Mittlerer Osten Bund der Bösen
Mit dem schiitischen Gottesstaat Iran und dem säkularen Syrien haben sich zwei ungleiche Partner verbündet. Hält die Allianz?
Der iranische Präsident Ahmadineschad (l.) und Syriens Staatschef Bashar al-Assad in Teheran, 18. Februar 2007
Die schwarz verhüllten Frauen, die den Hof der großen Umayyaden-Moschee in Damaskus bevölkern, unterscheiden sich schon auf den ersten Blick von den Syrerinnen in Jeans und farbigen Kopftüchern, die in den umliegenden Altstadtcafés Wasserpfeife rauchen. Es sind Pilgerinnen aus Iran, die ihren Körper unter einem weiten Tschador verbergen, am Kinn zusammengehalten von einer Sicherheitsnadel. Sie besuchen hier den Schrein, in dem der Kopf von Hussein Ibn Ali aufbewahrt worden sein soll, dem Enkel des Propheten Mohammed und einem der wichtigsten Märtyrer der Schiiten.
Syrien ist ein beliebtes Reiseziel für die persischen Pilger. Hunderttausende von ihnen strömen jedes Jahr zu den heiligen Stätten, und sie kommen nicht mit leeren Händen. Renovierung und Neubau prachtvoller Gotteshäuser in Syrien gehen häufig auf das Konto der Iraner – in einem solchen Ausmaß, dass im säkularen, multireligiösen Syrien bereits die Sorge über den Export der schiitischen Religion laut wird.
Aber nicht nur die große Zahl der iranischen Wallfahrer ist ein Indiz für die engen Beziehungen der beiden ungleichen Länder. Als Verbündete zeigen sich Iran und Syrien vor allem dann, wenn sie zusammen die schiitische Hisbollah im Libanon und die sunnitische Hamas in den Palästinensergebieten unterstützen. Im Libanon-Krieg warnte Irans Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad vergangenen Sommer Israel eindringlich vor einem Angriff auf Syrien. Dies würde als Angriff auf die gesamte islamische Welt verstanden und eine „fürchterliche Antwort“ zur Folge haben. Mitte März erneuerte der iranische Verteidigungsminister bei einem Besuch in Damaskus das militärische Bündnis.
Dabei überrascht die Achse Teheran-Damaskus auf den ersten Blick. Iran wird seit knapp drei Jahrzehnten unter dem Banner des revolutionären Islam von einem geistlichen Oberhaupt der Schiiten geführt, in Damaskus regiert ein weltliches Militärregime über das mehrheitlich sunnitische Land. Iran untermauert seinen Anspruch auf den Rang einer Regionalmacht mit einem Atomprogramm, das international Besorgnis erregt. Syriens Streitkräfte dagegen gelten als hoffnungslos veraltet. Immer wieder kritisieren iranische Religionsführer arabische Machthaber als Despoten, die sich abgewendet hätten vom wahren Islam – eine Beschreibung, die auch auf den alawitischen Assad-Clan in Damaskus anwendbar wäre.
Von orthodoxen Sunniten wird die Religionsgemeinschaft der Alawiten, aus der sich die Staats- und Militärführung in Damaskus rekrutiert, erst gar nicht als islamisch anerkannt. Ausgerechnet aus dem schiitischen Gottesstaat erhalten die Machthaber in Syrien die für ein arabisches Regime überlebensnotwendige Legitimation: iranische Islamgelehrte stellten klar, dass die Alawiten zur großen Familie der Schiiten gezählt werden müssten.
Auch wenn sich das Bündnis heute vor allem durch die gemeinsamen Feinde USA und Israel auszeichnet – Iran und Syrien halten nicht erst zusammen, seit sie beide auf der amerikanischen Liste der Schurkenstaaten stehen. Seit der Gründung der Islamischen Republik 1979 gehört Damaskus zu den engsten Verbündeten Teherans – Syriens traditioneller Partner Ägypten fiel im gleichen Jahr aus, weil er Frieden mit Israel schloss. Im Iran-Irak-Krieg schlug Syrien sich als einziges arabisches Land auf die Seite Irans. Der damalige Präsident Hafiz al-Assad sicherte sich damit einen Verbündeten gegen Saddam Hussein, dessen Baath-Partei zu einer unliebsamen Konkurrenz geworden war.
