Gewaltforschung Spaltung droht
Ein Gespräch mit dem Sozialwissenschaftler Wilhelm Heitmeyer über wachsende Gewalt, Abstiegsängste der Mitte und den Einfluss der Rechtsextremisten
Professor Wilhelm Heitmeyer leitet das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld, das an diesem Donnerstag sein zehnjähriges Bestehen begeht. Er und sein Institut befassen sich mit den unterschiedlichsten Formen der Gewalt - von der innerfamiliären und Jugendgewalt bis zu politischen Konflikten und den Problemen des Rechtsextremismus vor allem in Ostdeutschland.
ZEIT online:
Herr Heitmeyer, seit zehn Jahren beschäftigen Sie und Ihre Mitarbeiter sich mit Gewalt und Konflikten in dieser Gesellschaft. Die Probleme haben sich in dieser Zeit beständig verstärkt. Beschleicht Sie manchmal ein Gefühl von Frustration?
Heitmeyer:
Nein, frustriert bin ich nicht. Denn meine Ausgangsthese ist, dass es eine gewaltfreie Gesellschaft nie gegeben hat und nie geben wird. Es geht nur darum, ob wir in einer gewaltarmen oder gewaltreichen Gesellschaft leben. Insofern frustriert mich die Entwicklung selbst nicht, wohl aber manche Reaktion in der Öffentlichkeit und vor allem in der Politik. Vieles wird wahrgenommen, was sich in der Gesellschaft abspielt und entwickelt, aber Konsequenzen bleiben aus.
ZEIT online:
Würden Sie sagen, dass die Gesellschaft heute insgesamt gewaltreicher ist als vor zehn, fünfzehn Jahren?
Heitmeyer:
Die Konflikte und die Gewalt haben unter dem Strich nicht unbedingt zugenommen, aber sie haben sich verschoben. Gewalt in der Ehe und Familie wird, weil sie unter Strafe gestellt wurde, stärker registriert. Aber das heißt nicht, dass sie tatsächlich zugenommen hat. Frauen werden stärker ermutigt, sich zu wehren und Gewalttaten ihrer Männer anzuzeigen. In anderen Bereichen hat sich die Gewalt tatsächlich verändert. So beobachten wir im rechtsextremen Bereich einen kontinuierlichen Anstieg. Das ist sehr besorgniserregend und wird in der politischen Arena hoffnungslos unterschätzt. Sorge bereitet auch die Zunahme der Gewalt in den Fußballstadien.
Dazu kommt, dass uns die Kontrolle über bestimmte Gewaltformen verloren zu gehen scheint. Denken Sie nur an den Terrorismus. Generell macht uns Sorge, was wir expressive Gewalt nennen. Da wird Gewalt nicht mehr als Mittel zum Zwecke eingesetzt, sondern es wird gleichgültig, wer das Opfer ist.
ZEIT online:
Also Gewalt um der Gewalt willen.
Heitmeyer:
Ja, da geht es nicht mehr um einen Feind, sondern um das Gefühl der Gewalt selbst.
ZEIT online:
Wie beim sogenannten
happy slapping
, wo Jugendliche wahllos andere Jugendliche quälen und das mit dem Handy aufnehmen.
Heitmeyer:
Wobei man berücksichtigen muss, dass das nicht motivlos ist. Gewalt hat immer auch einen Sinn. Beim
happy slapping
und anderen Gewaltformen unter Jugendlichen geht es um die Anerkennung in der Gruppe.
ZEIT online:
Wieso wächst die Gewalt?
Heitmeyer:
Es besteht die Gefahr, dass sie vor allem dort zunimmt, wo sich drei Prozesse miteinander verbinden. Nämlich zum einen die individuelle Desintegration bei jungen Menschen, die keine Chance haben, eine Arbeit zu finden und damit soziale Anerkennung, die öffentlich keine Stimme finden, weil sie keine Staatsbürger sind. Und die deshalb auch nicht als zugehörig betrachtet werden. Dazu kommt, dass generell die Bindung durch Familie und andere soziale Gruppen abnimmt.
Der zweite Prozess ist die Segegration, also die sozialräumliche Verdichtung von Personen mit Integrationsproblemen in bestimmten Stadtteilen, zum Beispiel in Berlin oder in Städten des Ruhrgebiets. Wobei das nicht nur für Migranten gilt, sondern auch für Teile der Mehrheitsgesellschaft. Die haben ähnliche Probleme des Zugangs zu Bildung und Arbeit.
Das dritte ist demografische Verschiebung von Mehrheiten und Minderheiten in solchen Räumen. Dort stellen möglicherweise Menschen mit Integrationsproblemen bald die Mehrheit. Wir wissen noch zu wenig, wie sich das auf die Formen der Konfliktlösung auswirkt und ob sich hier unter Umständen neue Formen der Gewalt entwickeln. Deshalb muss man dringend diese Prozesse zusammendenken.
