Energiesparen Mehr Geiz!

Allen Unkenrufen zum Trotz: Energiesparen als Mittel gegen die Erderwärmung ist unausweichlich. Ein Kommentar

Effizienzrevolution durch Sparanreize:
          80 Prozent des Stroms gehen bei Glühbirnen nicht in Licht- sondern in Wärmeentwicklung. Das ist teuer.

Effizienzrevolution durch Sparanreize: 80 Prozent des Stroms gehen bei Glühbirnen nicht in Licht- sondern in Wärmeentwicklung. Das ist teuer.

Die Zeiten der Weltuntergangsstimmung sind vorbei. Na gut, der Klimawandel macht Sorgen: Die Temperaturen steigen bereits, der Meeresspiegel wird folgen. Schuld ist der Treibhauseffekt, wir blasen zu viel CO2 in die Atmosphäre. Doch all dies wissen wir längst, es versetzt uns nicht mehr in Panik. Was den Ökozustand unseren Planeten angeht, sind wir inzwischen ebenso aufgeklärt wie abgeklärt. 

Für manchen ist es fast schon eine Erleichterung: Wir können nicht mehr viel machen, der Klimawandel kommt sowieso. Ob seines Ausmaßes sei jede persönliche Gegenmaßnahme sinnlos, hören wir. Selbstbeschränkungen für die Umwelt? Nicht in ferne Länder fliegen? Autos stehen lassen, Stromsparbirnen einschrauben? Nichts als politischer Verbalaktivismus. Umweltbewusstsein erscheint nur noch als verkniffener Verzicht. Das private Energiesparen ist abgesagt. Und außerdem: was soll das Sparen bei uns schon bringen, wenn in aufstrebenden Volkswirtschaften wie China und Indien immer mehr Kohle und Öl verfeuert wird?

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Genau diese Haltung jedoch ist grundfalsch. Sparen ist und bleibt der beste Weg, die Erderwärmung aufzuhalten und sogar zu stoppen. Es bekämpft direkt die Ursache des Schadstoffausstoßes, die Energieverschwendung. Ganz im Gegenteil zur Umstellung auf umweltschonende Energieformen, die zwar sinnvoll ist, aber auch schwierig und unkalkulierbar langwierig.

Natürlich ist es richtig, dass der Effekt jeder privaten Sparaktion marginal ist angesichts der gigantischen Masse globaler Emissionen. Aber daraus zu schließen, jeder dürfe so weitermachen wie bisher, ist falsch. Wie soll der weltweite Energieverbrauch in der Summe je sinken, wenn nicht jeder Summand kleiner wird? Und die Summanden, das sind wir, jeder für sich. Was aber,  – so wird gefragt,– kann Hänschen Meier schon tun, wenn Milliarden Chinesen und bald auch Inder sich anschicken, demnächst so viel Energie zu verbrauchen wie wir? Schließlich haben sie jedes Recht dazu.

Gerade das ist der Grund, warum wir Energie sparen müssen, und zwar auf Teufel komm raus. Dass Länder wie China unsere Technologie importieren, ist eigentlich kein Geheimnis – es wird oft genug bejammert. Das gilt natürlich auch für energieeffiziente Stromsparbirnen, Motortechnik und Kraftwerke: Wo wir eine Einsparmöglichkeiten entdecken, werden die Chinesen es auch tun.

Welche Potenziale noch in ressourcenschonenden Technologien stecken, können wir heute nicht einmal ahnen. Nur ein Beispiel: Wenn in Deutschland alle Kühlschränke ausgetauscht würden, die älter als zehn Jahre sind (das sind 16 Millionen Stück), müsste pro Jahr eine halbe Million Tonnen weniger Steinkohle zu Strom verbrannt werden.

Leser-Kommentare
  1. 1. ---

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  2. ... durchs Dorf getrieben. Eine Lüge wird nicht wahrer wenn sie tausendmal wiederholt wird. Die Erde wird warm - die Erde wird kalt - ob mit oder ohne CO2.

    Da muß die Erdewrwärmung herhalten damit Anbieter von Energiesparlampen ihre maßloß überteuerten Produkte herhalten. Der doppelte Halbstein würde sich im Grabe herumdrehen.

  3. Pro Haushalt und Jahr lassen sich bis zu 100 Euro sparen. Deutschland hat das Potential, 14 Mio Tonnen CO2 einzusparen und das alles nur durch den Verzicht auf Standby! Wir haben im Freundeskreis die Initiative bye bye standby gegründet, um auf diesen unsinnigen Stromverbrauch hinzuweisen und von der Politik endlich Handeln zu fordern. Oder warum sind immer noch Geräte erlaubt, die gar keinen Schalter haben und sich nicht vom Netz trennen lassen? Wir haben nachgemessen und sogar meine Waschmaschine verbraucht ständig - also rund um die Uhr - 1 Watt. Für was bitte? Nur dass sie eingesteckt ist. Und ausgeschaltet.
    Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass ausgeschaltete Elektrogeräte keine Energie verbrauchen. Leider ist es dies nicht, klare Vorgaben von Seiten der Politik fehlen, dabei wäre es so einfach.
    Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, Verbraucher zu informieren, wie sie mit ihren vorhandenen Geräten sinnvoll umgehen und Standby-Strom einsparen. Alle Informationen finden Sie auf unseren Seiten: http://www.byebyestandby.de

  4. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird die Beschwörung einer “Klimakatastrophe” nur deshalb verständlich, wenn man die gesamten Aktionen unter dem Motto “Energiesparen” abhandelt. Denn dann passen viele Argumente, die jetzt eher unpassend sind.