- Datum 07.04.2007 - 14:38 Uhr
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Der Westen kauft Erdöl und raubt es nicht! Leider gibt es immer noch Leute die das nicht kapieren. Darüber hinaus scheinen viele nicht zu kapieren, das die Öl-Staaten das Erdöl verkaufen müssen, denn sie leben davon. Es gibt keinen Konflikt um Öl-Quellen zwischen Arabien und dem Westen. Die einen kaufen Öl, weil sie die Energie brauchen und die anderen verkaufen es, weil sie das Geld brauchen. In Wirklichkeit kämpfen Moslems untereinander um die Öl-Quellen. Saddam gegen Khomeinei und so weiter
Der Westen hat mit dieser Sache nur zu tun, wenn die Konflikte zwischen den Moslems die Öl-Versorgung des Westens bedrohen oder eben im Kampf der Kulturen. J.S.
Wie schön, dass wir wieder einmal gesagt bekommen, wo diese Achse des Bösen genau verläuft. Wie steht es da mit dem von den USA protektionierten wahabitischen Gottesstaat Saudi-Arabien? Wer dem Iran Fanatismus vorwirft, sollte hier nur eine Konsequenz ziehen können. Aber pardon, bei den Saudis handelt es sich ja um die eigenen Fanatiker.
Wie ich auf Kräuterbutter komme, werden Sie sich fragen. Genauso wie der Autor zu seinem Titel. Sinnfrei ist chick.
Natürlich gibt es keinen Konflikt mit Saudi Arabien. Die Saudis sind das Produkt der englischen Zersetzungsstrategie gegen das Osmanische Reich Anfang des letzten Jahrhunderts. Diese Feudalherrschaft steht noch heute unter westlichem Protektorat und wäre alleine nicht überlebensfähig. Entweder argumentieren wir opportunistisch oder moralisch. Leider bleibt die Moral schnell einmal auf der Strecke. Sowohl das kaiserliche Deutschland als auch Grossbritannien suchten ihre Verbündeten im Nahen Osten. Es geht immer nur um Interessennsspähren.
Auf der einen Seite wird der iranische Islamismus als böse bezeichnet, auf der anderen protegieren wir eine mindestens gleichwertige Auslegung des Islam in Saudi Arabien. Unsere eigene Amoral stinkt zum Himmel. Dies kann nicht beschönigt werden. Der Unterschied zu Saudi Arabien ist einfach: der Iran ist als Konkurrent potenter, auch wenn er unterlegen ist.
Was Israel angeht, so ist es leider nur Spielball zwischen der westlichen und östlichen Interessensspähre. Der Westen missbraucht Israel gerne als Speerspitze um seine Interessen durchzusetzen. Ebenso dient Israel den islamischen Fanatikern als Rechtfertigungsgrundlage. Wer in Israel glaubt, die bisherige Unterstützung geschah aus altruistischen Gründen, wird spätestens nach der Marginalisierung des Erdöls als Energielieferant eines besseren belehrt werden.
Es stellt für mich nicht wirklich einen Unterschied dar, ob das Opfer des jüdischen Volkes von westlichen Politikern für eigene Interessen ausgenutzt wird oder Fanatiker den Holocaust leugnen. Beide bedienen sich des Leides Anderer um den eigenen Vorteil zu suchen.
Ein altes Sprichwort sagt: wer mit Huren schläft, wacht auch mit Huren auf. Daher sollten wir dringend überprüfen, mit wem wir 'gute Geschäfte' machen.
Hm, letzten Beitrag nicht ganz verstanden - Verteidigung des Kuban vergleichbar mit Israels Position? Scheint mir doch nicht ganz vergleichbar.
Jedenfalls darf ich nochmal zur Unterscheidung zwischen Staaten und Menschen aufrufen, d.h. weder die Syrer noch die Iraner sind böse Menschen, im Gegenteil, sie stehen nicht geschlossen hinter ihrer Staatsführung. Allerdings gilt das natürlich auch für Israel.
Insofern würde ich dem Westen immer raten, nicht zuviel Druck auf diese Staaten zu machen - jedenfalls sieht man ja im Irak, wohin das geführt hat. Eher unterstützen - dass sich diese Gesellschaften weiter öffnen, durch Handel, durch Austausch.