ZEIT online:
Sind die zunehmenden Konfliktpotenziale, die Sie beschreiben, vor allem eine Folge der sozialen und ökonomischen Veränderungen, also der Globalisierung und des verstärkten wirtschaftlichen Wettbewerbs etwa auf dem Arbeitsmarkt? Oder hat sich auch die soziale und politische Stimmung verändert?
Heitmeyer:
Das Klima in der Gesellschaft hat sich sicher auch geändert. Aber in erster Linie schauen wir auf die Veränderungen der sozialen Integration. Hat der Einzelne noch das Gefühl, eine Stimme zu haben? Koppelt sich Politik gänzlich ab? Wenn wir uns den Zustand des demokratischen Systems anschauen – nicht die Demokratie an sich, die ist nicht in Gefahr –, da zeigen unsere Forschungsergebnisse ein deutliches Nachlassen der Akzeptanz und eine wachsende Unzufriedenheit.
Dabei muss man aber vorsichtig sein mit einer vorschnellen Politikerbeschimpfung. Denn für den Zustand unserer Demokratie sind die großen Wirtschaftsverbände genauso verantwortlich wie soziale Bewegungen oder der kleine Mann auf der Straße.
ZEIT online:
Was bedeutet es, wenn die Distanz zum politischen System zunimmt?
Heitmeyer:
Da sind zwei Faktoren ausschlaggebend: Die gefühlte oder tatsächliche Machtlosigkeit - das müsste ein Warnsignal sein. Und zum Zweiten die sich ausbreitende Orientierungslosigkeit. Viele Menschen begreifen nicht mehr, nach welche Regeln eigentlich in dieser Gesellschaft gespielt wird und ob sie noch eine Möglichkeit haben mitzuspielen. Ein Beispiel dafür sind die horrenden Gewinne von Unternehmen bei gleichzeitiger Massenentlassung. Damit werden Regeln, die jahrzehntelang als selbstverständlich galten, außer Kraft gesetzt, nämlich dass bei Gewinnen auch entsprechend investiert wird und die Arbeitsplätze gesichert sind.
ZEIT online:
Also haben wir ein doppeltes Dilemma: Der Einzelne hat das Gefühl, immer weniger Einfluss zu haben. Und die Politik verliert ebenfalls an Steuerungsmöglichkeiten.
Heitmeyer:
Ja. Die Politik verzeichnet einen Kontrollverlust gegenüber dem Kapital. Sie kann allenfalls noch sozialpolitisch reagieren.
ZEIT online:
Aber selbst die wohlfahrtsstaatliche Versorgung ist in den vergangenen Jahren durch die unter Rot-Grün begonnenen Reformen zurückgefahren worden. Stichwort: Hartz IV. Verstärkt das die Abwendung von der Politik?
Heitmeyer:
Es bewirkt vor allem, dass die Menschen den Verlust ihres Status fürchten. Dies gilt insbesondere für die mittleren Soziallagen, die sich in der alten Bundesrepublik immer am Aufstieg orientiert hatten. Jede Generation musste aufsteigen. Das ist so heute nicht mehr möglich. Dadurch wachsen die Ängste gerade in der Mitte. Und diese Angst vor dem Abstieg führt dazu, dass man schwächere Gruppen verstärkt abwehrt, um sich selbst aufzuwerten.
ZEIT online:
Lässt sich das messen?
Heitmeyer:
Ja, wir stellen in unseren Untersuchungen fest, dass die Angst vor dem Abstieg mit Hartz IV dramatisch zugenommen hat, besonders in den Mittelschichten.
ZEIT online:
Also ist das Hauptproblem gar nicht die Unterschicht, über die vor einiger Zeit so intensiv diskutiert wurde?
Heitmeyer:
Beide Gruppen darf man nicht gegeneinander ausspielen. Die Lebensverhältnisse in den unteren Soziallagen sind sicher für die Menschen nicht zufriedenstellend und deshalb muss mehr passieren. Aber für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Entwicklung einer humanen Republik sind die Mittelschichten allein aufgrund ihrer Größe, ihrer Deutungsmacht und ihres politischen Gewichtes sehr viel maßgeblicher.
ZEIT online:
Ist das möglicherweise auch eine Erklärung dafür, dass sich die Probleme in Ostdeutschland ballen? Weil dort durch die SED-Diktatur die Mitte der Gesellschaft, das Bürgertum, fehlt?
