Weltraum Sehnsucht nach Leben

In einem fernen Sonnensystem haben Forscher angeblich einen Planeten entdeckt, auf dem Leben möglich wäre. Ist das nur Wunschdenken oder seriöse Wissenschaft?

Mindestens drei Exoplaneten umkreisen den 20 Lichtjahre entfernten Stern Gliese 581. Ist einer davon erdähnlich?

Mindestens drei Exoplaneten umkreisen den 20 Lichtjahre entfernten Stern Gliese 581. Ist einer davon erdähnlich?

Stéphane Udry hat Glück gehabt, denn eigentlich ist es keine große Sache mehr, einen neuen Planeten zu entdecken. Der Planet, den Udry nun entdeckt hat, umkreist 20 Lichtjahre entfernt im Sternbild Waage einen unbedeutenden Roten Zwerg, von einem emsiger Sternenkartierer einst auf den Namen Gliese 581 getauft. Gliese 581 ist nicht mehr als ein schwach glimmender Ministern, eine Krüppelsonne. Aber genau das macht die Entdeckung des Astronomen von der Universität Genf zu etwas Besonderem.

Denn wäre Gliese 581 ein feuriges, leuchtstarkes Ding, müsste auch der neue Planet glutheiß und lebensfeindlich sein: In nur 13 Tagen umkreist er seinen Stern und kommt ihm dabei 14 Mal näher als die Erde der Sonne. Weil die Wärmestrahlung von Gliese 581 aber schwächele, sagt Stéphane Udry, sei es auf dem neuen Himmelskörper angenehm warm. Der Planet bewegt sich exakt im dünnen Band der sogenannten Lebenszone, in der zwischen Null und 40 Grad Celsius herrschen. In diesem Temperaturbereich ist Wasser unter normalen Druckbedingungen flüssig. Und flüssiges Wasser bedeutet: Leben.

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Eilig setzte man an der Europäischen Südsternwarte (ESO) eine Pressemeldung auf, um die Entdeckung der Öffentlichkeit zu präsentieren - noch bevor sie in einem astronomischen Wissenschaftsmagazin veröffentlicht werden konnte: Einen erdähnlichen Planeten habe man gefunden, den ersten innerhalb einer Lebenszone, sein Gesicht gleiche dem unseres Heimatplaneten.

"Unsere Modelle sagen voraus, dass der Planet entweder aus Stein ist – wie unsere Erde – oder mit Ozeanen bedeckt", jubelt Stéphane Udry, der offenbar überzeugt davon ist, dass es auf seinem Planeten Leben geben kann. "Hier müssen wir suchen." Es ist bereits der dritte Exoplanet, den die Genfer Forschungsgruppe bei Gliese 581 findet. Anscheinend hat man es mit einem ganzen Sonnensystem zu tun, unserem vielleicht gar nicht so unähnlich.

Ist sie das also die neue Heimat des verzweifelt gesuchten Lebens, irgendwo da draußen? Existiert nur 20 Lichtjahre von uns entfernt, vor unserer galaktischen Haustür quasi, ein neues Zuhause?

Die Begeisterung der Genfer Entdecker wird nicht uneingeschränkt geteilt. Ralph Neuhäuser, ein Exoplanetenforscher an der Universität Jena, hält das Ganze bislang für pure Spekulation. "Wir wissen noch nicht einmal, ob dort wirklich ein Planet gefunden wurde", sagt der Professor für Astrophysik.

Leser-Kommentare
  1. der geneigten Leserschaft beweist, dass man mit diesen neuen Erkenntnissen, die von der Forschung her sicherlich interessant sind, nichts anfangen kann.
    Wie auch. Erstens koennen wir da nicht hin. Selbst wenn wir mit dreifacher Lichtgeschwindigkeit floegen, wuerde unser Leben nicht ausreichen. Und zweitens, was bringt es uns, wenn wir wissen, dass es mal auf dem Mars oder sonstwo im All Wasser gab. Wir koennen ja noch nicht mal die Wasserprobleme auf unserem eigenen Planeten loesen.

    • iDog
    • 28.04.2007 um 9:41 Uhr

    ... also tschuess denn - zu allen umweltverschmutzern und potenziellen weltzerstoerern - ihr koennt ja da in ruhe weitermachen - auf eurem neuen 'zu hause' - da macht es auch nix wenn sie erst in der 3. generation ankommen .
    zu leicht kommt insgesamt die ahnung auf : wenn wir nur erst eine bewohnbare welt in erreichbarer naehe finden wuerden, ja dann koennen wir ja hier richtig die sau rauslassen. ... rudert weiter jungs - der blick ins wissen ist auch immer der blick ins nicht wissen !

  2. In der ganzen bekannten Welt herrscht das Gesetz von Fressen und gefressen werden. Jedes Lebewesen muß sich hüten, sogar Menschen untereinander bedrohen sich mit dem Tod. Und da soll man so unrealistisch sein und von den Aliens besseres erwarten? Vielleicht wollen die auch nur Öl und Gold, und uns als Sklaven oder als Ernährungsgrundlage?
    Bitte laßt jede Kontaktaufnahme bloß sein, die Ureinwohner Amerikas,Afrikas hätten rückblickend gern auf jede Kontaktaufnahme verzichtet....

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