Frankreich Eine neue Ära
Nicolas Sarkozy, der frisch gewählte französische Präsident, kämpft jetzt um die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung. Ein Kommentar
Der Sieger von Paris: Nicolas Sarkozy
Jetzt also Sarkozy. Der ehemalige Innenminister, der ewige freche und kühne Gegner von Chirac, der schon seit Jahren seine präsidialen Ambitionen verkündet hatte, hat es nun geschafft: Mit 53,2 Prozent gewann Nicolas Sarkozy deutlich die Wahl vom vergangenen Sonntag. Und wird sich das Vergnügen gönnen, Jacques Chirac als Präsident zu ersetzen - kann man sich für Sarkozy, dessen Verhältnis zu Chirac geradezu hasserfüllt war, eine schönere Revanche vorstellen?
An der Macht ist nun ein Mann, dem die konservative Bewegung ein neues Selbstbewusstsein verdankt. Und der sich nicht scheut, wie am Sonntagabend vor seinem - auffällig jungen - Publikum am Place de la Concorde, die Rückkehr der Arbeit, der Autorität und der Ordnung zu verkünden. Eine Mischung aus konservativen Werten, liberaler Wirtschaftspolitik und transatlantischen Zuneigungen: Gäbe es ein Vorbild für Sarkozy, dann wäre es der Spanier Aznar.
Frankreich hat gewählt. Eine Bildergalerie
Es ist nicht übertrieben, von einer Wende zu sprechen. Nicht nur generationell (es dürfte wohl das erste Mal gewesen sein, dass ein neuer Präsident seinen Sieg in einer Disko feiert), sondern auch, weil Sarkozy unterschiedliche politische und wirtschaftliche Strömungen unter ein und demselben ideologischen Dach versammelt hat. Bei ihm fühlt sich der Sozialliberale genauso wohl wie der Nationalist. Außerdem die Sozialliberale sowie die Nationalistin. Denn Sarkozy versprach die gleiche Verteilung von Posten zwischen Männern und Frauen in seiner zukünftigen Regierung - die auch Experten aus der Zivilgesellschaft umfassen wird, sogar Persönlichkeiten der Linken.
In seiner ersten Rede nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses betonte Sarkozy erwartungsgemäß, er sei der Präsident aller Franzosen. Der bislang stets polarisierende Politiker hatte diese Versöhnungsgeste nötig. Und auch für das Ausland setzte er beruhigende Signale, vor allem Richtung EU. Er sei ein überzeugter Europäer. Mit ihm verankere sich Frankreich wieder in Europa. Selbst wenn Sarkozy in der Vergangenheit verstehen ließ, er sei kein großer Befürworter der deutsch-französischen Ehe , war dies doch eine beruhigende Geste nach Berlin, das seit Januar vergeblich nach einem zuverlässigen Gesprächspartner in Paris sucht. Mit Nicolas Sarkozy könnte sich die Bundeskanzlerin Angela Merkel gut verstehen: Beide schauen in dieselbe Richtung - nach Washington. Der neue französische Präsident ist eher Transatlantiker als Transrheinländer.
Was blieb der Linken am Sonntagabend übrig? Sie hat zum dritten Mal in Folge eine Niederlage hinnehmen müssen. Nur knapp fünf Minuten nach der Rede von Ségolène Royal, in der sie ihren Wählern dankte und unterstrich, dass sie für die Sozialistische Partei noch Visionen und Projekte habe, brachte sich der ehemalige Finanzminister Dominique Strauss-Kahn als Kandidat ins Spiel, die Partei wieder in die Hand zu nehmen. Und kritisierte scharf, dass die Sozialisten sich immer noch nicht der Sozialdemokratie zugewandt hätten.
- Datum 13.05.2007 - 14:34 Uhr
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Mein herzlichster Glückwünsch!
hoffe ich, dass die Franzosen der französischen Tradition folgen und Sarkozy dort politisch endlagern, wohin sie auch viele andere seiner Sorte schon verbannt haben.