Heitmeyer:
Das ist in der Tat ein großes Problem. Wir beobachten, dass etwa durch die Abwanderung junger, aufstiegs- und bildungswilliger Menschen, vor allem junger Frauen, besonders im ländlichen Raum im Osten Problemzonen großen Ausmaßes entstehen. Die Soziallagen homogenisieren sich nach unten. Zurück bleiben männerdominierte, wenig qualifizierte Gruppen, die kaum noch eine Chance haben, eine normale Biografie zu begründen, zum Beispiel eine Familie zu gründen. Dort entwickelt sich ein Klima, das gegenüber Fremden und Schwachen sehr feindselig ist. Wenn das weitergeht, muss man sich große Sorgen machen. Vor allem weil dort eine Mittelschicht fehlt, die sich dem entgegenstellen würde.
Deshalb darf die Politik auch nicht den Fehler begehen, auf Ersatzfelder auszuweichen, indem man kollektive Identitätskampagnen fährt wie „Du bist Deutschland“. Das ist gefährlich.
ZEIT online:
Wieso?
Heitmeyer:
Weil solche Kampagnen immer eine Kehrseite haben. Sie grenzen auch aus. Nämlich die, die nicht dazu gehören, die fremd sind. Da werden gesellschaftliche Bindemittel aktiviert, die für sich genommen womöglich gar nicht so problematisch wären. Aber wenn sie auf einem bröseligen, erodierenden sozialen Untergrund treffen, wird das brisant. Wenn Menschen das Gefühl haben, ihnen geht dauerhaft der Arbeitsplatz verloren, sie haben politisch keine Stimme mehr, die Familien brechen weg, sind das Verlusterfahrungen. Aber eines kann man den Menschen nicht nehmen, nämlich das Deutschsein. Da kommt plötzlich eine quasi biologische Kategorie ins Spiel. Wenn rechte Mobilisierungsexperten das aufgreifen, kann das gewaltig schief gehen.
ZEIT online:
Das Bild, das sie malen, wirkt recht dramatisch. Würden Sie sagen, dass der Zusammenhalt unserer Gesellschaft in Gefahr ist?
Heitmeyer:
Ja, diese Gefahr sehe ich. Und das ist nicht nur ein Problem im Osten. Wenn sie zum Beispiel in die Westpfalz schauen, da gibt es ebenfalls enorme Strukturprobleme und gleichzeitig versuchen auch dort rechte Parteien wie die NPD, in den Alltag einzudringen und Stimmung zu machen, was ihr in Teilen Ostdeutschlands ja schon gelungen ist. Wenn das nicht gestoppt wird, führt das zu einer Spaltung der Gesellschaft. Die ist ökonomisch ohnehin schon vorhanden. Das kann dann umschlagen in eine Ungleichwertigkeit von Gruppen. Und dann sind Diskriminierung und Gewalt nicht weit. Wenn eine andere soziale Gruppe als weniger wert betrachtet wird, entsteht eine Legitimation für Gewalt.
ZEIT online:
Was kann die Gesellschaft dagegen unternehmen?
Heitmeyer:
Wenn die traditionellen Formen der Integration über Arbeit, politische Beteiligung, Familie und soziale Gruppen nicht mehr zur Verfügung stehen, brauchen wir andere Formen der sozialen Anerkennung. Oder wir müssen aufrüsten und immer neue Formen der Kontrollen, immer neue Sicherheitsmaßnahmen in Gang zu setzen. Deshalb gibt es ja auch die ständigen Diskussionen über Verbote. Damit signalisiert die Politik ein Handlungsvermögen ...
ZEIT online:
... aber eher symbolisch ...
Heitmeyer:
Ja, das sind Ersatzhandlungen.
ZEIT online:
Was könnten denn neue Formen der Anerkennung sein, wenn der sichere soziale Status immer mehr infrage steht?
Heitmeyer:
Wenn ich das wüsste, würde ich es verraten. Ich trommele an dieser Stelle, damit wir uns endlich auf die Suche machen. Das wird nicht gehen, ohne dass bestimmte Tätigkeiten in dieser Gesellschaft aufgewertet werden, auch wenn das nicht gleich mit Geld und Status verbunden ist. Ob das nun bürgerschaftliches Engagement ist oder die Arbeit von Krankenschwestern auf Intensivstationen. Die müssten umbewertet werden – aber das sehe ich nicht. Deshalb ist die Frage: Woher bekommen diese Menschen dann ihre Anerkennung? Bei Jugendlichen ist das noch relativ klar. Die besorgen sich ihre Anerkennung - auf wessen Kosten auch immer. Das läuft an vielen Stellen über die Subkultur und über Gewalt. Denn Gewalt ist ein sehr attraktives und effektives Mittel, sofort Anerkennung zu bekommen ...
ZEIT online:
... und wahrgenommen zu werden.