    Politiker haben sich nicht zuletzt aufgrund des “Club of Rome” Berichtes schon seit langer Zeit Gedanken darüber gemacht, wie der allgemeine Konsum, hier speziell der Energiekonsum, auf lange Sicht hin lenkbar zu geringeren Mengen möglich sein kann. Dies vor allem auch auf dem Hintergrund einer global stark steigenden Anzahl von Menschen.

    Dazu passt sehr gut die Drohung einer Katastrophe, die angeblich mit diesem Energieverbrauch zusammenhängt. Denn Politiker in einer Demokratie werden es sehr schwer haben, Verzicht zu predigen.

    Historisch lässt sich ein Zusammenhang zwischen CO2 und globaler Erwärmung nur in der Reihenfolge darstellen, dass zuerst die Erwärmung und dann, nach durchschnittlich 600 Jahren, ein erheblicher Anstieg des weltweiten CO2 Gehaltes eintrat. Die jetzige Erwärmung begann in der kleinen Eiszeit im späten Mittelalter, ohne CO2 Einwirkung.

    Um den umgekehrten Schluss zu begründen, wurden einige Aktionen gestartet, die dem einfachen Gemüt plausibel sind, für Experten aber bedenklich sein müssen.

    So wird die Wirklichkeit weitgehend durch die Ergebnisse von Computerprogrammen ersetzt. Die Einwirkungen der Sonne wird auf nahezu Null gesetzt, um damit nicht die Programme zu komplizieren.

    In der Wissenschaftsdiskussion wird eine “Situation der Angst” geschaffen, die Wissenschaftlern mit abweichenden Meinungen ausgrenzt.

    So findet man heute in vielen wissenschaftlichen Arbeiten fast immer der Hinweis, obwohl der Inhalt gegen die herrschende Auffassung steht, dass das CO2 doch zumindest mitverantwortlich ist.

    Wenn nun Energie gespart werden soll, was aus verschiedenen Gründen sinnvoll ist, dann sollte dies aber unter dem Gesichtspunkt der Effizienzmaximierung geschehen.

    Leider sieht das nicht danach aus.

    Und leider sieht es auch danach aus, dass vor allem die Presse nicht so sehr aufklärt sondern eher extreme Ereignisse, ob real oder möglich bis wahrscheinlich, ganz vorne in die Diskussion bringt.

    Die Wissenschaft wird darunter leiden.

  5. Ich hab seit Jahren 100% Ökostrom aus regenrativen Quellen von www.lichtblick.de. Mein Anteil am CO2 durch Stromverbrauch ist Null. Egal wieviel Strom ich verbrauche.

    Also warum sollte ich sparen? Auch wenn mich viele vielleicht für verrückt erklären aber mein 4 Personenhaushalt hat dank diverser durchlaufender PCs/Server einen ca. doppelt so hohen Stromverbrauch wie der Durchschnitt. Das tut meinem Geldbeutel ein wenig weh aber das ist es mir Wert.

  6. Einer der Gründe warum Homo Sapiens so erfolgreich ist beruht darauf, dass er nicht au Erkenntnis reagiert. Zumindest ist er im Kollektiv nicht dazu in der Lage. Darum gibt es z.B. auch heutzutage noch 'Religion'.

    'Global Warming' wird noch weit vor dem Ende des Jahrhunderts für das weitgehende Aus der menschheitlichen Zivilisation Nr 1 gesorgt haben.

    Der Grund ist nicht, dass wir CO2 produzieren, der Grund ist, dass wir zu viel davon produzieren. Haarlos, wie wir sind, brauchen wir schon mal viel für Wärme. Usw. usw.

    Wir sind derzeit knapp 7 Mrd. - Mitte des Jahrhunderts um die 9 Mrd. Da sind dann wohl auch genug Rentenzahler dabei. Wir brauchen ja deshalb Bevölkerungswachstum.

    Bei 0,5% p.a. sind wir in 2000 Jahren 150 Trillionen, das sind rund einer pro qm.

    Das heisst also Bevoelkerungswachstum ist Unsinn.

    Mal abgesehen von diesen Bemerkungen:

    Ich kann bis heute nicht erkennen wo wesentliche Gaseinsparungen gemacht werden. Es wir auf absehbare Zeit noch mehr.

    Die Effekte der unaufhaltsamen Autodynamik sind bereits da. Reduktion der Wärmereflexion, Methanausstoss von ehemaligen Permafrostgebieten.

  7. Ein wichtiger Zeitungsartikel, weil endlich einmal gesagt wird, dass wir uns reduzieren muessen. In unserem Ressourcenverbruach - aber nicht in unserm Wohlstand oder besser Wohlbefinden.

    Die globale Erderwaermung ist ein Faktum. Dass der Mensch dabei ganz gehoerig mitmischt, ist eine 99.9-Prozent-Wahrscheinlichkeit. In Anbetracht des hohen Schadensausmasses des Klimawandels und eventueller katastrophaler Auswirkungen sind fuer mich 99.9 Prozent eine akute Bedrohung: Fuer gute Nahrung, fuer schoene Landschaften, aber auch fuer das konkrete Ueberleben vieler.

    Ich empfinde es auch als Wohlstand, in eine angenehme Zukunft zu blicken - und dafuer lieber jetzt einige Einschraenkungen hinzunehmen!

  8. Die Beleuchtung hat nur 13% Anteil am Stromverbrauch eines Haushalts.
    Statt panisch in jede Rumpelkammer eine möglichst mit maximaler Umweltschädigung in China produzierte Billig-Energiesparlampe zu hängen, sollte man lieber gegen die echten Geld- und Energiefresser vorgehen: Heizung und Mobilität!
    Wärmedämmung, Pelletheizung, Hybrid-/Elektroauto oder -Roller bringen wesentlich mehr als ein paar chinesische Energiesparfunzeln zur Gewissensberuhigung.

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