positive Klimabilanz belegen lasse.
Ein Allheilmittel bei der Lösung der Energieprobleme Deutschlands ist der Einsatz von Biomasse bei der Energiegewinnung für den BUND sowieso nicht. Das Potenzial werde überschätzt, sagt dessen Energieexperte Werner Neumann. Mehr als 15 Prozent des deutschen Energiebedarfs lasse sich damit kurzfristig nicht decken, langfristig allenfalls 30 Prozent. Voraussetzung sei allerdings eine effiziente Nutzung der Energiepflanzen. In Automotoren und herkömmlichen Kraftwerken würde diese regelrecht "verheizt". Effizienter lasse sich Biomasse in modernen Heizkraftwerken oder Biogasanlagen mit Abwärmenutzung einsetzen. Auch dafür müsste im EEG durch eine höhere Vergütung die Voraussetzung geschaffen werden.
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- Datum 11.04.2007 - 09:01 Uhr
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Für diese bahnbrechende Erkenntnis hat der saturierte BUND aber arg lange gebraucht.
In Südamerika wird seit langem Mais angebaut, um daraus Öko-Sprit zu gewinnen. Bush und Konsorten kaufen seit längerem diesen Öko-Sprit zum großen Teil auf, um ihre Umweltbilanz zu verbessern. Die Nachfrage steigt unaufhörlich - der Preis auch. Das führte schon vor Monaten dazu, dass in den betroffenen Ländern der Preis der meisten aus Mais hergestellten Grundnahrungsmittel plötzlich um mehr als 100 % anstieg. Das hatte zur Folge, dass sich die Ärmsten der Armen mittlerweile nicht einmal mehr die Grundnahrungsmittel leisten können, um sich satt zu essen, weil der Mais profitabler zu Öko-Sprit verarbeitet werden kann.
Auswüchse vermeintlich segensreicher Umweltpolitik, die vor dem Öko-Sprit-Boom kein verantwortlicher Umweltaktivist auch nur im entferntesten vorausgesehen hat.
Es ist schon merkwürdig, dass der BUND trotz dieser lang andauernden Hunger-Anklage Monate braucht, um seine ökologischen Bedenken zu formulieren.
Werden beim BUND keine Zeitungen gelesen oder sind die betreffenden Mitarbeiter einfach zu s a t t ?
Vielleicht in den USA. Europa hat zu wenig Wüste. Die Gebiete Nordafrikas sind politisch zu instabil. Die Photovoltaik ist zudem viel zu teuer. Bei Großanlagen würde man eher Thermosolare Kraftwerke bauen, aber auch das ist eher etwas für Spanien. Elektroautos sind eine gute Idee in Verbindung mit der Kernkraft. J.S.
Ein Liter Benzin wird gegenwärig mit 0,72 EUR besteuert. Ein Liter Olivenöl mit 1,3 EUR von der EU bezuschusst. Da lohnt sich der Kauf eines Bio-'Spasspanzers' mit gleichzeitigem Griff ins Speiseölregal des Lebensmittel-Discounters.
Es wird schon nicht so schlimm kommen. Ich halte das ganze Klimagelaber für eine der vielen Hysterien die durch die Politik und die Medien geistern, genauso wie die neue Hetzjagt auf die Raucher, die sich wohl bald mit den Kiffern zusammen in den Niederländischen Koffieshops treffen muß um zu ihrem Genuß zu gelangen. Es wird längst nicht mehr jede Sau geschlachtet die vorher durchs Dorf getrieben wird. Die Erfahrung mit unseren Regierung lehrt doch: langsam Anfangen und dann gaaanz stark nachlassen. :-)
Ethanol-Heinis klar, dass mann fuer 1 Liter Ethanol 4500 Liter Wasser braucht ?
Bei den heutigen Wasserreserven kann man sich ausrechnen, wann mit diesem Spuk Schluss ist. Bis dahin haben einige aber ganz schoen abgesahnt. Dem Klimaschutz hat es nicht geholfen.
... nicht so teuer wie angenommen, im Verkauf natürlich schon. Die Zeche zahlen Steuerzahler und Käufer von Anlagen.
Wer die Probleme der Welt eindimensional durch die CO2-Brille betrachtet, wird den Problemen wohl nicht gerecht.
Energiesparen, regenerative Energien, sehr gut.
Mit der unbewiesenen CO2-Katastrophe und der Hysterie darüber, wird das Gegenteil von ökologisch erreicht werden:
- statt Sprit zu sparen fährt man eben CO2-neutralen
- der Wasserhaushalt wird durch den Intensivanbau der Rohstoffe für CO2-neutralen Sprit aus den Fugen geraten
- ebenso wie die Böden verarmen werden
- die Lebensmittelpreise werden steigen
- in manchen Ländern wird das täglich Brot teuer oder nicht mehr bezahlbar, damit CO2-neutral getankt werden kann
- die Agrochemiekonzerne reiben sich die Hände mit 'Spezialzüchtungen' und schön Spritzmitteln
- die 'grüne' Gentechnik wittert ihre große Chance, und zur Rettung der Welt, werden knirschend alle CO2-Gläubigen zustimmen, ob nur 5% der Funktion der DNA bekannt sind oder nicht
- Gore, Soros und Co werden sich mit ihren Landkäufen und Beteiligungen die Taschen voll machen
Viel Spass noch Ihr CO2-Weltenretter, Ihr tragt ja schließlich Verantwortung für die Erde und eure Kinder, Ihr handelt verantwortungsvoll und lasst euch bestimmt nicht in die Tasche lügen...
Mit einem Bruchteil der Fläche kann mit Photovoltaik die gleiche Netto Energiemenge gewonnen werden. Verbunden mit Elektroautos ist das zumindest im Nahverkehr schon heute ein brauchbarer Ersatz, mit besseren Batterien bzw Brennstoffzellen in Zukunft auch auf grösseren Entfernungen. Für Photovoltaik kann man sonst ungenutzte Wüstenflächen nutzen, der Wasserverbrauch fällt nur bei der Herstellung einmalig an, Düngemittel und Pestizide braucht es keine.
Mir wäre lieber wenn die berechtigten Sorgen um Klimaerwärmung, Energiesicherheit und die weltweite politische Stabilität nicht zu Investitionen in Biokraftstoffen, sondern zu Investitionen in Batteriesystemen führen würde. Biokraftstoff ist zu kurz gedacht, die aufwändige Produktion setzt enge Grenzen.
Eine einfache Rechnung der Sonneneintrahlung zeigt, daß von Energieknappheit auf dem Planeten keine Rede sein kann, es gibt bei weitem mehr als genug. Die eigentlichen Herausforderungen sind Energiespeicherung und Transport. Ersteres taucht in den Schlagzeilen kaum, letzteres nur in Form von Ostseepipelines wegen des prominenten Mitarbeiters auf.
An der Stelle könnte 'Die Zeit' doch auch ansetzen und die Diskussion von der reinen Energieerzeugungsfrage zu Speicherung und Transport lenken. Das ist angesichts bereits existierender regenerativer aber unregelmässiger Energiequellen eigentlich das interessantere Thema.
FR
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