Heitmeyer:
Wer nicht wahrgenommen wird, ist ein Nichts. Das können sich Jugendliche nicht leisten. Deshalb suchen sie auf die nicht beantwortete Frage, wer braucht mich, eine andere Antwort, und die läuft häufig genug über Gewalt. Das gilt nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch in Familien. Nicht selten wenden Jugendliche in den Familien Gewalt an, um endlich einmal erzieherische Reaktionen zu erreichen, die sie sonst nicht bekommen aufgrund von Gleichgültigkeit oder Zeitnot.
ZEIT online:
Was sind generell Auslöser und Bedingungen dafür, dass Konflikte in offene Gewalt umschlagen?
Heitmeyer:
Zu einer solchen Eskalation gehören immer mehrere Faktoren, damit es sich zusammenballt zu ethnischen oder sozialen Konflikten. Kann es zum Beispiel bei uns zu solchen Unruhen kommen wie in den Banlieues in Frankreich? Mehrere Bedingungen dafür sind bei uns nicht gegeben. Man braucht klare Feindbilder, in Frankreich war das die Polizei. Man braucht eine absolute Hoffnungslosigkeit, das Gefühl, dass man nichts mehr zu verlieren hat. Solche Verhältnisse haben wir bislang in Deutschland nicht. Aber das könnte sich, zumindest in kleinerem Umfang, in Berlin oder im Ruhrgebiet aufgrund der genannten Entwicklungen ändern.
ZEIT online:
Gegen wen würde sich das richten?
Heitmeyer:
In Gefahr sind immer die Schwächsten in einer Gesellschaft. Deshalb muss man in alle Richtungen und alle Gruppen sehr genau hineinleuchten. Also beispielsweise auch unter die Migranten. Da gibt es Anzeichen, dass muslimische Jugendliche etwa Homosexuelle im Visier haben. Auch der Antisemitismus unter ihnen scheint zuzunehmen.
ZEIT online:
Nach spektakulären Gewalttaten wie zuletzt dem Amoklauf eines Schülers in Emsdetten wird stets über Gewalt unter Jugendlichen und den Einfluss von Medien und Computerspielen diskutiert. Gibt es bei uns eine Kultur der Gewalt?
Heitmeyer:
Die Medien sind nur ein Faktor und meines Erachtens nicht der ausschlaggebende. Wenn man sich die Taten in Littleton, Erfurt oder zuletzt Emsdetten anschaut, dann ist die Hauptfrage die der Anerkennung. Die speist sich bei Jugendlichen zum einen aus der Schule und den Leistungen dort. Das kann für einige ein Problem werden, wie in Erfurt und Emsdetten. Dann gibt es die Anerkennungsquelle Familie, da läuft es über Liebe. Und drittens gibt es die Anerkennung oder Ablehnung durch Gleichaltrige. Wenn die Anerkennungsbilanz insgesamt sehr negativ ausfällt, trifft ein Jugendlicher möglicherweise die Entscheidung, sich zu rächen, sich eine letzte Anerkennung zu verschaffen, sich gewissermaßen unsterblich zu machen durch einen finalen Gewaltakt.
Dazu kommen dann noch die Medien, die Killerspiele, und die Kompetenz über Waffen und den Zugang zu ihnen. Die Killerspiele stellen Handlungsabläufe zur Verfügung. Das kann man am Beispiel des Täters von Emsdetten gut sehen. Der hatte seine Schule im Computer nachgebaut und den Ablauf in der Simulation durchgespielt. Aber die Entscheidung, solche Taten zu begehen, fällt auf einer anderen Ebene.
ZEIT online:
Also macht es keinen Sinn, Killerspielen zu verbieten?
Heitmeyer:
Ein Verbot würde ohnehin nichts bewirken. Wo es einen Markt gibt, setzt er sich durch. Das Gleiche gilt für die Waffengesetze. Die sind nicht das Entscheidende, sondern der illegale Waffenmarkt. Wer sich dort eine Waffe beschaffen will, bekommt sie leicht.
ZEIT online:
Wie weit ist Gewalt als Form der Auseinandersetzung bei uns heute akzeptiert? Wenn man die sogenannten No-Go-Areas im Osten nimmt, wo Farbige kaum hingehen können, ohne Gefahr für Leib und Leben – ist Gewalt dort von der Mehrheit als legitim anerkannt?
Heitmeyer:
Ich wäre vorsichtig mit dem Begriff No-Go-Areas. Es gibt Angsträume, die hier mal aufgerichtet werden und mal dort. Das ist im Grunde noch problematischer, denn man weiß gar nicht, wo diese Räume gerade sind. Da hat sich eine Normalisierung der Gewalt ausgebreitet. Die wird gar nicht mehr infrage gestellt. Auch deshalb, weil man sie als hoch effektiv erfahren hat und kaum noch andere Möglichkeiten sieht, zum Gewinner zu werden. Und um zu gewinnen, muss man erst mal Verlierer schaffen. Dagegen noch vorzugehen, ist sehr schwierig. Was als normal gilt, kann man nicht mehr problematisieren. Und je homogener das Umfeld ist, desto schwieriger ist das. Deshalb sind bestimmte Orte und Kleinstädte in Ostdeutschland, wo die Heterogenität auch durch Abwanderung schwindet, auf einem gefährlichen Weg.
