Rüstung Putin setzt auf Konfrontation

Der Rüstungsstreit über den US-Raketenschild zwischen Russland und dem Westen ist eskaliert. Russlands Präsident Wladimir Putin drohte am Donnerstag mit einem Ausstieg aus der Rüstungskontrolle konventioneller Waffen

Der Westen müsse auf seine Kritik an dem in Osteuropa geplanten US-Raketenschild eingehen und den KSE-Abrüstungsvertrag ratifizieren, forderte Putin. US-Außenministerin Condoleezza Rice nannte die russischen Befürchtungen wegen des Raketenschilds hingegen bei einem Nato-Treffen in Oslo "einfach lächerlich". Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier mahnte, "eine Spirale des Misstrauens zwischen Russland und den USA" müsse verhindert werden.

Putin forderte in seiner letzten Rede zur Lage der Nation im Moskauer Parlament Verhandlungen im Nato-Russland-Rat, der am Abend in Oslo tagen sollte. Er signalisierte aber wenig Geduld. Den Vertrag über die konventionellen Streitkräfte in Europa (KSE) setzte Putin umgehend aus. Sollten die Gespräche mit der Nato kein Ergebnis bringen, könne Russland sich später ganz aus dem KSE-Vertrag verabschieden, sagte er.

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Die Vereinbarung wurde 1990 zwischen dem damaligen Warschauer Pakt und der Nato geschlossen, um ein Gleichgewicht bei konventionellen Waffen in Europa sicherzustellen. Die Nato hat eine 1999 erweiterte Fassung nicht ratifiziert, weil Russland noch unter das Abkommen fallendes Militär in Georgien und Moldawien unterhält. Ratifiziert haben bislang Weißrussland, Kasachstan, Russland und die Ukraine.

"Nato-Staaten bauen Militärstützpunkte an unseren Grenzen aus und, schlimmer noch, planen die Stationierung von Teilen des Anti-Raketenschilds in Polen und der Tschechischen Republik", sagte Putin vor den beiden Kammern des Parlaments. Der russische Staatschef hatte zuletzt bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar so heftig gegen die Pläne gewettert, dass Teilnehmer sich an den Kalten Krieg erinnert fühlten.

Die Nato zeigte sich überrascht. Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer und Steinmeier kündigten an, bei Putins Außenminister Sergej Lawrow am Abend nachzufragen, was die Ankündigung bedeutet. De Hoop Scheffer betonte, der Nato sei der KSE-Vertrag sehr wichtig, allerdings müssten die russischen Zusagen aus der Neufassung 1999 erfüllt werden.

Leser-Kommentare
  1. hat die ersten/noch etwas 'einfachen' ABM Waffen.

    Sie werden jedes Jahr verbessert werden.

    Warum schafft man NATO nicht ab, so dass die US sich verbuenden koennen mit denjenbigen, die Verbuendete sein wollen?

    Die anderen koennen sich dann verhalten, wie sie wollen.

  2. Die USA haben im Jahr 2002 den ABM-Vertrag nach 30 Jahren Laufzeit einseitig gekündigt. Jetzt wollen sie ABM-Einrichtungen in relativer Nähe zu Russlands bauen.

    Diese Tatsache wird im Artikel unterschlagen. Stattdessen bringt die Zeit die emotionale Überschrift 'Putin setzt auf Konfrontation'.

    Auch wenn der Artikel von Reuters kommt, sehe ich die Zeit in der Verantwortung. Sieht so seriöser Journalismus aus?

    In meinen Augen reagiert Putin eindeutig auf die Konfrontation der USA.

    • damasu
    • 26.04.2007 um 18:16 Uhr

    Was waren das für Zeiten, als man noch von einer Friedensdividende träumen durfte, nachdem der Kalte Krieg vorbei war! Aber Chauvinismus ist offenbar unausrottbar.

    Das wäre doch die Stunde von Angela Merkel, um jetzt ein klares Wort an ihre Chauvi-Kollegen in Ost und West zu richten, damit sie ihre Kriegs- und Rüstungsgelder zur Abwechslung mal für was Sinnvolles ausgeben.

    Oder anders gefragt: Wann kommen endlich die wirklich emanzipierten Frauen und Männer an die Macht?

    • jueck
    • 26.04.2007 um 22:39 Uhr

    , um sich vor iranischen Raketen zu schützen. Bei entsprechender Propaganda würde dies ebenso von manchen Leuten geglaubt.

    Für wie dumm werden die Leute gehalten!

    • Alskie
    • 27.04.2007 um 0:46 Uhr

    Ein Präsident der die Gleichgewichtdoktrin aus dem Kalten Krieg predigt, Frieden und Stabilität gäbe es nur wenn man potenziell den anderen vernichten könnte;-
    Tja wer solche Freunde hat, brauch keine Feinde mehr.

  3. Vielleicht muss man es in der Tat etwas einfacher sagen:

    War doch geil, wie Bush einen unbegründeten Angriffskrieg gegen Afghanistan führte.

    Noch geiler wurde es, als Bush einen auf massive Lügen begründeten Angriffskrieg gegen den Irak führte.

    Zum Kopforgasmus wird es führen, wenn Bush endlich einen verlogenen Angriffskrieg gegen den Iran führen kann.

    Endlich wieder hunderte von Dollar Milliarden für die amerikanische Militäindustrie, endlich vollständig beherrschte Erdoelvorkommen.

    Und dann noch viele Milliarden Dollar für ein 'Abwehrschild' gegen eine Atombombe aus dem Iran, von der jeder weiß, dass es sie genauso gibt wie die Massenvernichtungswaffen im Iran.

    Lasst die NATO endlich !!! Krieg führen!

    Der UN Sicherheitsrat ist doch sowieso egal.

    Ich bin dankbar, dass der einzige Mensch, der dem kriegsgeilen Bush etwas entgegen setzen kann, dazu jetzt eine massive Meinung geäußert hat.

    Danke Putin.

    Alle anderen, die - wie der Autor - über die Lage offensichtlich nicht informiert sind, wünsche ich eine geile Zeit, wenn die USA den Iran angreifen und dabei - wie bereits vor einem Jahr durch Bush angekündigt - auch sogenannte Mini-Atombomben zum Einsatz kommen.

    Gibt sicher wieder klasse Live-Berichte auf CNN.

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