Klimawandel Auf KonfrontationskursSeite 2/2

Der Klimawandel beeinträchtigt offensichtlich auch die Tourismusgebiete. Die Zunahme der Blaualgen führte im Sommer 2006 beispielsweise zu Badeverboten in mehreren Seen an der schleswig-holsteinischen Küste. Blaualgen bilden giftige Stoffe, die zu Hautreizungen führen können. «Wir rechnen mit weit reichenden Veränderungen der planktischen Lebensgemeinschaften unserer Gewässer durch die Invasion tropischer Arten», sagte Claudia Wiedner vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie.

Eine wesentliche Rolle beim Klimaschutz spielen Energieverbrauch und Stromerzeugung. Die Umweltschutzorganisation WWF kritisierte, dass acht der zehn klimaschädlichsten deutschen Kraftwerke mit Braunkohle heizen. Auch ein Verfahren, das der Energiekonzern Vattenfall Europe in der weltweit ersten Pilotanlage eines CO2- freien Braunkohlekraftwerkes anwenden will, sehen Experten noch nicht als sichere Lösung. «Kohle-, insbesondere Braunkohlekraftwerke, sind Deutschlands größte Klimakiller», sagte Regine Günther vom WWF. Am meisten Kohlendioxid stoße mit 1270 Gramm Kohlendioxid pro Kilowattstunde das nordrhein-westfälische Braunkohlekraftwerk Frimmersdorf aus. Das ist laut Umweltbundesamt doppelt so viel wie der Durchschnitt im deutschen Strommix.

Hoffnungen auf emissionsfreie Braunkohlekraftwerke bremst der Cottbuser Atmosphärenphysiker Eberhard Schaller. Das klimaschädliche CO2 werde nur eingefangen und im Boden gelagert. «Erst wenn in einigen Jahren bewiesen ist, dass das unterirdisch gelagerte Kohlendioxid wirklich im Boden bleibt, kann man von einem CO2-freien Kraftwerk sprechen», sagte er in einem dpa-Gespräch. Eine 30-Megawatt-Anlage soll in Spremberg (Brandenburg) im Mai 2008 in Betrieb gehen.

Das Europaparlament will nun eine eigene Strategie zum Klimaschutz erarbeiten. Die Abgeordneten wollen einen «Sonderausschuss Klimawandel» noch im April einsetzen. Dieser soll ein Jahr lang Empfehlungen für einen konkreten Maßnahmenkatalog erarbeiten, sagte Karl-Heinz Florenz von der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) in Brüssel. Bei der Vorstellung des dritten Teils des UN-Klimareports im Mai und beim G8-Gipfel in Heiligendamm im Juni wird das Thema Klima wieder auf der Tagesordnung stehen.

 
Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 10.04.2007 um 14:31 Uhr

    Da wird mit riesen Aufwand ein Popanz gebraten, von dem wir weder wissen ob er überhaupt real ist und wenn er real wäre, welche Einflussmöglichkeiten wir hätten um das mögliche Problem zu beherrschen, noch welche Auswirkungen aus diesem möglichen Problem resultieren könnten.

    So gehen Kulturen unter, weil sie jeden Bezug zur Wahrheit verlieren!

  1. und Ihre Liste ist leicht zu erweitern. 1 Grad weniger Raumheizung bedeutet 6 mal weniger Enerieaufwand: 20 Grad Raumtemperatur statt 25 und mehr ist übrigens keine Enschränkung sondern ein Gewinn für das Wohlbefinden. Es ist einfach, Energie zu sparen, ohne wirklich verzichten zu müssen. Es scheint aber schier unüberwindbare intellektuelle Barrieren zu geben, sich phantasievoll auf die Suche nach persönlichen Energieeffizienzpotentialen zu machen - zumindest bei Leuten, die davon überzeugt sind, dass die Arschheizung ihres PKW ein Menschenrecht sei.

  2. 3-Liter-Auto (A2 1.2 TDI mit Russpartikelfilter), Zug fahren, Blockheizkraftwerk (Otag Lion), Energiesparleuchten, stand by vorbei.....
    Es ist doch so einfach

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