ZEIT online:
Ist Gewalt vor allem ein Problem unter Jugendlichen?
Heitmeyer:
Ich bin gegenüber der These, das ist eine Durchlauferhitzer-Phase, das kühlt sich dann schon wieder ab, außerordentlich skeptisch. Denn es gibt sehr unterschiedliche Gewalt-Konstellationen. Die Gewalt unter Jugendlichen wird in der Regel im öffentlichen Raum ausgetragen, aus Gruppen heraus gegenüber meist Gleichaltrigen. Ab einem bestimmten Alter geben Jugendliche ihre Gruppenzugehörigkeit auf und gehen Zweierbeziehungen ein. Sie verschwinden aus dem öffentlichen Raum und gehen in den privaten Bereich.
ZEIT online:
... und nehmen ihre Gewalterfahrung mit?
Heitmeyer:
Genau das ist der Punkt. Die Erfahrung, dass man mit Gewalt sehr schnell Konflikte regulieren kann, nehmen sie häufig mit. Das verschwindet dann hinter den privaten Gardinen. Dann haben wir den Eindruck, dass sich die Gewalt reduziert. Aber ich habe daran große Zweifel, sonst könnten wir die große Zahl an Gewalt in Ehe und Familie nicht erklären. Da gibt es regelrechte Gewaltkarrieren und Gewaltbiografien.
ZEIT online:
Wie kann man das aufbrechen?
Heitmeyer:
Da muss man immer wieder ein gesellschaftlich sehr verdrängtes Thema auf den Tisch bringen: Die meiste Gewalt wird ja nicht von Jugendlichen auf der Straße ausgeübt, sondern von Kindern und Jugendlichen in Familien erfahren. Da kommt der Kreislauf in Gang. Deshalb reicht es auch nicht, bei Interventionen nur bei den Jugendlichen anzusetzen. Man muss die ganze Familie sehr viel stärker einbeziehen.
ZEIT online:
Hat die jahrzehntelange Diskussion über Erziehung nichts verändert?
Heitmeyer:
Es gibt mehrere Quellen innerfamiliärer Gewalt. Das kann anfangen bei der Gleichgültigkeit, auch in wohlhabenden Familien. Gewalt kann dort ein Mittel sein, überhaupt erst mal Aufmerksamkeit zu erlangen. Auch widersprüchliche, undeutliche Erziehungsstile sind eine Ursache dafür, dass Jugendliche keine Normen entwickeln. Das kann aber auch an den Arbeitsstrukturen liegen. Wir leben ja in einer Zeit des Wertepluralismus. Viele Werte sind strittig, über sie muss man reden. Dafür braucht man mehr soziale geteilte Zeit. Die wird aber an vielen Stellen zerstört durch die neuen flexiblen Arbeitszeiten. Wenn die Pinnwand in der Küche zum Kommunikationsmittel der Familie wird, dann wird es schwierig.
ZEIT online:
Man müsste also mehr über allgemein anerkannte Normen sprechen, um sie zu entwickeln?
Heitmeyer:
Ja. Da hilft auch kein Gerede über eine Leitkultur. Das sind verzweifelte Versuche, die etwas vorgaukeln, was es nicht mehr gibt.
ZEIT online:
Haben Sie das Gefühl, dass die Politik glaubt, diese Probleme würden sich schon von selbst lösen?
Heitmeyer:
Hinrütteln wird sich das nicht. Der Politik bleibt dann nur noch, mit Verboten zu kommen. Aber die werden in aller Regel unterlaufen und durchbrochen, weil man sie an vielen Stellen nicht sanktionieren kann. Oder man muss den Sicherheitsapparat dermaßen ausbauen, dass es der liberalen Gesellschaft nicht bekommt.
ZEIT online:
Nach den ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen, Mölln und Hoyerswerda gab es noch einen großen Aufschrei. Inzwischen, so scheint es, haben wir uns an solche Vorfälle gewöhnt, sie werden als fast normal hingenommen. Woran liegt das?