Einseitig die islamische Welt als Opfer des Westens darzustellen, ist zu einfach. Gebe insofern dem Vorredner Recht - die Saudis profitieren ja von ihren Ölgeschäften mit den Amis,generell mit dem Westen.
Und den Moslems in Europa und Amerika geht es gut - dass bestreitet ja niemand. Wie sähe es aus, wenn dieselbe Anzahl Christen sich im Nahen Osten ansiedeln würde? Könnten sie da ihre Kirchen bauen und ihre Vereine gründen? Wohl kaum. Also bitte, nicht immer einen auf Opfer machen, das glaubt kein Mensch mehr.
Tja, ganz schön verfahren. Locker bleiben, möchte man in die Weltgemeinschaft hineinrufen - mit der Klimaveränderung im Rücken müssen sich die Menschen sowieso etwas beeilen, Frieden zu schliessen.
Hm, letzten Beitrag nicht ganz verstanden - Verteidigung des Kuban vergleichbar mit Israels Position? Scheint mir doch nicht ganz vergleichbar.
Jedenfalls darf ich nochmal zur Unterscheidung zwischen Staaten und Menschen aufrufen, d.h. weder die Syrer noch die Iraner sind böse Menschen, im Gegenteil, sie stehen nicht geschlossen hinter ihrer Staatsführung. Allerdings gilt das natürlich auch für Israel.
Insofern würde ich dem Westen immer raten, nicht zuviel Druck auf diese Staaten zu machen - jedenfalls sieht man ja im Irak, wohin das geführt hat. Eher unterstützen - dass sich diese Gesellschaften weiter öffnen, durch Handel, durch Austausch.
Einseitig die islamische Welt als Opfer des Westens darzustellen, ist zu einfach. Gebe insofern dem Vorredner Recht - die Saudis profitieren ja von ihren Ölgeschäften mit den Amis,generell mit dem Westen.
Und den Moslems in Europa und Amerika geht es gut - dass bestreitet ja niemand. Wie sähe es aus, wenn dieselbe Anzahl Christen sich im Nahen Osten ansiedeln würde? Könnten sie da ihre Kirchen bauen und ihre Vereine gründen? Wohl kaum. Also bitte, nicht immer einen auf Opfer machen, das glaubt kein Mensch mehr.
Tja, ganz schön verfahren. Locker bleiben, möchte man in die Weltgemeinschaft hineinrufen - mit der Klimaveränderung im Rücken müssen sich die Menschen sowieso etwas beeilen, Frieden zu schliessen.
auch am 13. Dez 2004: >>US-Regierung erwägt Einrichtung einer Zentralstelle für Desinformation<< http://www.netzeitung.de/...
oder: http://www.heise.de/tp/r4... oder: http://www.knutmellenthin...
Unser aller sehr beliebter Profilesebriefschreiber, Meister @J.S., gehört mit Sicherheit zu den besten aus dieser Abtlg. Desinformation und Propaganda. Mit solchen Leuten zu diskutieren ist auswegslos.
Gut nur ist, dass es Menschen gibt, die dieses durchschauen, dieses böse Spiel, das leider aus dem weißen Haus oder/und Pentagon gesteuert wird ....
Und @J.S. wird argumentieren: dies Gerüchte einer Abtlg für Desinf/Propag. sei nur Propaganda DER Linken. Und so geht das dann weiter bis nach Absurdeistan ...
>>Ein Beispiel für eine staatliche Desinformation ist die 1986 von der Sowjetunion zunächst verbreitete Aussage über die Harmlosigkeit des Reaktorunglückes von Tschernobyl. Weitere Beispiele stellen die angebliche Misshandlung von Babys durch irakische Soldaten im Golfkrieg von 1991 dar, die für Empörung in der Bevölkerung sorgte, aber später als Falschmeldung einer Werbeagentur enttarnt wurde, oder gefälschte Dokumente über Massenvernichtungswaffen vor dem Irakkrieg, die der UNO vorgelegt wurden. Desinformation diente hier der Vorbereitung von Kriegen.<< http://de.wikipedia.org/w...
über 15% der Palästinenser sind Christen, die dortigen Gemeinden sind schon älter als die europäischen Kirchen. Es lebten auch schon immer Juden im Nahen Osten, es ist eine multikulturelle Region, die von europäischem völkischen Rassismus der Kolonisten heimgesucht wird.
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