1. Mai
Verblasste Tradition
Einst war der 1. Mai der Kampftag der Arbeiterklasse. Heute dient er nur noch dazu, dass Gewerkschafter vor schwindenden Massen markige Reden halten. Ein Rückblick.
Wie vieles kommt der Tag der Arbeit aus den USA. 1886 streikten in den USA fast eine halbe Millionen Menschen für den Acht-Stunden-Arbeitstag und bessere Arbeitsbedingungen. Der Protest endete blutig: Vier Arbeiterführer wurden hingerichtet. Daraufhin erklärten die amerikanischen Gewerkschaften den 1. Mai zu ihrem Kampftag. Drei Jahre später schloss sich die Sozialistische Internationale in Paris dem an. So entwickelte sich der 1. Mai schnell auch in Europa zu einer regelmäßigen machtvollen Manifestation der erwachenden Arbeiterklasse. Am 1. Mai 1890 demonstrierten allein im Deutschen Reich 100.000 Arbeiter, was hochriskant war: Die Unternehmer drohten den Teilnehmern mit Anzeigen und Kündigungen.
Zum staatlichen Feiertag machten den Tag erst die Nazis. Sie erklärten den 1. Mai 1933 zum „Tag der nationalen Arbeit. Einen Tag später stürmten sie die Gewerkschaftshäuser und zerschlugen die freien Gewerkschaften. Mit Gründung der Bundesrepublik wurde der 1. Mai schließlich als gesetzlicher Feiertag verankert. Seither organisiert der DGB die Maifeiern, die aber seit Jahren immer weniger Zuspruch finden.
Auch in der DDR war der 1. Mai arbeitsfrei. Durch die Verknüpfung mit Militärparaden hatte er allerdings den Charakter einer pompösen Machtdemonstration des sozialistischen Staates. In den meisten anderen europäischen Ländern ist der 1. Mai ebenfalls ein Feiertag; nur die Dänen, Engländer, Iren, Holländer und Türken müssen arbeiten.
- Datum 09.05.2007 - 08:32 Uhr
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verblasste Tradition? Und prekäre Beschäftigung gibt es wohl heute nur auf dem Mond? Wer soll sonst dagegen aufstehen wenn nicht die Gewerkschaften. Vieles von dem, was Gewerkschaften früher erkämpft haben, steht heute erneut zur Disposition. Schauen Sie sich um. Die Arbeitsbedingungen von so manchen im Deutschland von heute sind denen des 19. Jahrhundert gar nicht mehr so unähnlich. Da arbeiten ausgebildete Wissenschaftler an den Unis als 1 Euro-Kräfte oder für lau, Friseure für 3 Euro oder Hochschulabsoventen erst mal für ein paar Jahre aus Spass an der Freude. Schöne neue Arbeitswelt!
Naja, wäre schön, wenn Sie wenigstens die Jahreszahlen korrekt angeben würden. Solch ein Fehler (1886 statt 1986) sollte beim Überfliegen auffallen....
Typischer Populistischer Mist, und das in der 'Zeit', na danke.
Fängt an 1986, wie schlecht ist das denn bitte recherchiert. 'Gewerkschafter vor schindenden Massen' wer schreibt hier eigentlich die Artikel , der Arbeitgeberpräsident ? Ist ja wohl das letzte. Zeitungen sollen Informieren.... Eine Schande für die ZEIT.
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