Heitmeyer:
Das hat auch mit der Medienkonjunktur zu tun. Es muss immer etwas Härteres her, sonst lässt die Aufmerksamkeit nach. Als Wissenschaftler sind wir ebenfalls in einer schwierigen Lage. Liefern wir, indem wir unsere Forschungsergebnisse präsentieren, den Menschenfeinden und den Rechtsextremisten nicht noch zusätzliche Legitimation? Wenn die Überfälle auf Ausländer zugenommen haben, warum soll ich mich dann daran nicht beteiligen? Ich sehe aber keine Alternative dazu, auf die Probleme hinzuweisen. Denn das Schweigen führt in noch viel schwierigeres Gelände. Das sehen wir häufig bei Vorträgen in Ostdeutschland. Wenn in Westdeutschland Rechtsextremisten mit im Saal sind, kommt erst eine Überraschungssekunde, dann gibt es Gegenwehr. Im Osten wird häufiger geschwiegen.
ZEIT online:
Welche Möglichkeiten haben Sozialforscher wie Sie überhaupt, auf gesellschaftliche Entwicklungen und die Politik einzuwirken?
Heitmeyer:
Es gibt durchaus Politiker, die uns zuhören. Aber es sind nicht viele. Die jetzige Regierung ist da nicht sehr hellhörig.
ZEIT online:
Was würden Sie denn als politisch Verantwortlicher tun?
Heitmeyer:
Mein Eindruck ist, dass bei den Verantwortlichen die oberste Priorität ist, dass sie Ruhe haben wollen. In den Behörden und Landesjugendämtern kommen sie offenbar immer dann unter Legitimationsdruck, wenn es Unruhe gibt. Das ist genau falsch. Wo es um Menschen geht und ihre Verletzung oder Diskriminierung, da muss man Unruhe reinbringen. Das Erste, was ich tun würde, ist eine unruhige Debatte in Gang bringen, um zu verhindern dass die Schweigespirale greift und immer mehr Menschen denken, dass sie mit ausländerfeindlichen, abwertenden, diskriminierenden Einstellungen zur Mehrheit gehören.
ZEIT online:
Eine letzte, persönliche Frage: Sie beschäftigen sich tagaus, tagein mit schwierigen, manchmal sicher auch deprimierenden gesellschaftlichen Entwicklungen. Hätten Sie sich nicht manchmal gewünscht, Sie hätten sich ein anderes Forschungsgebiet gesucht?
Heitmeyer:
Darüber habe ich eigentlich nie nachgedacht. Ich weiß an manchen Stellen sicher keine Antwort und ich werde, solange ich mich damit beschäftige, auch keine Antwort finden. Und es kommen immer wieder neue Fragestellungen dazu. Das Dritte ist aber das Entscheidende: Wir haben als Wissenschaftler eine gesellschaftliche Verantwortung. Da kann ich mich nicht einfach rausziehen, indem ich sage, jetzt habe ich genug. Gerade nicht beim Thema Gewalt. Wenn die Sozialwissenschaft nicht den Kontakt mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit und ihren Akteuren sucht, dann schafft sie sich selber ab.
Das Gespräch führte Ludwig Greven
Multimedia:
Ein Interview-Auszug über die Ursachen der Gewalt zum Anhören
Ein Interview-Auszug über Killerspiele zum Anhören
- Datum 12.05.2007 - 05:17 Uhr
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Marx hin oder her - starker Staat oder nicht...
wo sieht denn nun >rijukan< die Lösung?
Da sind wir mal aber alle gespannt!!
dam hast es aber gegeben, Alta.
Noch´n joint?
der Westen zahlt, der Osten konsumiert??
Herr Heitmeyer geht mir leider etwas zu wenig auf das Thema der strukturellen Gewalt in der Gesellschaft ein, dabei finde ich, daß dies ein Schlüsselpunkt zum Verständnis der Gesamtentwicklung ist.
Tatsache ist: der Mensch ist von der NATUR darauf SELEKTIERT, auf Gewalt mit Gewalt zu reagieren...wenn ein Stamm in das Revier eines fremden Stammes einbrach, um ihm seine Lebensgrundlagen zu nehmen - Jagdrevier, Behausung - dann war die erste Option, um das Überleben zu sichern, diesen Versuch mit Gewalt abzuwehren.
Heute entlassen Konzerne hunderttausende Menschen - entziehen ihnen die Lebensgrundlage, das 'Jagdrevier'; nehmen ihnen dadurch möglicherweise indirekt den Lebensraum (Wohnungswechsel) und die Familie (Ehe-/Beziehungsprobleme, Scheidung infolge Arbeitsplatzverlust)...eine Situation, in der die Gene quasi danach SCHREIEN, Gewalt ausüben zu können, um sich dagegen zu wehren.
Derzeit sind die Menschen noch KULTURELL halbwegs KONDITIONIERT, diesen Wunsch nach Aktion, Abwehr, Gewaltanwendung in bestimmte Bahnen zu lenken...man schaue sich die spontanen Demonstrationen an in Fällen wie BenQ, Airbus usw. Die restliche Gewalt wird dann halt im privaten Bereich 'entsorgt', sprich: dann wird halt die Familie verprügelt, zum Fußball gegangen, oder auf Ausländer geschimpft.