Gespannt warten die Sozialisten auf die Unruhen in den Vorstädten von Paris, die noch nicht aufflammen wollen? Eine Wahl zu verlieren fällt für jeden von uns schwer, aber die Linken zeigen sich nicht als einen fairer Verlierer bei dieser Präsidentenwahl in Frankreich!
Selbst der 'Kultur-Sender' Phönix ließ es bei seiner Berichterstattung an Objektivität vermissen. Zu schwer lag in die Niederlage von Ségolène Royal ihnen in dem Margen.
Die schöne und charmante Ségolène Royal hatte zwei Tage vor der Wahl damit gedroht, dass wenn Nicolas Sarkozy gewinnen würde, es wieder zu Gewaltausbrüchen in den Vorstädten von Paris geben werde.
So wurde dann auch in den 'Tagesthemen' von einem Vorort berichtet, wo die Unruhen im Jahre 2005 am gewaltigsten gewesen waren. Der dortige Reporter sprach dann auch von einer knisterden und einer gespannten Lage.
Sein Gesicht verriet , dass das wohl hoffentich bald sich ändern könne?
Nicola Sarkozy, der verdiente Sieger von Frankreich wird nicht nur sein Land verändern, sondern auch Europa.
Wenn unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel sich nicht ernsthaft bemüht mit Frankreich (Atommacht) eine gute und faire Freudschaft zu pflegen, wird aus der Option zu einer engen und festen militärischen Zusammenarbeit nichts werden.
Im Hinblick auf die Sicherheit Europas wird Deutschland wie bisher alleine stehen, wenn wir nicht in Zukunft unsere Prioritäten neu setzen!
ist der vollendete französische Spießer ins Präsidentenamt gekommen. Ein elitärer Schleimer, der eigentlich nur in Frankreich in dieser Reinform entstehen kann. Nur Frankreich hat jene elitären 'Bildungs'-Tempel, die eigentlich nichts weiter sind als Zuchtanstalten für die Führungskader des Staates.
Sarkozy ist keine Besetzung für die Rolle des Präsidenten. Aber Sarkozy ist die perfekte Besetzung für die Rolle des arroganten, elitären und ekelhaften Despoten.
Hoffen wir, dass es bald brennt. Dass Sarkozy seine dumme und gnadenlose Fratze zeigt. Dass er Frankreich spaltet. Und dass er mit der 5. Republik untergehen wird.
So wenig Respekt vor der demokratisch getroffenen Entscheidung der Franzosen? Das spricht sehr, BelaOxmyx, gegen eine tolerante Gesinnung.
Ich kann manesse nur zustimmen. Sie zeigen eine klar antidemokratische Einstellung. Die Anwürfe sind derart undifferenziert, daß ich darauf kaum eingehen will. Mit einer Ausnahme: Der Vorwurf 'SPIESSER' müsste längst ins Gegenteil verkehrt werden. In Frankreich herrscht nämlich - ähnlich wie bei uns - seit langer Zeit eine politisch korrekte Gesinnungssoldateska, die mit eben jener spiesserhafter Moral alle unbequemen Positionen wegdrückt. Es ist dort noch nicht einmal möglich, die Straftaten von Ausländer (sorry: 'Mitbürgern mit Migrationshintergrund') einzusehen, da die Erfassung dieser Daten verboten ist.
Dies und vieles andere hatten die Franzosen gründlich satt. Durch die Übernahme der vernünftigen Vorschläge von Le Pen hat Sarko diesen zudem deutlich geschwächt. Er hat dem FN fast 40% der Wähler abgenommen, Frankreich kann stolz auf diesen Mann sein...
Es wurde höchste Zeit für eine Wende in Frankreich. Ich hoffe daß Sarkozy den Worten auch Taten folgen läßt und Frankreich endlich umkrempelt. Wenn er dort fertig ist kann er hier bei uns weitermachen.
Ich möchte nur einen Punkt korrigieren, und zwar hat Sarkozy den Sieg in keiner Disko gefeiert.
Ein Konzert fand auf dem "Place de la Concorde" nach dem Wahlergebnis statt, wobei der Präsident eine kurze Rede hielt.
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