"Würden Sie herziehen?"

"Ich würde gern, aber mein Mann wohnt leider in Frankfurt. Das kann ich nicht machen."

In Marburg studierte sie Medienwissenschaft und Philosophie. Lange Zeit war ihr Deutschland fremd – bis sie nach Wacken kam.

"Erst hier hab ich gelernt, das Land zu lieben."

Auf der Bühne wartet schon der Ministerpräsident, davor versammelt sich Wacken auf blaubezogenem Restaurantgestühl. Peter Harry Carstensen nimmt Sung-Hyung Cho in den Arm und spricht warme Worte über die Heimat und den Heimatfilm. "Wacken ist schon berühmt. Jetzt wird es noch berühmter." Er bekommt ein Film-T-Shirt geschenkt. Zu klein. "Da brauch ich schon XXXL", ruft er, muss dann aber los. "Morgen ist Kabinettssitzung."

Den Wackenern ist das egal. Die nächsten anderthalb Stunden gehören ihnen. Es wird geklatscht, gejohlt, gefeiert. Die Kellner servieren Schmalzbrot am Platz, was für ein Fest! Verzückt stößt uns eine alte Dame an:

"Dass ich das noch erleben darf."

Nach dem Film gibt's Blumen und Küsse, und die Halle kriegt sich kaum noch ein. "Gerade euch diesen Film zu zeigen, war unglaublich", sagt die Regisseurin. Obwohl: "Es war wirklich quälend, weil ich nicht wusste, wie ihr reagieren würdet." Der Bürgermeister kommt und überreicht ihr das Wappen des Dorfs. Dann ist Party. Und in Wacken brennt die Luft, mitten im April.

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