Aber das wird nicht mehr lange funktionieren, denke ich...früher oder später wird der Gewaltdruck von Oben, die Rücksichtslosigkeit der Hedgefonds, die Gewinnerwartungen der Heuschrecken so maßlos, daß das nicht mehr kulturell absorbiert werden kann. Dann knallts in der Mittelschicht.
So, wie es schon bei der ausgeschlossenen männlichen Jugend im Osten knallt...denn die Gewaltanwendung zur Erlangung eines Reviers, einer Lebensgrundlage, ist EBENFALLS etwas, worauf die Menschen von der NATUR SELEKTIERT worden sind. 'Anerkennung'...gehts noch, Herr Heitmeyer? Schon mal was von der Maslowschen Bedürfnispyramide gehört?
Erst kommen die körperlichen Grundbedürfnisse - Nahrung, Wohnung, Sexualität - , danach Sicherheit, dann erst soziale Beziehungen und danach erst Anerkennung.
Die Glatzen, die im Osten 'Neger klatschen' kämpfen nicht um Anerkennung...das würde ja implizieren, daß sie eigentlich mit ihrer Lebensgrundlage (Wohnung, Nahrung=Geld, Partnerschaft) ZUFRIEDEN sind...die kämpfen schlicht und einfach um ihr Leben, ihre Lebensgrundlage, die Möglichkeit, sich fortzupflanzen, deren sie sich von der ausländischen Konkurrenz beraubt sehen, so, wie ihre Gene es ihnen diktieren. Klar, die Gewaltanwendung, zu der ihre Gene sie zwingen, NÜTZT ihnen in diesem Bestreben nichts, aber das können sie nicht erkennen weil sie zu dumm/ungebildet sind, ebensowenig wie eine Fliege, die immer wieder gegen die Scheibe fliegt dazu gezwungen ist, es trotzdem immer wieder auf diesem Weg zu versuchen.
Ich finde, zum Verständis des Themas die Ausführungen des Demographen Gunnar Heinsohn
http://www.zeit.de/feuill...
mit seinem pragmatischen Ansatz weitaus erhellender, als die des Soziologen Heitmeyer. Heinsohn beschreibt die 'demografisch überzähligen'...aber ob nun demographisch überzählig (Menschen, die keine Lebensgrundlage ERLANGEN können) oder wirtschaftlich überzählig (Menschen, denen die Lebensgrundlage ENTZOGEN wurde) ist im Endeffekt das Gleiche: ÜBERZÄHLIGE Menschen, die vermehrt Druck aufbauen und um Teilhabe kämpfen (werden).
Zitiert aus Wikipedia:
'Gerechtigkeit bei Aristoteles
Laut Aristoteles ist Gerechtigkeit ein Maßstab für die Angemessenheit eines Verhaltens. Er unterschied in seinem ethischen Hauptwerk der Nikomachischen Ethik abstrakt zwischen ausgleichender (kompensatorischer) und austeilender (distributiver) Gerechtigkeit. Seit Aristoteles wird Gerechtigkeit häufig mit Proportionalität gleichgesetzt.
Gerechtigkeit bei Platon
Platon umschrieb die Gerechtigkeit mit der Formel: Jeder soll das Seine (für die Gemeinschaft, den Staat) tun. Letzteres lässt sich mit 'Jeder das Seine' (also das, was seinem Wesen und den individuellen Umständen entspricht) zusammenfassen.
Gerechtigkeit bei Augustinus
Die mittelalterliche Theologie bzw. Philosophie des Augustinus betrachtete Gerechtigkeit eher als persönliche Tugend denn als politische Systemeigenschaft.
Gerechtigkeit bei Thomas von Aquin
Für Thomas von Aquin bedeutet gerecht einen Zustand, in dem man in Übereinstimmung mit der kosmischen Ordnung lebt. Gerechtigkeit nach Thomas ist im Wesentlichen gleichbedeutend mit dieser Ordnung des Seienden (Ordogedanke). Dabei übernahm er weitgehend die Platonische Auffassung des suum cuique (Jedem das Seine), wonach jedem Menschen innerhalb der göttlichen Ordnung ein Platz zugewiesen worden sei.
Gerechtigkeit im Utilitarismus
Für den Utilitarismus ist all das gerecht, was den Nutzen vermehrt und den Schaden vermindert. Quantitative Utilitaristen wie Jeremy Bentham setzen Nutzen mit der Summe von so genannten Glücksgütern gleich. Sie behaupteten, dass eine Gesellschaft dann gerecht sei, wenn die Summe dieser Glücksgüter für alle Betroffenen maximiert werde (Summenutilitarismus). Eine subjektive, hedonistische Interpretation von Nutzen liefert John Stuart Mill, der Nutzen damit gleichsetzte, was einem einzelnen Freude und Lust bereitet. Dabei unterscheidet er unterschiedliche Qualitäten von Lust und Unlust: 'Es ist besser ein unzufriedener Mensch als ein zufriedenes Schwein zu sein; lieber ein unzufriedener Sokrates als ein zufriedener Dummkopf sein.' (qualitativer Utilitarismus). Später wurde dieses Konzept durch den Durchschnittsnutzenutilitarismus korrigiert, der behauptete gerecht sei nur mehr das, was den durchschnittlichen Nutzen einer Gesellschaft maximiere. Grundsätzlich kann ein Utilitarist nicht sagen, ob ein bestimmter gesellschaftlicher Zustand gerecht ist oder nicht, sondern nur ob dieser Zustand es gegenüber einem anderen ist (Vergleichsabhängigkeit).
Gerechtigkeit bei John Rawls
Großen Einfluss auf die jüngere philosophische Diskussion hatte u. a. John Rawls, der sich vor allem in Abgrenzung zum Utilitarismus mit der Gerechtigkeit politischer Systeme befasste. Für Rawls ist nur das gerecht, was fair ist. Als Fairness sieht er hingegen Zustände, die unter gleichen Bedingungen getroffen worden sind. In seinem Werk A Theory of Justice kommt er zu einer Gerechtigskeitskonzeption, die zwei Prinzipien enthält:
Prinzip der Chancengleichheit:
Alle Menschen müssen einen gleichen Katalog von Rechten besitzen
Differenzprinzip: Ungleichheiten innerhalb einer Gesellschaft müssen sich zum Nutzen der am meisten Benachteiligten (der Ärmsten) auswirken.
Gerechtigkeit bei Nozick
Auf John Rawls A Theory of Justice, die 1971 veröffentlicht wurde, gab Robert Nozick 1974 mit seinem Buch Anarchy, State, and Utopia die libertäre Antwort. Für Nozick ist zunächst das gerecht, was sich gerecht angeeignet und unter gerechten Bedingungen erworben wurde. So ist jeder Mensch zunächst einmal der Eigentümer der Früchte seiner Arbeit. Eine Umverteilung wie Rawls (Differenzprinzip) lehnt er ab.
Kommunitaristische Auffassung
von Gerechtigkeit bei Walzer Für Walzer ist in einem seiner Hauptwerke Spheres of Justice die Gesellschaft in 11 verschiedene Teilbereiche aufgeteilt. Jeder gesellschaftliche Teilbereich (auch Sphäre genannt) ist durch ihm spezifische Dominanzen und Monopole gekennzeichnet, aus denen jeweils sehr spezifische Gerechtigkeitsarrangements hervorgehen. Jener Sphären immanente Gerechtigkeitsarrangements sind nicht verallgemeinerungsfähig, woraus umgekehrt folgt: universelle Gerechtigkeit ist auf Erden nicht zu haben.
Neben zehn anderen Sphären ist für ihn eine wichtige Sphäre durch Mitgliedschaft und Zugehörigkeit konstituiert, wie es bei Nachbarschaften, Familien und Vereinen in ausgezeichneter Weise der Fall ist. In dieser Sphäre kommt besonders klar zum Vorschein, dass erst die Art der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gemeinschaft festlegt, ob und wie viel Güter man zugeteilt bekommt.'
Die würde mich interessieren... Polemik gegen die Globalisierung und die bösen Heuschrecken ist das eine, aber auf Ihre Lösungsvorschläge bin ich gespannt.
Auffällig bleibt bei Herrn Heitmeyer weiterhin die Tendenz, rechte Gewaltaten einer moralischen Wertung zu unterziehen, während man bei Migrantengewalt die Täter als soziale Opfer präsentiert. Herr Heitmeyer übersieht auch geflissentlich, dass es sehr wohl erfolgreiche Migranten gruppen gibt. Aber die Migranten gibt es immer nur als Gesamtpaket; keiner will hier 'differenzieren', obwohl 'Differenzieren' sonst ein Lieblingsschlagwort aus der linken Ecke ist.
Herr Heitmeyer hat ja schon in einigen Studien mit sehr zweifelhaften methodologischen Ansätzen nachgewiesen, dass die deutsche Gesellschaft einn leichten Hang nach Rechts hat. Allerdings hätte er mit seiner Art zu fragen auch genauso umgekehrt beweisen können, dass die deutsche Gesellschaft einen Drall nach links hat.
Totale Beliebigkeit eben, dafür wird seine 'Forschung' finanziell bestimmt gut ausgestattet sein.
Euklid007 ist ein alter Bekannter und noch an keiner Stelle durch logisches Denken aufgefallen. Erstaunlich für jemanden, der Euklid im Namen führt.
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